Die Amtszeit der 53. Deutschen Weinkönigin geht zu Ende
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Petra Gärtner: "Ich möchte die jungen Winzer ermutigen, ihre frechen Ideen umzusetzen"
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Am 11. Oktober krönt die Deutsche Weinkönigin Petra Gärtner ihre Nachfolgerin. Mit Petra Gärtner aus Zwingenberg trug erstmals eine Kandidatin von der Hessischen Bergstraße die deutsche Weinkrone. 365 Tage war sie weltweit im Auftrag der deutschen Winzer unterwegs und hat den Bekanntheitsgrad deutscher Weiß- und Rotweine international verbessert. Im Folgenden lässt die 22jährige Weinbotschafterin ihre Erlebnisse des vergangenen Jahres Revue passieren:
Wie viele Termine haben Sie als Deutsche Weinkönigin wahrgenommen?
Es waren wohl insgesamt etwa 220 Ereignisse in aller Welt, bei denen ich als Weinkönigin repräsentiert habe.
Welche Person hat Sie am meisten beeindruckt?
Ich habe so viele Menschen getroffen, Prominente aus Politik und Showbusiness, aber am meisten haben mich die deutschen Winzer beeindruckt. Es ist einfach enorm, was sie auf die Beine stellen, welche Ideen sie in die Tat umsetzen. Für mich ganz persönlich war es einfach wunderbar, wie viel Zeit Sie sich für mich genommen haben.
Welche Veranstaltung hat Sie am meisten beeindruckt?
Jede Veranstaltung hat ihre gewisse Einzigartigkeit, natürlich waren Termine wie die Olympischen Spiele in Salt Lake City oder die Fußballweltmeisterschaft Glanzpunkte in meinem Jahr als Weinkönigin. Ich habe jedes Ereignis anders erlebt und je unvoreingenommener ich mich auf eine Veranstaltung eingelassen haben, je größer war das Erlebnis letzten Endes.
Wohin ging Ihre weiteste Reise im Auftrag der deutschen Weinwirtschaft?
Japan und Korea waren wohl die beiden entferntesten Ziele, die ich im Auftrag der deutschen Winzer angesteuert habe. Aber die weiten Reisen haben sich gelohnt. Besonders erfolgreich habe ich die Kontakte zu deutschen Unternehmen in Asien erlebt, die durch unsere Veranstaltungen erstmals einen Eindruck davon bekommen haben, welch ein Geschmackserlebnis die deutschen Weine bieten können und dass es sich lohnt, sich bei ausländischen Geschäftsfreunden damit zu profilieren.
Worüber haben Sie am meisten gelacht?
Über das, was sich die meisten unter einer Weinkönigin vorstellen. Die wenigsten haben einen Begriff davon, dass wir Weinfachfrauen sind, die ihr Metier beherrschen. Am meisten hat es mir Vergnügen bereitet mein Fachwissen und meine Kompetenz unter Beweis zu stellen, besonders dort, wo die Vorurteile mich in die Dummchen- und Dirndlecke stellen wollten. Mir ist es durchaus passiert, dass ich gefragt wurde: "Dürfen Sie auch was reden heute Abend?"
Haben Ihre Erlebnisse als Deutsche Weinkönigin Ihr Leben verändert? Sehen Sie neue, andere Zukunftsperspektiven?
Mein Erfahrungsreichtum ist größer geworden. Ich bin flexibler und selbstsicherer geworden, aber meine Lebenspläne haben sich nicht geändert.
Wie begegneten Ihnen junge Leute auf Ihren Reisen im In- und Ausland, hat deutscher Wein eine Chance als Modegetränk?
Die Neugier junger Menschen auf die Weinkönigin ist groß. Gerade weil wir - schon bereits meine Vorgängerinnen und ich - modern und zeitgemäß aufgetreten sind, habe ich bei jungen Leuten keine Scheu gespürt auf mich zuzugehen. Gerade junge Leute lassen sich gerne für deutschen Wein begeistern. Dabei wollen sie den Weingenuss mit einem Erlebnis verbinden, beispielsweise mit Natur und Landschaft oder Weinfesten.
Versetzen Sie sich um ein Jahr zurück, welche Ihrer Erwartungen, Träume wurden erfüllt, welche enttäuscht?
Eigentlich wurden alle meine Erwartungen erfüllt. Die Leute sind für deutschen Wein begeisterungsfähiger als ich gedacht habe.
Welchen Rat können Sie den deutschen Winzern geben?
Ich möchte die jungen Winzer ermutigen, ihre frechen Ideen umzusetzen und in ihrem Enthusiasmus nicht müde zu werden.
Welchen Rat geben Sie Ihrer Nachfolgerin mit auf den Weg?
Sie soll so bleiben, wie sie ist, und nicht glauben, dass sie sich anderen zu liebe verändern muss.
Und wie geht es jetzt weiter, wenn Sie die Krone abgegeben haben?
Ich werde "Öffentliche Wirtschaft und Wirtschaftsförderung" an der Berufsakademie studieren, um später Marketing für die Hessische Bergstraße, meine Heimat, zu betreiben.