Das österreichische Weinbaugebiet ist eines der acht des Bundeslandes Niederösterreich und umfasst 13.356 Hektar Rebfläche. Mit rund 30% der Gesamtfläche ist es das weitaus größte des Landes. Hier wurde schon von den Kelten vor Christi Geburt Weinbau betrieben. In der Gemeinde Stillfried fand man Traubenkerne der Kulturrebe Vitis vinifera, die auf 900 v. Chr. datiert wurden. Damit zählt sie neben dem burgenländischen Zagersdorf zu den ältesten Weinbau-Gemeinden Mitteleuropas. Nach einem alten Handelsweg von Wien in das tschechische Brünn (Brno) ist der typische Weinviertler Wein als Brünnerstraßler benannt. Das nördlich der Donau liegende, sanft hügelige Gebiet grenzt im Norden an Tschechien und erstreckt sich vom Manhartsberg im Westen bis an die Grenze der Slowakei im Osten. Das Weinviertel ist aber kein geschlossenes Gebiet, sondern besteht aus vielen, teilweise kleinen Weingarten-Inseln. Früher war es in zwei eigenständige Bereiche gegliedert.
Der östliche Bereich Falkenstein beginnt im Süden nahe von Wien. Die wichtigsten Weinbau-Gemeinden mit den bekanntesten Rieden in Klammer: Bisamberg (Gabrissen, Jungenberg, Wiesthalen), Bockfliess, Falkenstein (Alsen, Eckartsberg, Kreuzberg, Rabenstein, Rosenberg), Enzersfeld (Sandtal), Gänserndorf, Herrnbaumgarten, Katzelsdorf, Kleinhadersdorf (Birthal, Bockgärten, Hochenleiten), Korneuburg, Langenzersdorf, Mannersdorf, Matzen, Mistelbach, Münichsthal (Seewansche Lagen), Poysbrunn, Poysdorf (Bürsting, Hermannschachern, Kirchbergen, Saurüsseln, Weiße Bergen), Schrattenberg, Stetten (Haidviertel, Hundsleiten, Mitterviertel, Neuberg, Zeiseneck), Wetzelsdorf, Wolkersdorf und Zistersdorf. Der westliche Bereich Retz erstreckt sich von Großriedenthal im Süden bis zur namensgebenden Weinbau-Gemeinde im Norden. Die wichtigsten Orte sind Eggenburg, Frauendorf, Haugsdorf, Hohenwarth, Hollabrunn, Kleinhaugsdorf, Limberg, Maissau, Mühlbach am Manhartsberg, Ravelsbach, Retz mit Oberretzbach, Mitterretzbach und Unterretzbach (Altenberg, Klafel, Satzen, Züngel), Röschitz, Ruppersthal, Schrattenthal, Sitzendorf und Ziersdorf. Einen dritten Bereich bilden als klimatisch bedingte Insel die Weinberge von Mailberg mit der Spitzen-Riede Hundschupfen.
Die Weinviertler Bodentypen sind auf Grund des sehr weitgestreuten Gebietes natürlich sehr unterschiedlich, es dominieren aber Löss-, Lehm-, Urgestein- und Schwarzerde-Böden. Das Klima ist kontinental, nur im äußersten Osten gibt es einen pannonischen Einfluss. Die Sommer sind überwiegend heiß und trocken und die Winter kalt. Die Weingärten liegen etwa zwischen 200 und 250 Meter Seehöhe. Die besten Rieden liegen in Standorten mit besonders günstigem Kleinklima, das sind Bisamberg, Falkenstein, Mailberg und Retz. Es gibt eine Reihe von Markengemeinschaften bzw. Winzervereinigungen (siehe dazu eine komplette Aufstellung unter Niederösterreich). Im Jahre 2001 wurde die „Weinstraße Weinviertel” zur Förderung des Weins und Kultur-Tourismus gegründet. Auf einer Länge von über 130 Kilometern sind 150 Gemeinden mit über 500 Betrieben beteiligt.
Es dominiert mit knapp der Hälfte der Grüne Veltliner, deshalb wird das Gebiet auch als „Veltliner-Land“ bezeichnet. Aus dieser Sorte wird der erste ursprungskontrollierte DAC-Wein (Districtus Austriae Controllatus) mit der Bezeichnung Weinviertel DAC gekeltert. Der Rebsortenspiegel basiert auf der 2009 durchgeführten Weingartenerhebung. Gegenüber der vorletzten Erhebung 1999 ist der Anteil der Rotweinsorten von 20 auf 25% gestiegen. Die Gesamtfläche verringerte sich um 2.395 Hektar, das sind 15%. Am stärksten betroffen waren die Weißweinsorten Grüner Veltliner (27%), Müller-Thurgau (39%), Welschriesling (21%), Neuburger (27%) und Frühroter Veltliner (39%), aber auch die Rotweinsorte Blauer Portugieser (33%), sowie Weingärten mit Gemischten Sätzen (weiß 28% und rot 93%). Die zwei Sorten Chardonnay und Weißburgunder wurden 1999 noch gemeinsam erfasst:
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