Ein letztes Wort
Ruhe
strahltest Du meistens aus
nur um Dich war es
selten ruhig, denn
Rasten war dann doch nicht
so Dein Ding.
Die ganze Welt schien Dein
Daheim zu sein und diese
Welt war anspruchsvoll wie eine italienische
Ehefrau, wollte aufgesucht und
gehätschelt werden, aber Du warst
ja gut zu Fuß.
Rüdesheim am Rhein wird es Dir
nicht übel nehmen, Du gabst
ihm wohl mehr als
umgekehrt.
So wie den Meisten, die das
Glück hatten, Dich zu kennen, mit
Dir arbeiteten
tranken,
philosophierten
lachten.
Jetzt hast Du sie allein gelassen.
So wenig
Zeit.
Du hättest Dich ja wenigstens
verabschieden können, aber
so warst Du eben: kaum hier, schon
wieder weg, immer auf
dem Sprung
Jetzt wo Du in den ewigen
Weinkeller eingezogen
bist, kriegen die da oben
immerhin was ordentliches zu
Trinken.
Ob Engel trockenen Riesling mögen?
Sie werden sich schnell daran
gewöhnen, da bin ich mir
ganz sicher.
Ich hoffe, Du denkst auch mal an
uns, dort oben, nur hin und wieder, so
zwischen erstem Abstich und
Flaschenfüllung, denn es ist
ja nicht nur Dein Wein, der uns
hier unten fehlen wird.
Die Welt verliert einen ihrer ganz
großen Weinmacher.
Viele von uns verlieren
einen Freund.