Jancis Robinson studierte Mathematik und Philosophie in Oxford; ihre berufliche Weinlaufbahn begann sie 1975 als Mitarbeiterin beim Weinmagazin Wine and Spirits. 1984 wurde sie Master of Wine und vier Jahre später verfasste sie für die Oxford University Press book factory den ersten Oxford Companion to Wine (Das Oxford Weinlexikon). Jüngstes Ereignis in Jancis Robinsons Weinschreiberkarriere: Mit der aktuellen Ausgabe wurde ihr von Hugh Johnson die redaktionelle Verantwortung des Grossen Weinatlas anvertraut.
Andreas März sprach aus diesem Anlaß mit ihr über Weingötter, die Weinwelt und mangelnden Meinungspluralismus.
Werbung:
 |
Merum: Verkosten Sie Wein nur oder trinken Sie ihn auch?
Jancis Robinson: «Es gibt einen entscheidenden Unterschied zwischen Degustieren und Trinken. Degustieren ist harte Arbeit. Beim Degustieren ist der Alkohol etwas Negatives und man unternimmt alles, um keinen Alkohol aufzunehmen und sich nicht zu entspannen. Wenn ich Wein trinke, habe ich nichts dagegen, ein bisschen Alkohol - nicht viel allerdings - aufzunehmen.»
Merum: Aus Ihrer Antwort spricht Skepsis gegenüber Alkohol.
Jancis Robinson: «Wein ist zum Trinken da. Da die Weine heutzutage aber immer alkoholischer werden, verbieten sie einem, viel davon zu trinken. Ich trinke sehr gerne Wein, aber ich mag nicht betrunken werden. Ein Wein mit mehr als vierzehn Prozent Alkohol ist für mich problematisch.»
Merum: Welches sind Ihre Lieblingsweine?
Jancis Robinson: "Grosse Bordeaux-Weine sind phantastisch. Aber sie müssen wirklich gross sein, und aus der obersten Fünfprozent-Spitze stammen. Denn die ordinären Bordeaux sind wirklich banal."
Merum: ...und was ist mit der Weinwelt ausserhalb von Bordeaux?
Jancis Robinson: "Wenn roter Burgunder gut ist, dann verschafft mir das einen exotic thrill. Aber mal ganz abgesehen von Lieblingsweinen und Appellationen: Ich liebe Wein!"
Merum: Da gäbe es ja auch noch den italienischen Wein
Jancis Robinson: "Das Problem für Freunde italienisches Weins in England ist das armselige Angebot. Es ist sehr viel schlechter als in Deutschland, in der Schweiz oder selbst in den USA. Wir haben sehr wenige auf Italien spezialisierte Weinimporteure in England."
Merum: Verkosten Frauen anders als Männer?
Jancis Robinson: «Ich weiss nicht. Ich weiss nicht wie Männer das tun. Man sagt, dass Frauen empfindsamere Geschmacksnerven besitzen. Ich glaube allerdings, dass der entscheidende Unterschied zwischen Männern und Frauen ein anderer ist: Frauen gehen viel entspannter an das Thema Wein heran. Für Frauen ist die Wahl eines Weins kein Statussymbol. Frauen wählen einen Wein, den sie trinken wollen, nicht einen Wein, mit dem sie etwas zeigen wollen.»
Merum: Besuchen viele Frauen Ihre Website?
Jancis Robinson: "Mit Genauigkeit kann ich das nicht sagen. Ich weiss nur, dass von den Leuten, die mit Fragen an mich gelangen, nur zehn Prozent Frauen sind. Das ist etwas traurig."
Merum: Die Engländer behaupten, die älteste Weinkultur der modernen Welt zu besitzen. Ist diese stolze Aussage nicht etwas vermessen?
Jancis Robinson: "Nein, das stimmt schon, die Engländer besitzen die älteste Weinkultur, was die Breite anbelangt. Es gibt natürlich berühmte Weinkulturzentren in französischen Appellationen, aber das sind vielmehr tiefe, sehr spezialisierte, nicht breite Weinkulturen."
Merum: Hat England seine weinkulturelle Führungsrolle verloren?
Jancis Robinson: «Nein, das würde ich nicht sagen. Der Weinkonsum in den USA sinkt, auch wenn die Leute dort vielleicht immer teurere Weine kaufen. Auch in Europa trinkt man weniger, nur in England steigt der Weinkonsum. England ist ein sehr offener Markt, Engländer mögen Neuigkeiten, sie sind neugierig.
Wenn ein Weinunternehmen beschliesst zu exportieren, ist England oftmals der erste Markt, auf den es sich wagt. Ein sehr interessanter Platz, um etwas über die Marktchancen eines Weins zu erfahren. Das Zentrum für den Handel mit Spitzenweinen sitzt in England. Denken Sie nur an Christie’s und Sotheby’s. Um diese beiden Unternehmen herum hat sich ein Kreis von exklusiven Weinhändlern gebildet.
Für einen sehr grossen Teil der Topweine der Welt führt der Weg zu ihren Kunden über London. Diese Weine enden dann vielleicht in New York oder in Hongkong, werden aber in Wirklichkeit von einem englischen Unternehmen verkauft.»
Merum: Könnten Sie die englische Weinkultur charakterisieren?
Jancis Robinson: «Der Amerikaner ist glücklich, wenn er für eine Flasche viel bezahlen darf, der Engländer hingegen ist ein Sparer, er kauft sich lieber etwas Billigeres. Daher sind die Supermärkte hier grosse Weinhändler. Im Gegensatz zu Deutschland, wo ausschliesslich nach Preis eingekauft wird, bemühen sich unsere Grossanbieter, ihrer Kundschaft preiswerte Weine anzubieten und stellen Ansprüche auch an die Qualität.
Für Amerikaner zählt der Name, sie möchten Punkte, sie schauen nicht auf den Preis. Die Engländer wollen Wert, sie sind ihrer eigenen Meinung vielleicht sicherer als die Amerikaner, deshalb haben die Bewertungen der Weinjournalisten in England nur geringes Gewicht.»
Merum: Hugh Johnson ist einer der hervorragendsten Vertreter der englischen Weinkultur. Sind Sie seine designierte Nachfolgerin?
Jancis Robinson: «Hugh ist ein grosser Schreiber. Ich werde seinen Grossen Weinatlas übernehmen, das ist grossartig für mich. Zudem sind wir, zusammen mit Michael Broadbent, für die British Airways als Weinberater tätig. Ausser dass wir sehr gute Freunde sind, haben wir keine weiteren gemeinsamen Projekte.»
Merum: Wie haben Sie den «Grossen Weinatlas» verändert?
Jancis Robinson: «Während Hugh davon ausging, dass der Leser den ganzen Text liest, bin ich vielmehr der Meinung, dass der Atlas ein Nachschlagewerk ist und die Leser ihn oftmals nur aufschlagen, um rasch zu bestimmten Informationen zu gelangen. Ich führte auf den Seiten daher Boxen ein, in denen die wichtigsten Informationen zu den einzelnen Weingebieten stehen. Eine andere Änderung betrifft die Etiketten. Während sie bei Hugh lediglich ästhetische Funktion hatten, spiegeln sie nun meine persönlichen Vorlieben wider.»
Merum: Im Gegensatz zu Hugh Johnson beschreiben Sie Weine nicht nur, sondern bewerten sie auch. Weshalb dieser Bruch mit der Tradition?
Jancis Robinson: «Hugh ist ein entschiedener Gegner von Weinbewertungen. Heute wird der Markt jedoch durch die Bewertungen einiger weniger Publikationen stark beeinflusst. Ich bin deshalb der Meinung: Je mehr Leute Weinbewertungen verbreiten, desto besser. Schlecht an Weinbewertungen ist ja nur, wenn sie ein zu grosses kommerzielles Gewicht haben. Wine Spectator und Parker beeinflussen mit ihren Noten den Markt zu stark.»
Merum: Sie scheinen nicht sehr glücklich zu sein, den Weinen Noten geben zu müssen
Jancis Robinson: "Das Negative an Weinbewertungen ist, dass sie Objektivität suggerieren. Man kann nicht oft genug wiederholen, dass Weinbewertungen eine subjektive Angelegenheit sind: eine persönlich Meinung."
Merum: Was meint die «Konkurrenz» zur neuen Stimme im kleinen Chor der internationalen Weinbewerter?
Jancis Robinson: «Eine unangenehme Erfahrung habe ich bei der Verkostung der 2001er Bordeaux gemacht. Ich war eher kritisch gegenüber Weinen, von denen Parker sehr positiv beeindruckt war. Daraufhin musste ich vernehmen, dass gesagt wurde: Sie ist ja nur eifersüchtig, Sie will sich profilieren, etc. Das ist albern. Für mich ist Weintesten kein Wettkampf.»
Merum: Was ist die Aufgabe des guten Winewriters?
Jancis Robinson: «Zu informieren, zu erziehen, zu unterhalten. Und zu kritisieren, wenn etwas falsch läuft. Letzthin kritisierte ich auf meiner Website die VDP, eine Vereinigung von Topproduzenten in Deutschland. Sie vertreten, dass deutscher Qualitätswein entweder sehr süss oder ansonsten trocken sein müsse.
Ich kritisierte diese Haltung auf meiner Website und erhielt unerwartet rege Reaktion. Ich finde diesen Austausch von Meinungen sehr fruchtbar.
Zu den Verkostungen: Wichtig ist, dass der Leser anhand meiner Notizen beurteilen kann, ob er einen bestimmten Wein mag oder nicht. Ich beschreibe keine Aromen, jeder empfindet diese ohnehin anders. Keiner geht einen Wein kaufen, weil er nach Geissblatt riecht oder nach Teer; ich beschränke mich auf die Beschreibung von Eigenschaften wie Säure, Alkohol, Tannin, ob er fruchtig ist oder nicht.»
Merum: Sind Sie sich bewusst, dass Sie zunehmenden Einfluss auf die Weinmärkte haben?
Jancis Robinson: «Leider sind es ausgerechnet die Weinbewertungen in Punkten, die meiner Meinung mehr Gewicht geben. Das Problem ist, dass die Händler die Punkte als Verkaufsargumente einsetzen. Das ist eigentlich eine Schande. Ich würde vorziehen, keinen grossen Einfluss zu haben, weil das eine grosse Verantwortung ist. Ich bin freier, wenn ich wenig Einfluss habe. Es muss für Parker sehr schwierig sein, so mächtig zu sein und sich von der enormen Wirkung, die seine Meinung im Markt hat, nicht beirren zu lassen.»
Merum: Was halten Sie vom Parker-Syndrom?
Jancis Robinson: "Parker arbeitet sehr hart und er ist wirklich unabhängig. Was immer böse Stimmen behaupten mögen. Er hat einen ganz bestimmten Geschmack, den ich nicht immer teile, und ich bin überzeugt, dass er selbst am meisten über seine Erfolge staunt.
Es ist allerdings sehr gefährlich, wenn der Markt so stark von einem einzigen Gaumen beeinflusst wird. Es ist sehr bedauerlich, dass der vom Wine Spectator vertretene Weingeschmack ziemlich jenem von Parker folgt. Damit vertreten die beiden wichtigsten Stimmen mehr oder weniger die selbe Philosophie.»
Merum: Wir haben Parker-Anhänger, gibt es bald auch Robinson-Fans?
Jancis Robinson: "Nein, nein, mein grösstes Ziel ist es, die Leute zu ihrem eigenen Geschmack hinzuführen. Leider mache ich in Wirklichkeit aber zunehmend die Erfahrung, dass viele Menschen vorziehen, geführt zu werden."
Merum: Welches ist Ihre Botschaft?
Jancis Robinson: "Ich wünschte mir, zur gängigen Tendenz der auffälligen und zurechtgemachten Weine einen Gegenpol zu bilden.
Sie sagen nun vielleicht, dass sei ein typisch weibliches Unterfangen, aber ich hoffe wirklich, die Leute zu Weinen hinführen zu können, die elegant und gut zu trinken sind und nicht nur in Verkostungen beeindrucken.»
Merum: Wie verhält sich denn der Weintrinker, den Sie bekehren möchten?
Jancis Robinson: "Ich beobachte, dass es viele Leute gibt, besonders solche mit Geld, die sich vor ein Glas Wein setzen und zu diesem zu sagen scheinen: "OK, jetzt zeig mal, was du kannst!"
Dabei ist es doch das Schönste für einen wirklichen Weinliebhaber, einen Wein zu erforschen und die Umstände herauszutüfteln, in denen er den höchsten Genuss verschafft. Einem Wein sollte man entgegengehen, nicht erwarten, dass er einen verblüfft.»
Merum: Wein scheint für manchen Weinfan ein bierernstes Thema zu sein
Jancis Robinson: «Ja, das ist doch wirklich erstaunlich. Manche Leute können sehr ernst werden, wenn die Sprache auf Wein kommt. Bei meinen Weinkursen sind fröhliche Gesichter sehr selten. Die Leute sind nervös und sitzen mit todernsten Gesichtern über ihren Gläsern. Ich erinnere sie dann daran, dass es eigentlich um etwas Vergnügliches geht.»
Merum: Die Weine der Neuen Welt drohen den internationalen Weinmarkt zu Ungunsten der europäischen Winzer zu verändern. Wie denken Sie darüber?
Jancis Robinson: «Das kommt davon, dass die Weine der Neuen Welt so einfach zu verstehen sind. Europäische Weine stellen an den Weintrinker höhere Ansprüche, sie sind auf mehr Verständnis, mehr Weinkultur angewiesen. Für Weinkenner ist das bestimmt ein positives Argument, für neue Weintrinker ist das aber negativ. Neuen Weintrinkern liegen die Weine der Neuen Welt näher.
Das hat auch eine positive Seite: Die Weine der Neuen Welt sind sehr nützlich, denn sie machen Nichtweintrinkern Wein überhaupt schmackhaft. Da diese Weine jedoch oft nicht sehr abwechslungsreich sind, langweilen sich die neuen Weintrinker bald, so dass sie nach neuen Weintypen Ausschau halten.
Wenn die europäische Weinwirtschaft unter der neuen Konkurrenz leidet, dann ist der wirkliche Grund aber ein anderer: Schuld ist das tiefe Qualitätsniveau vieler europäischer Weine. Es gibt hier einfach zuviel schlechten Wein! Den europäischen Winzern ging es für zu lange Zeit zu gut. Vielleicht ist für manche Produzenten der neue Druck vom Markt heilsam: Sie sind gezwungen, ungeeignete Weinberge zu roden und die Qualität ihrer Weinproduktion insgesamt zu verbessern.»
Merum: Muss nicht damit gerechnet werden, dass für jeden Hektar, der in Australien oder in Chile gepflanzt wird, ein Hektar in Spanien, Südfrankreich oder Italien gerodet werden muss?
Jancis Robinson: «Es herrscht Weinüberfluss auf der Welt, und das meiste davon wird in südeuropäischen Gebieten erzeugt. Ironischerweise führen wir das Gespräch hier im Languedoc-Roussillon, wo es riesige Anbauflächen ohne Berechtigung, ohne Zukunft und ohne Markt gibt. Noch vor zehn, fünfzehn Jahren war jedes Feld mit Weinstöcken bepflanzt. Seither konnte man richtiggehend zusehen, wie sich die Landschaft veränderte. Aber das ist unvermeidlich. Selbst Kalifornien hat seine Probleme. Da es unwirtschaftlich ist, im Central Valley Wein zu erzeugen, wurden bereits Tausende von Hektar gerodet.
Ich bin nicht sehr beunruhigt darüber, dass in der Neuen Welt überall wie wild gepflanzt wird. Das wird sich automatisch wieder einpendeln, Korrektur-erscheinungen bei der Weinbaupolitik dieser Länder zeichnen sich bereits ab.»
Merum: Kritiker betonen immer wieder, die Europäer hätten ein zu schlaffes Marketing?
Jancis Robinson: "Die neuen Weinländer betreiben ein viel, viel besseres Marketing als die Europäer. Der typische Weinproduzent in Italien oder Frankreich sitzt auf seinem Weingut und wartet auf seine Kundschaft.
Der australische Produzent findet hingegen heraus, wer die Leute sind, die in London, Hamburg oder New York seine Weine verkaufen könnten. Er kontaktiert sie und will von ihnen wissen: Welche Art von Wein brauchen Sie denn? Dann macht er diesen Wein, geht zu diesen Leuten, sagt ihnen, zu welchem Preis sie ihn verkaufen sollen, was sie dabei verdienen können und welche Promotionsaktionen er mitzutragen bereit sei. Die Art, wie die beiden Weinwelten mit dem Produkt Wein umgehen, ist grundsätzlich verschieden.»
Merum: Wie wird das zukünftige Gleichgewicht Neue Welt/Alte Welt aussehen?
Jancis Robinson: «Mengenmässig ist die Alte Welt nach wie vor mit Abstand führend. Ich glaube, das wird auch so bleiben. Europa ist klimatisch und kulturell einfach eine perfekte Heimat für die Weinproduktion. Nach meinem Dafürhalten wird die Neue Welt ihre weinwirtschaftliche Bedeutung nicht mehr viel weiter ausbauen können. Ein bescheidenes Wachstum ist noch möglich, vor allem für Australien, wo ein grosses Potential besteht.»
Merum: Europa produziert nach strengeren Regeln als die Neue Welt. Wie könnte Ihrer Meinung nach Chancengleichheit erzielt werden, mit strengeren Gesetzen dort oder mit der Deklaration der Inhaltsstoffe auf dem Weinetikett?
Jancis Robinson: "Ich bin für die Deklaration auf dem Etikett. Das wird ohnehin kommen: Bei den Lebensmitteln ist die Angabe der Inhaltsstoffe ja bereits üblich, beim Wein kann das nur eine Frage der Zeit sein."
Merum: Welche Bedeutung messen Sie dem italienischen Wein zu?
Jancis Robinson: «Italienischer Wein spielt eine sehr wichtige Rolle in der Weinwelt. Genau wie bei den Lebensmitteln liefert uns Italien beim Wein die Anhalts-punkte, wie etwas, das nicht französisch ist, schmecken soll. Ich glaube, das Geheimnis des italienischen Essens liegt in den geschmackvollen Zutaten, die frisch und unverändert auf den Tisch kommen. Auch bei den Weinen ist diese Authentizität zu spüren. Wein und Produzent scheinen in engerer Verbindung miteinander zu stehen als das bei den grossen, berühmten Weingütern in Frankreich der Fall ist, wo der Besitzer vielleicht in Paris oder Genf wohnt.
In Italien ist alles etwas erdnaher, direkter. Eher Burgund als Bordeaux. Trotz Cabernet und Chardonnay hat Italien so viel zu bieten, was Aromen und Geschmacksnuancen anbelangt, eine enorme Vielfalt. Das ist Italiens Reichtum.»
Merum: Leider scheint man in Italien aber bestrebt, diese Vielfalt zu überschminken
Jancis Robinson: "...ich bin mir sicher, dass dies nur eine vorübergehende Phase ist. Auch in Kalifornien kommt man von alkoholischen, stark neuholzgeprägten Weinen wieder weg."
Merum: In Italien zeichnet sich beim Exportgeschäft eine Schwächung ab. Was könnte der Grund dafür sein?
Jancis Robinson: «In Italien gibt es eine grosse Lücke zwischen den Spitzenweinen und den Massenweinen. Italien hat nicht viel Interessantes im Segment zu bieten, in dem grössere Mengen verfügbar sind. Die Weine der Neuen Welt haben den Verbrauchern gezeigt, dass sie viel Frucht und viel Alkohol für wenig Geld kriegen können. Bevor die Überseeweine auf den europäischen Markt kamen, waren die italienischen Massenweine gut genug, aber heute kriegen die Leute für das gleiche Geld Besseres.»
Merum: Frau Robinson, wir danken Ihnen für das aufschlussreiche Gespräch.
Der vorstehende Artikel wurde uns freundlicherweise von der Merum-Redaktion zur Verfügung gestellt. Vielen Dank hierfür. Wenn Sie ein Abo der Merum bestellen möchten, können Sie das hier machen:
Merum-Abbo bestellen
Zur Rezension der Buchausgabe des Weinatlas
Zur Rezension des Weinatlas auf CD-Rom