Ab dem Jahrgang 2007 ist die Produktion des Oltrepò Pavese Metodo Classico, des Oltrepò Pavese Metodo Classico rosé (beide mit mindestens 70% Pinot nero), des Oltrepò Pavese Metodo Classico Pinot nero und des Oltrepò Pavese Metodo Classico Pinot nero rosé (beide mit mindestens 85% Pinot nero) zugelassen. Zu den Details befragte Katrin Walter (KW) am 25. Februar 2009 den Direktor des Konsortiums Oltrepò Pavese, Carlo Alberto Panont (AP).
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Carlo Alberto Panont
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KW: Laut der Produktionsregeln können nun die ersten der neuen DOCG-Schaumweine aus dem Oltrepò Pavese auf den Markt kommen. Da die Lagerung auf den Hefen mindestens 15 Monate ab dem 1.1. des Jahres nach der Ernte betragen muss, könnte doch ab dem 1. April 2009 degorgiert werden?
AP: Mit dem ausgezeichneten Jahrgang 2007 hat die Produktion des Metodo Classico Oltrepò Pavese DOCG begonnen. Die ersten Flaschen werden wir wohl nicht vor dem Ende des Jahres 2009 auf dem Markt sehen, da viele Winzer die Weine länger als die Mindestverweilzeit auf den Hefen lagern oder sogar einen Millesimato (Jahrgangssekt) erwägen.
KW: Man bezeichnet Sie auch als den „DOCG-Macher“, denn Sie haben in der Lombardei bereits drei DOCG geschaffen, davon zwei für Schaumwein in klassischer Flaschengärung: Franciacorta und nun Metodo Classico Oltrepò. Warum wird offenbar immer Herr Panont gerufen, wenn eine neue DOCG in der Lombardei ansteht?
AP: Ich denke, dass meine Anwesenheit in den Momenten der Umwandlung in eine Herkunftsbezeichnung DOCG, wie zum Beispiel beim Valtellina Sfursat, nur ein Zufall war. Was jedoch die Schaumweine angeht, verfolge ich eine präzise Strategie. Die Lombardei ist heute führend in der Produktion von Metodo Classico (Schaumwein in klassischer Flaschengärung) mit garantierter Herkunftsbezeichnung in Italien.
KW: Wie würden Sie jemandem, der sich im Dschungel der Schaumweine Italiens nicht so auskennt, den Unterschied zwischen Franciacorta und Oltrepò Pavese erklären?
AP: Bei beiden handelt sich um Flaschengärungen. Der Unterschied der beiden Gebiete ist die Traubenbasis: im ersten Fall Chardonnay, im zweiten Pinot nero (Spätburgunder). Des Weiteren existieren in beiden Produktionsgebieten geschützten Begriffe: in der Franciacorta ist es Satèn® (Blanc de Blanc, maximaler Druck 5 atm, nur in der Version Brut) und im Oltrepò Cruasé® für Rosè-Schaumwein auf Basis von Pinot nero.
KW: Welche Bedeutung hat der Pinot nero für das Oltrepò?
AP: Erstmal zum Oltrepò selbst: Vielen ist es noch unbekannt, doch es handelt sich um das drittgrößte Weinanbaugebiet in Italien mit zirka 500.000 Hektolitern Wein mit Herkunftsbezeichnung, zu denen noch mehr als 300.000 Hektoliter Provincia di Pavia IGT-Wein kommen. Zum Vergleich: im Chianti werden etwas über 820.000 Hektoliter produziert und in Asti knapp 600.000. Wir haben 13.400 Hektar mit Reben im Oltrepò, davon zirka 12.000 im Register der DOC beziehungsweise DOCG Oltrepò Pavese eingeschrieben. Pinot nero nimmt davon 22% ein.
In Italien schätzt man die Gesamtfläche des Spätburgunders im Moment auf zirka 4.000 Hektar, von denen sich zwei Drittel im Oltrepò befinden. Das Oltrepò ist damit das größte zusammenhängende Anbaugebiet für diese Rebsorte in Italien und reiht sich ein in die wichtigen Anbauflächen der Welt für Spätburgunder und die Gebiete, in denen Schaumwein aus der Pinot noir-Traube in weiß und rosé entstehen.
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Pinot Nero seit 1870 im Oltrepò und in den letzten Jahren viel erforscht und diskutiert, wie hier auf dem Pinot-Nero-Meeting 2006 in Casteggio
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KW: Wie viele Flaschen Oltrepò Pavese Metodo Classico DOCG werden auf den Markt kommen?
AP: Die Gesamtproduktion von Weinen aus Pinot Nero liegt im Moment bei 15 Millionen Flaschen im Jahr, davon sind 1,8 Millionen der Typologie „Metodo Classico“ vorbehalten. Das sind noch keine großen Menge, aber Weine für echte Liebhaber.
Wichtig wäre mir noch zu erwähnen, dass man in den nächsten drei Jahren, wegen der Umstellungszeit und dem Abverkauf der Produktionen mit langem Hefelager aus den Erntejahren bis 2007, auf dem Markt sowohl Oltrepò Pavese DOC Spumante, als auch Oltrepò Pavese Metodo Classico DOCG finden wird.
KW: Die Deutschen mögen ja Schaumwein sehr, wissen jedoch wenig um die feinen Unterschiede der verschiedenen Sekte aus Italien, kennen oft nur Prosecco oder Asti. Wie wollen Sie das ändern?
AP: Ja genau, in Italien werden zirka 300 Millionen Flaschen Spumante produziert. Also wir reden von Spumante, wenn der Druck in der Flasche über 3 bar liegt. Wir wollen uns jedoch von diesem Begriff entfernen und reden von Metodo classico, denn der Begriff Spumante ist bereits stark von den Weinen belegt, die nach dem Charmatverfahren produziert werden.
Die Produktion von Metodo Classico beschränkt sich in Italien hingegen auf vier konkrete DOC/G-Zonen, die alle exklusiv nur das Flaschengärverfahren zulassen: das sind Trento DOC Metodo Classico, Franciacorta DOCG, Alta Langa DOC und nun auch Oltrepò Pavese Metodo Classico DOCG. Diese werden oft mit den Spumanti verwechselt, die mit einfacheren und viel kürzeren Produktionsverfahren hergestellt werden. Aus diesem Grund finden Sie das Wort "Spumante" in keiner der Prestigezonen, die echte „Bollicine“ herstellen.
KW: Und was nun Deutschland betrifft …
AP: Der deutsche Markt ist uns sehr wichtig. Darum haben wir unsere Website ins Deutsche übersetzen lassen – sie geht dieser Tage online –, und wir planen weitere Maßnahmen, um die noch eher unbekannten Produkte aus dem Oltrepò bekannter zu machen.
Wir sind sehr stolz, dass im Weinführer Wein-Plus viele Weine mit ausgezeichneten Ergebnissen in der Verkostung abgeschlossen haben, ganz im Gegenteil zu den Führern in Italien, die das Potenzial unserer Weine noch nicht so recht erkannt haben.
KW: Und wo kann man diese Weine in Deutschland finden?
AP: Wir, das Konsortium zum Schutz der Weine des Oltrepò Pavese, sind auf der ProWein 2009 und hoffen, dass man uns zahlreich besuchen kommt, um sich selbst ein Bild zu machen. Ich denke, unsere Qualitätsmaßstäbe sind so hoch, dass wir ohne weiteres mit anderen mithalten können und würden dies gern allen Interessierten demonstrieren, die uns am Stand 3A153 besuchen kommen.
KW: Wir wünschen Ihnen viel Erfolg dafür und bedanken uns sehr für das Gespräch.
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