Der „Ball des Weines“ verhilft seit 2001 dem deutschen Wein zu ein wenig mehr Glamour. Der kommende Ball am 25. April 2009 steht, zum 20. Jahrestag des Mauerfalls, unter dem Motto „Die Freiheit zu genießen“. Die Gäste im Kurhaus Wiesbaden erwarten kulinarische Überraschungen, ein Showprogramm und etwa 80 verschiedene Weine und Sekte. Wein-Plus-Autor Uwe Kauss hat mit dem langjährigen VdP-Vorsitzenden und Organisator Michael Prinz zu Salm-Salm über Perspektiven, Promis und Programm des kommenden Balls gesprochen.
Wein-Plus: Prinz Salm, was ist das Besondere am Ball des Weines, das ihn von anderen Bällen unterscheidet?
Prinz Salm: Beim Ball des Weines ist das Besondere, dass der Gast ein in jeder Hinsicht sehr hohes Niveau geboten bekommt und nicht das Gefühl hat, es werde ihm das Geld aus der Tasche gezogen. Bei vielen Bällen mit durchaus hohen Eintrittspreisen kostet dieses extra, jenes extra. Das ist aber nicht unser Anspruch. Im Eintrittspreis sind das Programm, alle rund 80 Weine sowie alle kulinarischen und musikalischen Angebote inklusive, so dass jeder Gast alles ganz unbeschwert probieren und genießen kann.
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Zusammen mit Künstler Michael Apitz (links) bei Ball des Weines 2008: Michael Prinz zu Salm-Salm (rechts)
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Wein-Plus: Wie lässt sich die Atmosphäre beschreiben, die die Gäste am 25. April 2009 im Wiesbadener Kurhaus erwartet?
Prinz Salm: Es ist eine ungezwungene, sehr offene, lockere und trotzdem feierliche Atmosphäre, bei der jeder mit jedem ins Gespräch kommen kann. Wein macht Freundschaften! Ich habe bei bislang jedem Ball viele gute Gespräche geführt mit Menschen, dich ich bis dahin nicht kannte. Der Rahmen ist zudem so gestaltet, dass für jeden Geschmack etwas dabei ist – ob beim Wein, beim Essen oder der Musik. Als wir 2007 das Thema „Luftbrücke“ als Motto hatten, gab es ganz passend auch Currywurst. Nebenan wurden asiatische Küche und edelsüße Weine serviert oder auch eine dicke Zigarre, köstliche Schokolade und Kaffee. Das wird im kommenden Jahr nicht anders werden.
Wein-Plus: Was werden die Highlights im kommenden Jahr sein?
Prinz Salm: 2009 sind wir im 20. Jahr nach dem Mauerfall. Daher werden die deutsche Einheit, der Mauerfall und die Wiedervereinigung eine zentrale Rolle spielen. Das Motto lautet „Die Freiheit zu genießen“. Wenn ich verrate, dass bereits der Ex-Außenminister Joschka Fischer zugesagt hat, dann kann man sich vorstellen, in welche Richtung wir denken. Der Wein aus Sachsen, von Elbe und Saale-Unstrut wird eine wichtige Rolle spielen. Die Popband „Die Prinzen“ werden auftreten, vor dem Kurhaus gibt’s einen Trabbi-Corso, außerdem Spreewaldgurken und das Ampelmännchen.
Wein-Plus: Wie ist der Abend geplant?
Prinz Salm: Der Ballsaal ist zunächst für die Gäste des mehrgängigen Galadiners reserviert, zu dem auch besondere VdP-Weine serviert werden. Während des Diners können die Flanierenden den zweiten Tanzsaal nutzen, können zwischen den anderen Sälen auf der Flaniermeile umhergehen und das gesamte Ambiente erleben, die vielen Weine, die kulinarische Angebote der Spitzenköche der „Jeunes Restaurateurs d’Europe“. Wenn das Galadiner beendet ist, öffnen sich die Türen, und nun können sich die Gäste vermischen. So hat jeder mit jedem Berührung. Wer im Ballsaal war, kann hinausgehen, mit anderen flanieren, und wer Flanierkarten hat, kann in den Ballsaal kommen, das Showprogramm erleben.
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Der Ballsaal im Wiesbadener Kurhaus
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Wein-Plus: Wo kommen die ausgeschenkten Weine her?
Prinz Salm: Winzer können sich mit einzelnen Weinen zu den kulinarischen Themen bewerben, die wir verkosten und entsprechend auswählen. Für die einzelnen Weingüter ist das ja auch eine besonders schöne Form der Selbstdarstellung. Beim vergangenen Ball konnten die Gäste etwa 80 verschiedene Weine, Süßweine und Sekte probieren. So zeigt er die Vielfalt und den Facettenreichtums des deutschen Spitzenweins. Jeder Gast hat so die Möglichkeit, in diesem schönen, entspannten Umfeld neue Entdeckungen zu machen.
Wein-Plus: Werden nur deutsche Weine ausgeschenkt?
Prinz Salm: Das war die ursprüngliche Idee, aber wir stehen ja für Offenheit, für Internationalität und so schenken wir beispielsweise auch einige französische und österreichische Weine aus. Aber die deutschen Weine stehen im Vordergrund.
Wein-Plus: Wie viele Flaschen werden denn an so einem Abend geöffnet?
Prinz Salm: Das kann ich nur schätzen. Wir haben etwa 1200 Gäste, und die meisten kommen und gehen mit dem Taxi, zu Fuß oder mit anderen Beförderungsmitteln. Ich denke, dass etwa ebenso viele Flaschen Wein geöffnet werden. Ein besonderer Aspekt ist, dass die Kinder der Winzer und Helfer aus den Betrieben die Gäste bedienen. Wir wollen, dass sachkundige Menschen Auskunft zu den Weinen geben können. Meine Kinder waren bislang bei jedem Ball dabei. Das ist für sie aufregend und wunderschön.
Wein-Plus: Wie haben Sie persönlich die Entwicklung des Balls erlebt?
Prinz Salm: Die ersten Jahre im Schloss in Mainz waren für mich geprägt von einer großen Aufregung. In den ersten drei Jahren haben wir als VdP das Fest komplett alleine gestemmt, also geplant, organisiert und uns um jedes Detail gekümmert. Da war ich meist so nervös, dass ich es kaum genießen konnte. In Wiesbaden haben wir erstmals mit einer Eventagentur zusammen gearbeitet, die sich um die Organisation gekümmert hat. Da waren wir von der praktischen Seite entlastet, obwohl auch so noch genügend Arbeit übrig blieb, vor allem rund um den Wein.
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Immer in der ersten Reihe beim Ball des Weines: Die Weine des VDP
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Wein-Plus: Was waren Ihre persönlichen Highlights bisher?
Prinz Salm: 2002 haben wir den Ball des Weins gefeiert, sieben Monate nach dem Attentat vom 11.September. Damals war ja eine deutsche Winzerdelegation in New York. Beim Anschlag kam Christian Adams im World Trade Center ums Leben, damals Direktor des Deutschen Weininstituts. Am Tag zuvor habe ich noch mit ihm Wein präsentiert. Nach den Ereignissen kamen Winzer auf die Idee, zum Gedenken eine Hilfsorganisation mit dem Namen „Wine saves Life e.V.“ zu gründen. Sie hilft in Not geratenen Kindern. 2002 haben wir zum ersten Mal eine Tombola zu diesem Zweck organisiert. Es kam ein namhafter Betrag zusammen. Das hat mich sehr gefreut.
Außerdem sind ganz besondere Künstler aufgetreten, etwa der Keyboarder Chuck Leavell, der sonst für die Rolling Stones spielt. Der ist ein alter Freund von mir und hat Songs am Piano dargeboten. Er hat eine tolle Ausstrahlung, hat Feuer in sich und das hat er dem Publikum weitergegeben. Johannes Heesters ist 2006 aufgetreten. Es war einfach wunderbar zu sehen, welche Freude am Leben er mit über 100 Lebensjahren ausdrückt und so ein ganzes Jahrhundert widerspiegelt. Das Publikum hat ihm minutenlang stehend applaudiert.
Wein-Plus: Fehlt dem deutschen Wein ein wenig der Glamour, etwa der französischer Chateaux?
Prinz Salm: Das stimmt. Das wir einer der Gedanken der jungen Winzer, die zur Gründung des Balls geführt haben. Mir persönlich ist es aber ein besonderes Anliegen, dass es nicht um diese Art von Glitzer und Glamour geht, die keinen echten Wert verkörpert, sondern letztlich nur Belangloses und Wichtigtuerei, der nur Sternchen statt Sterne bietet. Wir strengen uns sehr an, dass der Ball trotz allem Glanz nicht hohl wird, sondern Substanz und Qualität bietet: Bei den Weinen, den Speisen, der Unterhaltung, beim Programm, bei den Menschen. Die Substanz des Programms ist uns wichtiger als in Boulevard- und Fashionblättern vorzukommen. In der Welt der gesellschaftlichen Elite gilt der Ball mittlerweile als Geheimtipp – und da passt er für mich gut hin.
Wein-Plus: Es gibt einige Bälle in der Region, die als Pflichtveranstaltung für viele wichtige Menschen gelten – etwa der Opernball oder der Sportpresseball. Wo steht da der Ball des Weines?
Prinz Salm: Sicher gibt es Ereignisse, zu denen muss man hingehen, weil man dort gesehen werden will. Wenn man nicht hingeht, ist man niemand. Das wollen wir nicht. Wir wollen keinen Ball, zu dem man hingeht, damit man gesehen wird. Wir wollen Gäste, die deswegen kommen, weil es ihnen Freude macht, und weil sie sich freuen, etwas Wertiges zu genießen. Hätten wir nur den Glamour oder den Gewinn als Maßstab gesetzt, würde der Ball vielleicht heute in München oder Düsseldorf stattfinden. Anfragen dazu hatten wir jedenfalls in den vergangenen Jahren. Doch genau das wollen wir ja nicht.
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Feine Küche ist garantiert
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Wein-Plus: Woher kommen die Gäste?
Prinz Salm: Zwischen fünf und zehn Prozent unserer Gäste stammt aus dem Umfeld der Winzer. Der Rest kommt aber nicht nur aus dem Rhein-Main-Gebiet. Wir haben Gäste aus Übersee, etwa aus USA und Japan aus England, Frankreich und Österreich. Andere reisen extra aus München, Hamburg oder dem Ruhrgebiet an.
Wein-Plus: Wie groß ist die Chance für Interessierte, Karten zu bekommen?
Prinz Salm: Das große Problem für uns ist, ausreichend Plätze für das Galadiner anbieten zu können. Dort ist der Platz einfach limitiert, schon jetzt sind die Tischreihen sehr eng gestellt. Da muss man sich sputen. Wenn man oben im Rang sitzen will, wo der Blick auf die Tanzfläche etwas eingeschränkt ist, kommt man wohl auch im neuen Jahr noch zum Zuge. Bei den Flanierkarten sind wir recht frei, da können Interessierte auch im Februar oder März noch buchen.
Wein-Plus: Warum sollte man als Weinfreund hingehen?
Prinz Salm: Wenn man Spaß an Kultur hat, an guter Musik, das Auge gern schweifen lässt, oder wenn man gerne tanzt, oder gerne gut isst, oder gerne Wein trinkt, oder Freude an der Begegnung mit Menschen hat – für den kann ich mir kaum einen schöneren Platz vorstellen als den Ball des Weines.
Der Ball des Weines findet am 25. April 2009 im Wiesbadener Kurhaus statt.
Tickets:
Flanierkarten:
Preis je Karte 148 Euro
Einlass und Eröffnung der Flaniermeile: 20:30 Uhr
Buchungen der Flanierkarten über 0611 - 17 29 78 - 0
Galakarten:
Preise je Karte in den Kategorien
Rot: 625 Euro
Grün: 390 Euro
Blau: 265 Euro
Hellblau: 195 Euro
Einlass 18:00 Uhr, Beginn Galadiner 19:00 Uhr
Bestellung über 0611 - 60 70 296