„DIE 1000 BESTEN WEINE. 1790-2006” - herausgegeben in Kooperation mit dem internationalen „Fine Wine Magazine” - ist ein einzigartiger Kauf- und Trinkführer für Liebhaber herausragender Weine, ein Vademekum für Weininvestoren und entsprechend liquide Liebhaber von Spitzengewächsen. Ein Team renommierter Weinexperten - darunter der Weinautor und Fine-Verleger Pekka Nuikki - hat es unternommen, Spitzenerzeugnisse allein nach ihrer „jetzigen Trinkbarkeit” und dem „heutigen Zustand” zu bewerten. Die Liste der 1.000 Weine ist ein Extrakt aus der dokumentierten, unfasslichen Verkostung von 60.000 Weinen, ergänzt um Hintergrundinformationen über Weine, Jahrgänge und Winzer. Das trotz der inhaltlichen Fülle noch handliche Werk enthält für den Liebhaber unter anderem Informationen über das richtige Dekantieren, die Dauer der geschmacklichen Stabilität im Glas und den besten Trinkzeitpunkt. Es finden sich auch Hinweise zur sachgemäßen Interpretation der Füllhöhen, da diese präzise über Alter und Lagerung des Weines informieren können. Das hier benutzte 100-Punkte-System wurde im Gegensatz zu Parker und Wine Spectator in entscheidender Hinsicht variiert: Es wurden nicht zusätzlich noch Potentiale zukünftiger Qualitäten bewertet, sondern ausschließlich Ausgewogenheit und das aktuelle Vermögen des Weines, „physischen und geistigen Genuss” zu bieten. Um jungen Rotweinen gerecht zu werden, wurden keine bewertet, die nach 2000 hergestellt wurden. Zur Wahrung der Aktualität wurden wiederum mehrheitlich jene Weine berücksichtigt, die seit 2000 verkostet wurden. Die Beschreibungen und Bewertungen gelten Weinen, die mindestens 92 Punkte - „exzellenter Wein von edlem Stil, ausgewogener Struktur und nuancenreicher Finesse” - bis hin zu 100 Punkten erreicht haben: „Absolute Perfektion für alle Sinne und nach allen Bewertungsparametern der Weinqualität - ein wahres Geschenk der Natur”.
Unter den derart höchstbewerteten Weinen finden sich - wie sollte es anders sein - neben Romanée-Conti und etwa den Châteaux Latour, Margaux, d’Yquem so viele andere Güter aus Bordeaux, Burgund, Champagne etc., dass fast von einem Führer für französische Spitzenweine gesprochen werden könnte. Immerhin finden sich noch 15 deutsche Weine - mit Schwerpunkten in der Saar und dem Rheingau: Vor allem die edelsüßen Spezialitäten von Egon Müller und Robert Weil repräsentieren hier den international geachteten Ausdruck deutscher Weinkultur. Die imposanten Beispiele etwa deutscher Pinot-Noir-Spitzenprodukte fanden leider (noch) keinen Eingang. Bis zur nächsten Auflage in zwei Jahren ist ja noch etwas Zeit.
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„DIE 1000 BESTEN WEINE. 1790-2006” von Pekka Nuikki, Ralf Frenzel u.a., Ralf Frenzel (Hrsg.). Wiesbaden: Tre Torri, 2008. ISBN 978-3-937963-72-3. 430 Seiten. Hardcover mit Leseband. 29,90 EUR (D), 30,80 EUR (A), 49,90 sFR (CH).