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15.02.2004
Deutsche und österreichische Spitzenrieslinge
Auf Augenhöhe
Von Marcus Hofschuster
Leserkommentare (bisher 0)
Schon der Jahrgang 2001 brachte in Deutschland eine bis dahin noch nicht da gewesene Fülle sehr guter bis erstklassiger trockener Rieslinge hervor, von denen sich einige auch mit den besten Weinen aus den klassischen Hochburgen für trockene Rieslinge in Niederösterreich messen konnten. Das machte eine eindrucksvolle Vergleichsverkostung mit den Jahrgangsspitzen unserer österreichischen Nachbarn deutlich, die sich 2001 ebenfalls über einen großartigen Jahrgang freuen konnten.

Fast genau ein Jahr später stand am 12. Dezember der aktuelle Jahrgang mit insgesamt rund 40 Weinen aus Deutschland und Österreich im perfekt eingerichteten Verkostungsraum des Weinguts Ebling-Windisch im Rheinhessischen Wallertheim bereit, um sich dem kritischen Urteil einer illustren Runde aus Winzern, Weinjournalisten, Sommelliers, Händlern und Weinliebhabern zu stellen.

2002 war keineswegs ein schlechtes, aber zumindest in Deutschland nominell dennoch ein schwierigeres Jahr. Um so erstaunlicher sind die Ergebnisse, die in der Spitze das Vorjahr noch übertreffen. Sie sprechen klar für die Dynamik, mit der die Entwicklung dieses in Deutschland lange stiefmütterlich behandelten Weinstils voranschreitet.

Dafür sprechen auch neue, junge und bislang völlig unbekannte Talente, die den etablierten Betrieben schon nach wenigen Jahrgängen frech die Stirn bieten. Oliver Spanier vom Weingut Battenfeld-Spanier in Rheinhessen und Tim Fröhlich vom Weingut Schäfer-Fröhlich an der Nahe standen in der Verkostung stellvertretend für eine äußerst vielversprechende junge Winzergeneration. Vor allem Spaniers Frauenberg sorgte dabei für spontanen Beifall bei allen Beteiligten.

Doch auch in Österreich sorgen vor kurzem noch kaum bekannte Produzenten für Aufsehen: Obwohl man ihn nicht mehr zu den ganz jungen Weinmachern zählen kann, ist Kurt Angerer doch ein ziemlich frischer Name in der Kamptaler Weinszene. Um so erfreulicher das exzellente Abschneiden seines Donatus, mit dem Angerer beweist, dass er nicht nur den Umgang mit Grünem Veltliner perfekt beherrscht.

In der absoluten Spitze sind die Wachauer Smaragde zwar immer noch ein unverzichtbarer Gradmesser, aber längst ist die Wachau nicht die einzige Quelle für große trockene Rieslinge in Österreich. Vor allem im Kamptal wächst die Zahl der Erzeuger, die das Potential zu nutzen verstehen, stetig, während sich die alteingesessenen Weinproduzenten offenbar sogar noch zu steigern wissen. Paradebeispiel hierfür ist der sagenhafte Lyra von Willi Bründlmayer, der seine ohnehin beeindruckenden Vorjahrgänge noch einmal in den Schatten zu stellen scheint, und auch Loimers Steinmassl steht seinem grandiosen Pendant aus 2001 nicht nach.

In der Wachau selbst entstanden im Vergleich zu 2001 Rieslinge, die, ohne auf die typische, extrem präsente Mineralik zu verzichten, doch zumeist entschieden fruchtbetonter auftreten, was ihnen bei der Verkostung einen wesentlich besseren Stand verschaffte, als dies im letzten Jahr der Fall war. Damals präsentierten sich die meisten Wachauer vollkommen verschlossen und so unnahbar, dass sie teilweise überhaupt nicht sinnvoll bewertet werden konnten. Diesmal schien allein Emmerich Knoll etwas außer Form zu sein, während vor allem Prager, F.X. Pichler und der immer noch oft unterschätzte Rudi Pichler mit genialen Weinen auftrumpften.

So weit der Rhein, so nah der Wein, könnte man sagen, wenn man sich die Ergebnisse der deutschen Produzenten in diesem freundschaftlichen Vergleich ansieht. Nicht selten war bei den, immer paarweise mit je einem Wein aus Deutschland und Österreich, ausgeschenkten Proben die Bestimmung der Herkunft schwierig bis unmöglich. So manches eindeutig der Wachau zugeschriebene Terroir befand sich nach Aufdeckung dann doch in Sichtweite zum Rhein. Auch qualitativ standen die einheimischen Spitzengewächse den beeindruckenden Österreichern in nichts nach. Exakt die gleiche Anzahl Weine aus beiden Ländern schaffte mit Wertungen zwischen 95 und 100 den Sprung in die Königsklasse der größten Weine der Welt. Dabei schob sich keine Region auffällig in den Vordergrund. Bassermann-Jordan und Rebholz aus der Pfalz, Künstler aus dem Rheingau, Emrich-Schönleber von der Nahe sowie Keller und Wittmann aus Rheinhessen - Letzterer übrigens neben F.X. Pichler als Einziger mit zwei Weinen - teilten sich die Plätze im Thronsaal.

Die Enttäuschungen des Abends hatten weniger mit den Weinen selbst zu tun, als mit ihren Verschlüssen. Da aufgrund der hohen Teilnehmerzahl von vorneherein zwei der pro Wein insgesamt drei vorhandenen Flaschen geöffnet und dekantiert wurden, fielen Flaschenschwankungen und auch "schleichende" Korkschmecker unserem Serviceteam sofort auf. Rund 30% aller Flaschen präsentierten sich demnach nicht einwandfrei, hatten mehr oder weniger deutliche Korkschmecker oder erwiesen sich als müde, stumpf oder eben nur deutlich verhaltener als die jeweilige Zweit- oder Drittflasche. Bei einigen Weinen waren alle 3 Flaschen betroffen und selbst unter den schließlich ausgeschenkten Proben fanden sich welche, die manchen Teilnehmern von früheren Verkostungen erheblich besser in Erinnerung waren. Zwar kann im letzten Fall durchaus auch eine ungünstige Entwicklungsphase für den etwas gedämpften Geschmackseindruck verantwortlich sein, doch überall dort, wo deutliche Flaschenschwankungen auftraten, liegt auch bei nicht eindeutig korkkranken Weinen der Verdacht einer Beeinflussung durch den Verschluss nahe. Leider stellt sich angesichts einer solch hohen Anzahl betroffener Flaschen die Frage, wie zuverlässig eine Beurteilung von Weinen noch sein kann, wenn der Verschluss ein derart hohes Risiko birgt das Ergebnis zu verfälschen. Wieviele Weine werden wohl jährlich zu unrecht schlecht beurteilt weil ein fehlerhafter Korken das Ergebnis verfälscht?

Man reagiert ja schon bald hysterisch: bei einem Wein in der Probe, der wieder einmal so gar nicht nach einem der besten Rieslinge der Welt schmecken wollte, wurde - auch von mir - ohne Kenntnis des Produzenten auf "schleichenden" Kork getippt. Immerhin stellten wir fest, dass auch die Konterproben nicht anders schmeckten. Das wäre auch schwer zu erklären gewesen. Es war der einzige Wein mit Schraubverschluss.

Die Probe fand am 12. Dezember 2003 in den Präsentationsräumen des Weinguts Ebling-Windisch im rheinhessischen Wallertheim statt. Alle Weine wurden vor der Probe dekantiert und aus neutralen Karaffen ausgeschenkt. Stets wurden so ein deutscher und ein österreichischer Riesling parallel blind probiert. Die Wertungen und Beschreibungen stammen von mir selbst, eine Jurywertung wurde nicht ermittelt. Weine mit drei Korkschmeckern und solche, die erhebliche Zweifel am Zustand der Proben aufkommen ließen, werden nicht aufgeführt. Dem eher sportlichen Charakter der Probe folgend, habe ich auf die Angabe exakter Punktwerte verzichtet.

Die ganz Großen (95-100)
Bassermann-Jordan Forster Kirchenstück Riesling Spätlese trocken Großes Gewächs 2002
Atemberaubender, komplexer Duft nach Tabak und Steinobst mit enormer, packender Mineralik. Auch im Mund vielschichtig und packend, mit enormer Kraft und dennoch elegant, rassig, abgrundtief und von betörender Nachhaltigkeit, intensive, tabakige Mineralität, perfekte Balance, großartige Länge. Ein Meisterwerk.*****
Bründlmayer Riesling Heiligenstein Lyra 2002
Sehr tief und unglaublich dicht in der Nase, vielschichtig, dabei ganz kühl und mineralisch, mit betörenden Steinobstaromen. Konzentrierte, extrem verschlossen wirkende Frucht, massive Mineralität, umwerfende Kraft und Tiefe, packend am Gaumen, komplex und ewig lang. Ein Wahnsinnswein, der Jahre reifen muss um ganz zu zeigen, was er kann.*****
Keller Westhofener Morstein Riesling Großes Gewächs 2002
Abgrundtief in der Nase, hefige Noten, viel reife Steinobst- und Zitrusfrucht und phantastische Mineralik. Explosive Frucht im Mund, dicht, saftig und kraftvoll, besitzt Tiefe und Rasse, auch am Gaumen eine grandiose Mineralität, perfekte, ungeheuer animierende Säure, betörend expressiver Stil, beeindruckende Länge. Herrlich!*****
Künstler Hochheimer Hölle Riesling Auslese trocken Goldkapsel 2002
Prahctvoller, unglaublich tiefer und packender Duft nach Mineralien, Steinobst und kandierten Zitrusfrüchten. Mächtig am Gaumen, wahnsinnig tief und präsent, dabei straff gewirkt und fein, grandiose Struktur, gewaltig, ganz dem Terroir verpflichtet, vermittelt einem den Eindruck von Vollkommenheit, der Abgang macht sprachlos. Für einem großen Teil der Teilnehmer der beste Wein des Abends.*****
Loimer Riesling Steinmassl 2002
Prachtvoller, abgrundtiefer, sehr mineralischer Duft nach Sternfrucht, Steinobst und exotischen Früchten. Kühl und sehr dicht im Mund, saftig und doch knochentrocken, reife Säure, tiefgründig und sehr kräftig am Gaumen, tabakige Mineralität, seidige Textur, große Länge.*****
Weingut Martin Nigl Riesling Reserve 2002
Sehr kühler und extrem mineralischer Duft mit Tabaks- und Pfirsichnoten. Sehr lebhaft im Mund, saftig und dicht, tiefgründig, extraktsüß und mit reifer Säure, viel Schmelz am Gaumen, wieder tabakig, noch jung, große Länge. Hat viel Zeit.*****
Infos zum Erzeuger (Weingut Martin Nigl)
Pichler, F.X. Riesling Smaragd Unendlich 2002
Verwirrend tiefe, tabakige und extrem mineralische Nase nach hochreifem Steinobst, vielschichtig und betörend. Unglaublich mächtig und tiefgründig im Mund, reichhaltig und dabei hochfein und rassig, große Tiefe und extrem präsente, tabakige Mineralität, vielschichtig, noch ganz jung, enorme Länge. Ein Traumwein.*****
Pichler, F.X. Riesling Smaragd Kellerberg 2002
Sehr frischer, präsenter Duft nach Äpfeln und Pfirsichen nit hochfeinem mineralischem Spiel. Saftig, dicht und rassig im Mund, mächtiger Körper, von großartiger Säure durchogen, vielschichtig, sehr tief und unheimlich präsent am Gaumen, ganz große Länge.*****
Pichler, Rudi Riesling Smaragd Achleiten 2002
Intensiver, sehr jugendlicher Duft, tiefgrundig, mit einem betörenden Spiel zwischen Mineralität und Frucht. Glasklar und ausgesprochen straff gewirkt, tiefgründig und rassig, feine Säure, am Gaumen auch dunkle Beeren und viel Tabak, kraftvoll, dicht und tief, die Lage ist blind zu erkennen, große Länge. Ein herrlicher Wein.*****
Weingut Prager Riesling Smaragd Wachstum Bodenstein 2002
Extrem dicht, tief und mächtig in der Nase, enorme, tabakige Mineralität und feinste Kräuter. Sehr kühl im Mund, konzentriert und dicht gewirkt, perfekte Säure, alles beherrschende Mineralik, ungeheuer feste, archaische Struktur, zupackend, große Länge. Muss reifen.*****
Infos zum Erzeuger (Weingut Prager)
Rebholz Birkweiler Kastanienbusch Riesling Großes Gewächs 2002
Im Duft tiefe, rauchige, tabakige Mineralik und feine Pfirsicharomen. Klar und saftig im Mund, nicht ganz trocken wirkende Frucht, feine, reife Säure, sehr griffige Mineralik, kraftvoll und sehr nachhaltig, Tabaksnoten, wirkt ziemlich unentwickelt, perfekt balanciert, sehr langer, fruchtiger Abgang.*****
Schönleber Monzinger Halenberg Riesling Auslese trocken 2002
Reintöniger, noch leicht hefiger Pfirsich-Aprikosenduft mit mineralischem Spiel. Auch im Mund glasklar und ungemein saftig, sehr feine, lebendige Säure, tiefe und zugleich spielerische Mineralität, griffig, ausgezeichnet strukturiert, bei aller Kraft eher elegant, sehr lang.*****
Wittmann Westhofener Morstein Riesling Großes Gewächs 2002
Tiefgründig und ungemein rassig in der Nase, enorme, tabakige Mineralität, kandierte Zitrusfrüchte und Steinobst. Straff und saftig im Mund, lebendige, reife Säure, tiefgründig, kraftvoll und packend, noch ganz jung, mineralisches Fundament, vielschichtig, extrem nachhaltig, perfekt balanciert, unglaubliche Länge. Ein seltenes Meisterwerk. Muss reifen. *****
Wittmann Westhofener Kirchspiel Riesling Großes Gewächs 2002
Tiefgründiger, ganz straff gewirkter Steinobst-Zitrusduft mit packender Mineralik. Enorme Frucht und umwerfende Konzentration im Mund, grandiose Säure, fürchterlich tief, rassig, von eherner Struktur, noch kühl, dabei perfekt balanciert, unglaubliche Länge. Ein Geniestreich.*****

Die Hervorragenden (90-94)
Alzinger Riesling Smaragd Loibenberg 2002
Leicht dropsiger Duft mit tiefer, leicht rauchiger Mineralik und exotischen Fruchtnoten. Klar und saftig im Mund, wirkt unentwickelt, mineralische Struktur und feine Säure, dicht gewirkt, viel Fett, langer Nachhall. Muss noch etwas reifen.****
Angerer Riesling Donatus 2002
Tiefer Steinobstduft mit floralen und schwarzbeerigen Aromen sowie sehr präsenter, griffig-würziger Mineralik. Sehr saftig und kräftig im Mund, wieder viel würzige Mineralität, besitzt Tiefe und große Rasse, trotz der Kraft, ganz trockener Stil sehr lang. Zeigt klar seine Herkunft.****
Battenfeld-Spanier Frauenberg Riesling 2002
Tiefer Duft nach hochreifem und teils kandiertem Steinobst und etwas Apfel mit intensiver Mineralität. Ausgesprochen fruchtig im Mund, mit Schmelz und feiner Säure, tiefgründige, mineralische Struktur, viel Druck und Kraft, nachhaltig, große Länge.****
Dönnhoff Niederhäuser Herrmannshöhle Riesling Spätlese trocken 2002
Intensiv und tief in der Nase, rassig, ausgesprochen mineralisch, sehr feine Pfirsicharomen, Ananas und florale Noten. Dicht und feinsaftig im Mundlebendige Säure, packende Mineralität am Gaumen, besitzt trotz des eher leichten Körpers Kraft und Tiefe, vielschichtig, große Präsenz, hat Biss und Länge.****
Hirzberger Riesling Smaragd Singerriedel 2002
Tiefer, kühler Duft mit rauchiger Mineralität und intensiven Tabaksnoten. Saftig und würzig im Mund, reif, dicht gewirkt und griffig, mittelkräftig, exzellente Struktur, am Gaumen wieder Tabak, noch jung, perfekte Balance, große Länge. Ein Klassiker.****
Keller Riesling G-Max 2002
Sehr zurückhaltend, aber auch sehr tief in der Nase, extrem mineralisch, wirkt völlig verschlossen. Recht saftig im Mund, kraftvoll, mit bfeiner, reifer Säure, sehr nachhaltig am Gaumen, mit viel Biss und tief gestaffelter Mineralik, feine, reife Säure, sehr nachhaltig, aber völlig unentwickelt, zeigt kaum, was er kann, lang.****
Künstler Hochheimer Stielweg Riesling Spätlese trocken Alte Reben 2002
Im Duft Steinobst, kandierte Zitrusfrüchte und Mineralien mit deutlich hefigen Noten. Glasklare, saftige Pfirsichfrucht mit feiner und doch pikanter Säure, sehr straff gewirkt, tiefe, tabakige Mineralik, große Rasse, noch ganz jung, große Länge. Braucht viel Zeit.****
Laible Durbacher Plauelrain Rieslin Spätlese trocken Achat 2002
Präsenter und tiefer Duft nach Pfirsichen und Birnen mit feiner mineralischer Würze und etwas Tabak. Sehr klar und saftig im Mund, kräuterige Würze, präsente Mineralität, besitzt Struktur und Dichte, nachhaltig, ausgezeichnet balanciert, wieder leichte Tabaksnoten, langer Abgang.****
Leitz Rüdesheimer Berg Rottland Riesling Spätlese trocken 2002
Viel Pfirsich in der Nase, ganz zart laktische Nuancen, etwas Wachs und Mineralien. Saftig und würzig im Mund, wieder Pfirsich und Botrytisnoten, feste Mineralität, kraftvoll, satt und reif, sehr langer, mineralischer Abgang.****
Pichler, F.X. Riesling Smaragd Loibner Berg 2002
Tiefer, kühler und noch leicht hefiger Duft nach Pfirsichen mit feingliedriger mineralischer Würze. Süßliche und sehr präsente Frucht, noch jung, mit lebendiger Kohlensäure, gewinnt an der Luft schnell an Rasse und Tiefe, mineralisches Rückgrat, Zitrus- und Pfirsicharomen, sehr langer Abgang.****

Die Ausgezeichneten (85-89)
Christmann Königsbacher Idig Riesling Spätlese trocken Großes Gewächs 2002
Sehr frisch in der Nase, nach Pfirsichen, Zitrusfrüchten, einer Spur Honig und Mineralien. Saftig im Mund, mit lebendiger Säure und feinherben Noten, mineralisch und fruchtig am Gaumen, ein wenig Tabak und andere pflanzliche Aromen, aber auch deutlich spürbarer Alkohol, derzeit nicht ideal balanciert, guter Abgang.***
Diel Dorsheimer Goldloch Riesling Selection 2002
Leicht floraler Duft mit Pfirsicharomen, etwas Cassis und kühler Mineralität. Recht weiche Frucht, nicht ganz trocken, feine Säure, im Hintergrund mineralische Würze, es fehlt etwas der Biss, ordentlicher bis guter Abgang.***
Knoll Riesling Smaragd Schütt 2002
Floral und sehr mineralisch in der Nase, nach Weihrauch, Hefe, hochreifem Steinobst und Honigmelonen. Wirkt verschlossen im Mund, mit Kraft und viel Fett, jedoch im Augenblick wenig Spiel, sehr mineralisch am Gaumen, kompakt, gute Länge. Muss unbedingt reifen und legt vermutlich noch zu.***
Knoll Riesling Smaragd Vinothekenfüllung 2002
Deutliche Gelägernoten in der Nase, florale Aromen, Mineralien und Pfirsich. Klar und feinsaftig im Mund, recht moderate Säure, zarte Restsüße, am Gaumen pflanzliche Spuren, eher verhaltene Mineralität, harmonisch, aber keineswegs in gewohnter Form, guter Abgang.***
Weingut Prager Riesling Smaragd Achleiten 2002
Schöner, reifer Pfirsich-Aprikosenduft mit leicht tabakiger Mineralität. Im Mund viel Schmelz, lebendige, feine Säure, leicht mineralisch, kraftvoll, aber sehr in sich zurückgezogen, eine Spur Gerbstoff, guter Abgang. Braucht Zeit.***
Infos zum Erzeuger (Weingut Prager)
Schäfer-Fröhlich Monzinger Frühlingsplätzchen Riesling trocken Großes Gewächs 2002
Duft nach kandiertemn Zitrusfrüchten, Aprikosen und Mineralien. Im Mund saftig, mit reifer, präsenter Säure, dicht und nachhaltig am Gaumen, kräftig, feinherbe, griffige Mineralik, gute Tiefe und Länge, auch im Abgang viel Grip.***
Würtz 1 2002
Noch sehr jugendlicher Duft nach Äpfeln und Birnen mit mineralischen Spuren. Klare, äußerst trockene Frucht mit lebhafter Säure, gute Dichte und Struktur, mineralisch, ganz zarte Holznote, gute Länge.***

Die sehr Guten (80-84)
Böhmer Riesling Smaragd Kellerberg 2002
Pfirsich- und Zitrusduft mit kräuterigen Aromen und etwas Mineralik. Im Mund leicht süßliche Frucht, mit feiner, präsenter Säure, im Mund relativ weich, hat Kraft, der Alkohol ist leicht spürbar, pflanzliche Note im feinherben Abgang.**
Schloss Halbthurn Rheinriesling 2002
Deutliche Kandisnoten in der Nase, Zitrusfrüchte, Pfirsiche und Mineralien. Relativ saftige Frucht, würzig, mit griffiger Mineralität, viel Alkohol am Gaumen, ordentlicher, nicht allzu langer Abgang.**



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Marcus Hofschuster

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