Das österreichische Weinbaugebiet ist eines von vier des Bundeslandes Burgenland und umfasst 3.576 Hektar Rebfläche. Es erstreckt sich an der Grenze zu Ungarn entlang des Neusiedlersees. Die Landschaft ist deshalb auch von Schilf und Wasser geprägt. Bei Zagersdorf entdeckte man gegen Ende des Zweiten Weltkrieges keltische Hügelgräber aus dem 7. Jahrhundert vor Christi mit Traubenkern-Resten. Deshalb zählt der Ort neben Stillfried im niederösterreichischen Weinviertel als älteste österreichische Weinbau-Gemeinde. Einige Jahrhunderte später pflanzten römische Siedler Rebstöcke und initiierten den Weinbau. Das Burgenland war im 16. und 17. Jahrhundert stark von den Einfällen der Türken betroffen. Aus der Zeit der ersten Türkenbelagerung Wiens 1529 stammt auch die bekannte Legende vom „Purbacher Türken“, der auf Grund übermäßigen Weingenusses den Abmarsch seiner Truppen verschlief. Als er erwachte, kletterte er in einem Kamin empor und blieb am Ende stecken. Man ließ ihn leben, er hat später eine Purbacherin geehelicht und ist sogar Weinbauer geworden. So gesehen war er ein früher integrierter Zuwanderer.
Die Freistadt Rust ist durch die edelsüße Wein-Spezialität Ruster Ausbruch weltberühmt geworden, der Pflege dieses Weines widmet sich die Winzergemeinschaft Cercle Ruster Ausbruch. Aus der Gemeinde Donnerskirchen stammt aus dem Jahre 1526 eine der ältesten, urkundlichen Erwähnungen einer Trockenbeerenauslese, der so genannte Lutherwein. Und in Mörbisch wurde der „Opernballwein“ für den berühmten Ball in der Wiener Staatsoper kreiert. Bekannte Weinbauorte sind Breitenbrunn, Donnerskirchen, Eisenstadt (Hauptstadt vom Burgenland), Großhöflein, Mörbisch, Oggau, Oslip, Purbach, Rust, Schützen am Gebirge, Siegendorf, St. Georgen, St. Margarethen und Zagersdorf. Bekannte Rieden sind Altenberg, Bandkräftn, Gmärk, Goldberg, Greiner, Mariental, Steinmühle und Tatschler. Das pannonische Klima ist durch milden Frühling, trockenen Sommer und zumeist schönen Herbst geprägt. Der Neusiedlersee wirkt klimaregulierend und als Wärmespeicher. Das Leithagebirge im Norden bildet einen Schutzwall gegen kalte Winde. Es herrschen stark kalkhaltige Schwarzerde-, Sand- und Lehm-Böden vor.
Der Rebsortenspiegel basiert auf der im Jahre 2009 durchgeführten Weingartenerhebung. Im Vergleich zur vorletzten Erhebung im Jahre 1999 ist der Anteil der Rotweinsorten von 37% auf knapp 48% gestiegen. Die ehemals häufigste burgenländische Rebsorte Grüner Veltliner wurde um über 40%, Müller-Thurgau um 47%, Bouvier um 28% und Scheurebe um 27% reduziert. Besonders die Rotweinsorten Zweigelt (26%), St. Laurent (124%), Merlot (713%) und Cabernet Sauvignon (92%), Blauburgunder (65%) haben zugelegt. Die Sorten Chardonnay (Morillon) und Weißburgunder wurden 1999 noch gemeinsam erfasst:
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