Die oft auch kurz als Friaul bezeichnete Region (ital. Friuli-Venezia Giulia) mit der Hauptstadt Triest liegt im äußersten Nordosten
Italiens. Sie grenzt nördlich an
Österreich und östlich an
Slowenien. Das Gebiet war immer Grenzland mit wechselnder Herrschaft unter Rom, Byzanz, Venedig und Habsburger-Reich. 181 v. Chr. gründeten die Römer die Kolonie Aquilieia und brachten ihre Weinkultur mit. Sie fanden aber bereits einen von den
Kelten begründeten Weinbau vor und entwickelten ihn weiter, wovon viele archäologische Funde bezeugen. Julius Cäsar (100-44 v. Chr.) weitete dann die Herrschaft aus, auf ihn geht auch der Name Julisch (Giulia) zurück. Im Jahre 53 v. Chr. wurde von ihm die Stadt Forum Iulii (Marktplatz des Julius) gegründet (das heutige Cividale), aus dem dann im Laufe der Zeit Friuli entstand. Der griechische Autor
Strabo (63 v. bis 28 n. Chr.) berichtet, dass die fruchtbare Ebene mit der Stadt Aquileia Weine in Hülle und Fülle erzeugte, sodass die benachbarten Völker (Karnier, Japyder, Pannonier und Illyrer) zum Einkauf kamen.
Der bekannte römische Autor
Plinius der Ältere (23-79) berichtet über den antiken Wein
Pucinum, der sogar an den Hof des Kaisers Augustus (63. v. Chr. bis 14 n. Chr.) geliefert wurde. Das heute noch bestehende Aquileia nahe der adriatischen Küste war nach Rom die zweitwichtigste Stadt des Reiches, denn von hier aus wurden alle Handelswege nach Norden kontrolliert. Im 15. Jahrhundert wurde von der damals mit ihren Galeeren das gesamte Mittelmeer beherrschenden Republik
Venedig der westliche Teil des großen Gebietes erobert, während der durch den Fluss Judrio getrennte östliche Teil um die heute slowenische Stadt Görz (Gorizia) lange unter habsburgischer Herrschaft stand. Diese Trennung hat sich im Weinbau bis heute ausgewirkt, es gibt einen eher von Rotwein-Sorten dominierten Westen und einen von Weißwein-Sorten geprägten Osten.
Die Weinberge umfassen 19.513 Hektar Rebfläche. Bis Mitte der 1960er-Jahre wurde in Friaul noch zu rund 80% Rotwein aus vorwiegend Merlot produziert. Durch Einführung moderner Methoden wie gekühlte Gärung hat sich die Region in nur einer Generation zum italienischen Weißwein-Zentrum entwickelt. Die körperreichen Weißweine gelten als die besten Italiens. Tausende Hektar Rebflächen mit einheimischen Sorten wurden gerodet und mit internationalen Sorten bestockt. Die mit Abstand häufigste Sorte ist aber nach wie vor die einheimische
Friulano (Tocai) gefolgt von Sauvignon Blanc, Chardonnay, Pinot Bianco, Riesling Italico, Riesling Renano, Traminer, Müller-Thurgau, Verduzzo, Ribolla Gialla und Malvasia. Bei den roten Rebsorten dominieren Merlot, Cabernet Sauvignon, Pinot Nero, Ribolla Nera (Schioppettino), Pignolo und
Refosco. In der Rebenzüchtung liegt Friaul an der Spitze, über die Hälfte der in Italien gepflanzten Jungreben stammt von hier. Rund 45% der Weinproduktion entfällt auf DOC-Weine. Ramandolo, ein Subbereich von Colli Orientali, erhielt 2001 als erster Wein Friauls die DOCG-Klassifikation. Die DOC/DOCG-Zonen:
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Carso
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Colli Orientali del Friuli
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Colli Orientali del Friuli Picolit (DOCG)
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Collio Goriziano
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Friuli Annia
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Friuli Aquileia
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Friuli Grave
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Friuli Isonzo
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Friuli Latisana
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Lison-Pramaggiore (auch Venetien)
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Ramandolo (DOCG)