Kompakt
Wolfgang Staudt führt den interessierten Laien in 50 Schritten zum Weinkenner - zumindest zum theoretischen. Dabei geht es dem Autor vornehmlich um ein gutes allgemeines Basiswissen rund um den Wein und vor allem um den richtigen Umgang mit ihm. Er beschreibt in verständlicher Sprache die unterschiedlichen Weinstile, erklärt die sensorische Praxis und lässt auch eher philosophische Themen wie Holzeinfluss, Typizität und Ästhetik nicht aus. Kapitel über europäische Weinetiketten, Einkauf, Lagerung, das richtige Servieren oder nützliche Acessoires verhelfen auch dem Einsteiger zu einem sicheren Stand im Weindschungel. Der Autor räumt dabei mit einigen verbreiteten Vorurteilen und Fehlinformationen auf, ein paar wenige werden allerdings auch von ihm weitererzählt. Dennoch ist das Buch ein überaus nützlicher Leitfaden, in dem selbst der erfahrenere Weingenießer noch Neues und Hilfreiches entdecken wird. Seine nüchterne Aufmachung unterscheidet sich angenehm von vielen reich bebilderten Lifestyle-Titeln, die schön anzuschauen sind, aber doch nur das Regal verstopfen, sollte jedoch gerade deshalb nur an Weinfreunde verschenkt werden, die sich ernsthaft mit dem Thema befassen möchten.
50 einfache Dinge bei Amazon
Wolfgang Staudt
50 einfache Dinge, die Sie über Wein wissen sollten
Westend Verlag
168 Seiten, 14,80
ISBN: 3938060042
Komplett
Der Titel dieses Buches ist vielleicht etwas irreführend, denn es werden weniger die Weine der Pfalz beschrieben als ihre Macher und die Wege dorthin. „Die Pfalz im Glas” ist ein Weinreiseführer, wie man ihn sich von vielen Weinbauregionen der Welt wünschen würde. Matthias F. Mangold lässt keinen Weinbauort der Region links liegen und führt den Leser zu den zuverlässigsten Produzenten und ihren Weinbergslagen. Selbst Kenner der Gegend können hier noch Entdeckungen machen. Für Liebhaber der Pfalz und ihrer Weine ein Muss, für solche, die es werden wollen, sowieso.
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Matthias F. Mangold
Die Pfalz im Glas
Höma Verlag
228 Seiten, 16,90
ISBN: 3937329102
Koinzident
Wer nach den Autoren dieses Buches fahndet, wird kaum fündig werden können. Allein Jürgen Fahrenkamp als Herausgeber ist namentlich genannt, ansonsten wird in der Danksagung am Anfang nur wolkig auf Mitarbeiter hingewiesen, die „aus Gründen ihrer zukünftigen Unabhängigkeit” nicht genannt werden.
Zumindest den Spanien-Interessierten Wein-Plus Abonnenten dürfte des Rätsels Lösung nicht schwer fallen: Die Weinbeschreibungen in diesem Machwerk sind von vorne bis hinten von Wein-Plus geklaut. Manchmal machte sich Fahrenkamp die Mühe, den Text leicht abzuändern, oft wurde er aber auch 1:1 abgekupfert. Wo dem Herausgeberdarsteller die Noten zu niedrig erschienen wurde korrigierend eingegriffen, aber auch dort, wo für aktuelle Weine keine Notiz vorlag, wurde Fahrenkamp kreativ. Immerhin wirbt er auf dem Einband damit, den einzigen spanischen Weinführer mit brandaktuellen Bewertungen der neuesten Weine herauszugeben. Er verwendete zumeist eine ältere Notiz von Wein-Plus und änderte sie leicht um (Bei Capcanes und Vall-Llach zum Beispiel). Wie die Noten entstanden sind, kann man in solchen Fällen nur Raten. Irgenwo wird eine Spielesammlung herumgelegen haben. Dort, wo sich Fahrenkamp eigene Texte aus den Fingern gesogen hat, feiert der semantische Unsinn fröhliche Urständ. So werden die Tannine des 2002 Pintia wie folgt beschrieben: „...ausgesprochen rund im Mund, noch ein bisschen adstringierend, schon harmonisch gebundene, reife Tannine, etwas grüne Gerbstoffe..” Sehr interessant und schon fast wieder komisch, wär’s nicht dreister Betrug . Leser, die 27,50 für 640 Seiten Makulatur bezahlt haben, dürften weniger erfreut sein.
Nett immerhin und ein zuverlässiger Hinweis auf den Wert des Buches: der grammatische Fehler im Titel.
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Al Punto Weinführer
Die besten Weine Spanien
Verlag Panem & Circenses
640 Seiten, 27,50
ISBN: 8489983372