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Italien
04.04.2008
Dünger und Salzsäure im Wein
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In Italien wurden offenbar gleich mehrere Weinskandale aufgedeckt, die in ihrem Ausmaß beinah an die berüchtigten Methanol-Panschereien vor 22 Jahren erinnern. Nicht weniger als 70 Millionen Liter italienischer Tropfen sollen Düngemittel und Salzsäure enthalten, während es beim Brunello di Montalcino um illegales Verschneiden im großen Stil geht.
Ganz und gar nicht passend zur gerade eröffneten Weinmesse Vinitaly in Verona erschüttern Weinskandale das Land. Wie das italienische Nachrichtenmagazin L'Espresso meldet, sollen polizeiliche Ermittlungen gegen rund 20 Winzer in verschiedenen Regionen vor allem Norditaliens laufen. Sie sollen zusammen etwa 70 Millionen Liter Wein in der Preisklasse zwischen 70 Cent und 2 Euro in Verkehr gebracht haben, der mit Krebs erregenden Fremdstoffen gepanscht wurde, darunter Düngemittel und Salzsäure. Damit sollten die Produktionskosten gesenkt werden. Ein beträchtlicher Teil dieser Weine dürfte bereits ausgeliefert, nicht wenige längst konsumiert worden sein.
Betroffen von Panschereien sind aber nicht nur einfache Landweine und drittklassige Erzeuger, sondern auch der legendäre Brunello di Montalcino - wenngleich hier die Vorwürfe nicht auf Salzsäure-Zusatz, sondern auf illegale Beimischung anderer Rebsorten als Sangiovese lauten. Nach Agenturmeldungen wird auch gegen international bekannte Produzenten wie Castello Banfi, Antinori und Frescobaldi ermittelt - bei Banfi beschlagnahmte die Staatsanwaltschaft Siena 600.000 Flaschen und sechs Weinberge. Offenbar versuchten einige Weingüter, ihren Brunello etwa durch den Zusatz von Merlot illegal süffiger und leichter zu machen. Italiens Landwirtschaftsminister Paolo De Castro warnte vor Panik. (WF/Agenturen)
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