Zu
Spanien zählende Inselgruppe mit rund 15 Inseln im westlichen Mittelmeer mit über 5.000 Quadratkilometer Landfläche. Die Geschichte der Balearen war schon immer stark mit der Region
Katalonien verbunden, deshalb wird dort heute (neben kastilisch) auch katalanisch gesprochen. Viele Orte erhielten nach der Franco-Herrschaft wieder katalanisch Namen. Das Zentrum mit Mallorca liegt etwa 250 Kilometer östlich des spanischen Festlandes in der Höhe von Valencia. Die vier Hauptinseln sind Mallorca, Menorca, Eivissa (katalanischer Name, kastilischer Name ist Ibiza) und Formentera. Politisch werden die Balearen unterteilt in die zwei Provinzen Gimnesias im Norden (Mallorca, Menorca, Cabrera), sowie Pitiusas (Eivissa, Formentera) im Südwesten.
Wahrscheinlich brachten die
Phöniker den Weinbau auf die Balearen. Unter römischer Herrschaft wurde der Wein von
Plinius dem Älteren (23-79) lobend erwähnt. Während der fast fünf Jahrhunderte langen Herrschaft der Araber vom 8. bis zum 12. Jahrhundert hielt sich der Weinbau nur deshalb, weil getrocknete Trauben ein äußerst beliebtes Lebensmittel waren. Im Jahre 1221 eroberte Jaime I. (1213-1276) die Inseln und gründete später ein eigenes Königreich Aragón (zu dem auch das französische
Roussillon und das spanische
Katalonien gehörte), das bis zum Jahre 1343 Bestand hatte. In dieser Zeit wurde Wein von der Insel Mallorca sogar an den spanischen Königshof in Madrid geliefert.
Anfang des 19. Jahrhunderts war die Rebfläche rund zehn Mal größer als heute. Dem setzte die
Reblaus am Ende des Jahrhunderts in nur drei Jahren ein Ende. Der Touristenboom ab Anfang der 1960er-Jahre sorgte für einen wachsenden Weinkonsum, die Weine waren aber zu dieser Zeit eher minderer Qualität. Heute ist der Weinbau auf die größte Insel Mallorca (3.640 km²) konzentriert, auf den anderen Inseln hat er weniger Bedeutung. Im 19. Jahrhundert war sie wegen ihrer süßen
Malvasia-Weine berühmt, die qualitätsmäßig dem
Madeira gleichgestellt wurden. Nach der Reblaus-Katastrophe wurde die Rebe aber kaum mehr angepflanzt. Auf allen Inseln gibt es warmes und trockenes Klima mit rund 300 Sonnentagen im Jahr. Die Rebflächen umfassen etwa 2.000 Hektar.
Zu rund 80% werden Rotweine aus der wichtigsten Sorte Mantonegro, sowie Cabernet Sauvignon, Callet, Fogoneu und Tempranillo produziert. Die Weißweine werden aus der wichtigsten Sorte Moll (Prensal Blanco), sowie Macabeo (Viura), Parellada und Chardonnay gekeltert. Es gibt die zwei DO-Bereiche
Binissalem (400 ha) im Zentrum und
Plà i Llevant (225 ha) im Osten der Insel. Landweinbereiche (VdlT) sind
Eivissa,
Formentera,
Illes Balears,
Illa de Menorca,
Mallorca und
Serra de Tramuntana-Costa Nord. Bekannte Produzenten sind Macíà Batle, Son Bordils,
José L. Ferrer - Franja Roja, Florianopolis,
Castell Miquel,
Miquel Gelabert,
Toni Gelabert, Can Majoral, Jaume Mesquida, Vins Nadal, Anima Negra,
Miquel Oliver, Herens de Ribas,
Pere Seda und Ca’n Vidalet.