Wo viel Geschichte ist, ist auch die Modernität am größten - zumindest an der Mosel und zumindest im Mosel-Weinmuseum von Bernkastel-Kues. Im historischen Gemäuer des Nikolaus-Hospitals, dort, wo eine Brücke die beiden Stadtteile über die Mosel hinweg verbindet, zeigt sich das Museum ganz auf der Höhe der Zeit. Wo bisher allerlei mehr oder minder historische Geräte den Alltag im Wingert und im Keller dokumentierten, dominieren jetzt Computer, eine Aromabar und andere Boten neuzeitlicher Hochtechnologie das Erscheinungsbild. Virtuelle Flüge und andere computergestützte Entdeckungsreisen: Das alles und noch mehr wird jetzt dank des Engagements des Teams vom Cusanus-Hofgut des DRK-Sozialwerks Bernkastel, das auch das Museum und seine Vinothek betreibt, und einer Reihe von Sponsoren möglich.
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Das Weinmuseum in Bernkastel von außen
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„Wein-Plus” bietet dabei den Museumsbesuchern einen einfachen Weg, sich Mosel, Saar und Ruwer einfach und augenfällig zu erschließen. Auf einem Touchscreen-Computer können Wissbegierige mit einem Fingerdruck die Weinbergslagen der Region ansteuern. Dank der laufend aktualisierten Wein-Plus-Datenbank weist der Computer dann zu jeder Lage, dem Graacher Himmelreich oder der Brauneberger Juffer etwa, die dazu gehörigen Erzeuger aus. Winzer und Weinfreunde finden so ganz einfach zusammen - dank des Engagements des Wein-Plus Teams aus Erlangen.
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Auch Wein-Plus hat sich im Weinmuseum engagiert
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Anderen Fachleuten wie den Mitarbeitern der renommierten Fachhochschule in Geisenheim im Rheingau ist es zu danken, dass selbst der Kenner der Materie in Kues neue Erfahrungen auftun kann. Mit im Boot sitzt auch das Landesamt für Geologie und Bergbau. Seine Daten machen es möglich, dass der Betrachter das hoch gerühmte Terroir der Mosel im Vogelflug erkunden kann, ohne die vor dem Bildschirm aufgestellten Flugzeugsessel zu verlassen. Eine flüchtige Berührung des Bildschirms genügt - und schon können Blau- und Rotschiefer sowie andere mineralische Gemenge von oben erkundet werden.
Denn dieses neue, ganz andere Weinmuseum spricht nicht nur den Verstand ab, sondern mindestens ebenso zu alle Sinnen. Dafür sorgt nicht nur das Porträt, das der Maler Michael Apitz in wie vom Nebel überwaberten Grau-, Gelb- und Schwarztönen vom Bremmer Calmont gefertigt hat. Mindestens ebenso plastisch wirken die Eindrücke der Aromabar. Wie der Einstieg zu einem Sensorik-Seminar wirkt es, wenn der Gast an den trichterförmigen Öffnungen schnuppert und (Frucht-)Aromen riecht, aber auch typische Weinfehler wie etwa den Böckser wahr zu nehmen lernt.
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Eine Station im Weinmuseum
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Nichts bleibt abstrakt, alles wird konkret in den historischen Hallen des Weinmuseums in Kues. Und auch das ist das Verdienst der Experten aus Geisenheim. Die verschiedenen Arten des Rebschnitts wie Trierer Rad und Flachbogen haben sie in Computer-Animationen umgesetzt. Jeder ist eingeladen, per Mausklick das am Bildschirm geschöpfte Wissen und die eigenen Fertigkeiten aus zu probieren. Der Erfolg oder Misserfolg ist prompt ab zu lesen, denn der Rechner setzt sofort um, wie der angesetzte Schnitt das Wachstum der Reben fördern oder behindern würde.
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Historische Räume jetzt ganz modern
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20 Stationen bietet das geliftete Weinmuseum. Sein Plus sind nicht nur die vielen Informationen, sondern auch der differenzierten Zugriff: Der Besucher kann selbst entscheiden, wie stark er am Touchscreen die dargebotenen Daten und Fakten vertiefen will. Wie lang jemand braucht, der alles ausschöpfen will, haben Volker Emmrich und Eckhard Erz vom DRK-Sozialwerk ausgerechnet : rund zwei Tage. Sich im Internet einen Vorgeschmack verschaffen - das geht auch, und zwar unter
www.moselweinmuseum.de.
Wer dann noch wissen will, wie die Weine von Mosel, Saar und Ruwer konkret schmecken, kann die auf dem selben Areal gelegene Vinothek besuchen und sich für 15 Euro durch rund 150 Gewächse und Qualitäten (auch Sekte sind dabei) probieren. Museum (Eintritt: fünf Euro) und Vinothek, die zusammen das „weinkulturelle Zentrum” bilden, sind vom 16. April bis zum 31. Oktober von 10 bis 18, sonst aber von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Auskunft gibt es unter der Rufnummer 06531/4141, per E-Mail:
info@moselweinmuseum.de.