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Altweine
15.11.2008
Stern gegen Rodenstock
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Das in Hamburg erscheinende Magazin Stern schießt scharf gegen den Weinsammler Hardy Rodenstock. In einer soeben erschienenen Reportage versuchen die Stern-Redakteure zu belegen, dass Rodenstock Nachdrucke von Etiketten alter Weine in Auftrag gegeben hat.
In einem groß aufgemachten Artikel wird ein "Etikettenschwindel" bei Altweinen unterstellt. Der Weinsammler Hardy Rodenstock, der auch mit alten Flaschen handelte und immer wieder zu Raritätenverkostungen vor allem alter Bordeaux lud, soll zumindest in einem Falle einen Wein präsentiert haben, dessen Etikett nicht orginal war. Zeugenaussagen hätten ferner ergeben, so der Stern, dass Rodenstock jahrelang Etiketten habe nachdrucken lassen. Zwar wird der Vorwurf der Weinfälschung nicht explizit erhoben, doch dem Leser drängt sich die Ansicht auf, dass es bei Rodenstock nicht mit rechten Dingen zugegegangen sein könnte.
Es ist bereits die zweite große Attacke des Stern gegen den Bordeaux-Fan Rodenstock. Unabhängige Experten schätzen die Beweislage auch in diesem Fall als eher dünn ein; allein der Nachdruck von Etiketten sei schließlich noch nicht verwerflich.
Allerdings gibt es nach wie vor offene Fragen, die beispielsweise die Herkunft einiger alter Bordeaux betreffen. Noch immer werfen Kritiker Rodenstock vor, dass die Quelle einiger Flaschen aus dem 18. Jahrhundert - angeblich ein alter Keller in Paris, den Rodenstock nach eigenen Angaben nie gesehen hat - unklar ist. Ein US-amerikanischer Sammler (Wein-Plus berichtete) klagt überdies noch immer gegen den Deutschen, weil der ihm über Umwege gefälschte Flaschen verkauft haben soll. (WF)
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