Das österreichische Weinbaugebiet ist eines der acht des Bundeslandes Niederösterreich und umfasst 2.196 Hektar Rebfläche. Es entstand im Jahre 1985 durch Zusammenlegung der ehemals eigenständigen Weinbaugebiete Gumpoldskirchen und Bad Vöslau. Die schon in der Antike bekannten Thermalbäder gaben dem Gebiet den Namen, aber im Volksmund wird es „Südbahn“ genannt, nach der hier Mitte des 19. Jahrhunderts erbauten Bahnlinie. Das älteste Weingut Österreichs, das Freigut Thallern bei Gumpoldskirchen wurde im Jahre 1141 von den Zisterziensern des Stiftes Heiligenkreuz gegründet. Seit dem 13. Jahrhundert hat in der Region das Recht des Weinausschenkens Tradition, damals wurde dies als Leitgeben (Leutgeben) bezeichnet. Reiche Weinerträge gab es im 14. und 15. Jahrhundert.
Im 16. und 17. Jahrhundert war die Gegend von den Türkenbelagerungen schwer betroffen. Der erkrankte, türkische Oberbefehlshaber Kara Mustapha (~1630-1683) erholte sich 1683 in Baden sehr rasch. Der Weinbau erlitt schwerste Einbußen, weil die Türken aus religiösen Gründen viele Weingärten vernichteten. Im Jahre 1760 wurde in diesem Gebiet vom Deutschen Orden der Blauburgunder (Pinot Noir) eingeführt und begann sich über die ganze Region bis in das Burgenland auszubreiten. Das Gebiet ist ein Teil des Wiener Beckens und zählt zu den wärmsten Weinbaugebieten Österreichs. Hugo von Hofmannsthal (1847-1929), der Schöpfer vom „Jedermann“, bezeichnete es als „ungeheuren Garten“.
Die Thermenregion besteht aus kargen und steinigen, aber auch aus schweren, lehmigen Böden. Das Klima ist durch trockene, heiße Sommer und kalte Winter geprägt. Der Bereich erstreckt sich vom südlichen Stadtrand von Wien entlang einer Hügelkette bis südlich der Kurstadt Baden. Eine wunderschöne Weinstraße berührt alle wichtigen Weinbaugemeinden. Die wichtigsten sind Baden, Bad Vöslau, Brunn am Gebirge, Enzesfeld, Gumpoldskirchen, Guntramsdorf, Hirtenberg, Leobersdorf, Maria Enzersdorf, Mödling, Perchtoldsdorf, Pfaffstätten, Sooß, Tattendorf, Teesdorf, Traiskirchen und Tribuswinkel. Bekannte Rieden sind Achkogel, Brindlbach, Doctnerin, Goldeck, Igeln, Kreuzer, Mandelhöhe, Pfarrgarten, Spiegel, Tümpfel und Wiegen. Eine lokale Spezialität ist die autochthone Sorte Zierfandler (Spätrot), die mit dem Rotgipfler zur Weißwein-Cuvée Spätrot-Rotgipfler verschnitten wird. Unter der Bezeichnung „Zierfandler-Welt“ erfolgt eine Reihe weintouristischer Aktivitäten.
Der Rebsortenspiegel basiert auf der im Jahre 2009 durchgeführten Weingartenerhebung. Gegenüber der letzten Erhebung im Jahre 1999 gab es keine nennenswerten Änderungen. Der Rotweinanteil ist mit 5% nur leicht gestiegen. Eine Besonderheit der Thermenregion sind bereits erwähnte Rebsorten, die fast ausschließlich nur hier kultiviert werden. Das sind Rotgipfler mit 101 (Österreich gesamt 105) und Zierfandler (Spätrot) mit 79 (85) Hektar. Die beiden Sorten Chardonnay und Weißburgunder wurden 1999 noch gemeinsam erfasst:
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