Rückblickend ist es rätselhaft. Jahrzehntelang lagen die Flaschen buchstäblich zum Greifen nahe. Achtlos sind Heerscharen von Weinkundigen an ihnen vorbeigehastet. Zumindest die, die sich professionell mit dem Kulturgut Wein beschäftigen, hätten es wissen können, ja müssen: Hier in Deutschland sind neben Rieslingen auch Spätburgunder von Weltrang zu finden. Doch noch bei der Ankündigung der schon jetzt legendären Probe Assmanshäusener Spätburgunder vs. Burgundische Pinot Noir, die FINE Das Weinmagazin im Januar im Kloster Eberbach durchführte, war die Skepsis groß. Nicht wenige hüstelten hinter vorgehaltener Hand und murmelten etwas von „Arroganz“ und „Überheblichkeit“.
Doch wir waren uns sicher. Unsere jahrzehntelange Beschäftigung mit und unsere Zuneigung zum Wein ließen die Gewissheit reifen, dass hier beeindruckende Schätze schlummern. Dieser Gedanke, diese Idee eilte zunächst der Erfahrung voraus und bedurfte der Durchführung. Und dann entfaltete die sensorische Konkretisierung bei der Eberbacher Probe eine, alle Teilnehmer begeisternde Überzeugungskraft.
Das aus der Weltperspektive vermeintlich randständige Thema „deutsche Spätburgunder“ ist nun in aller Munde. Als direkte Reaktion auf unser Engagement für den deutschen Spätburgunder hat das Londoner „Institute of Masters of Wine“ die Staatsdomäne Assmannshausen sowie die Winzer Fürst, Heger und Näkel eingeladen, ihre Spätburgunder zu präsentieren.
Und in San Francisco kommt es im Januar zum ultimativen Gipfel:
Zwölf Jahrgänge Spätburgunder aus dem Assmannshäuser Höllenberg der Domäne Assmannshausen treffen auf Pinot Noir der Domaine de la Romanée-Conti. Ohne den Anflug einer Übertreibung: das ist aus weingeschichtlicher wie weinfachlicher Sicht das Ereignis des Jahres. Der Genusswert ist kaum zu ermessen.
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