Schneller Zugriff auf alle Seiten durch SeitenübersichtÜbersicht |  Mobil |  RSS |  Suche |  Hilfe |  Newsletter |  Impressum | Wine guide Italy Englisch
Bewertungsschema:
75-79: Ordentlich bis gut
80-84: Sehr gut
85-89: Ausgezeichnet
90-94: Hervorragend
95-99: Groß
100: Einzigartig

Dieses Bewertungssystem ist deutlich strenger als andere international verwendete 100-Punkte-Systeme.
Weitere Infos
Weinmarketing-Blog
Utz Graafmann bloggt
für Ihren Erfolg im Netz
Werbung:
Benutzer:   Kennwort:   Dauerhaft anmelden 
Kostenlos registrieren |  Kennwort vergessen? |  Hilfe
Mit der kostenlosen Registrierung nutzen Sie Wein-Plus effektiver, ohne Verpflichtungen und ohne versteckte Kosten! Der Inhalt wird nicht von Werbung verdeckt und es öffnen sich keine Werbefenster. Außerdem haben Sie viele zusätzliche Möglichkeiten, die sie als unangemeldeter Nutzer nicht sehen. Ihre Daten werden nicht an Dritte weitergegeben! Sie erhalten durch die Registrierung keine unverlangten E-Mails. Jetzt kostenlos bei Wein-Plus registrieren
Verkostungstelegramm
Alle verkosteten Weine aus Chianti DOCG per E-Mail? Aktivieren Sie hier Ihr Verkostungs- telegramm:
Jetzt aktivieren

Statistik
Verkostete Weine: 37

Wichtigste Rebsorten
Sangiovese
Merlot
Colorino
Canaiolo Nero
Trebbiano
Malvasia Nera
Grüner Veltliner
Ciliegiolo
Malvasia
Robola

Toskana

Der Bereich Chianti DOCG

Weine suchen
Suche in über 60.000 professionell verkosteten und beschriebenen Weinen
Name, Rebsorte oder Region:
 
Erzeuger suchen
Suchen in über 4.500 empfohlenen Erzeugern mit ausführlichen Portraits
Erzeugername (auch teilw.):
  Umgebungssuche
Namen-Suche in Weinregion
Namen-Suche in Verbänden
Alle Erzeuger im Bereich Chianti DOCG
Die besten Weine in Bereich Chianti DOCG
  Chianti DOCG    

DOCG für trockene Rotweine in der italienischen Region Toskana, die nach der Hügellandschaft zwischen Florenz und Siena benannt ist. Vermutlich ist die Bezeichnung aus dem Namen einer etruskischen Familie entstanden. Die erste Erwähnung eines Chianti-Weines stammt aus dem Jahre 1404, als ein gewisser Francesco Datini - ein Kaufmann aus Prato - in Vignamaggio einen Weißwein kaufte. Ursprünglich galt dies nur für die Gebiete um Radda, Gaiole und Castellina in der Provinz Siena im Süden des heutigen Chianti-Classico-Bereiches. Die Feudalherren des Chianti-Bundes besaßen dort schon im 13. Jahrhundert Weinberge. Über die Entstehung der alten Grenzen gibt es folgende schöne Legende aus dieser Zeit: Die verfeindeten Bürger der beiden Stadtstaaten Siena und Florenz wollten ihre ewigen Grenz-Streitigkeiten beenden und durch einen Wettkampf die Einfluss-Bereiche festlegen. Beim ersten Hahnenschrei sollten zwei Reiter - einer von Siena, einer von Florenz - aufbrechen. Wo sie aufeinandertreffen würden, sollte die endgültige Grenze sein. Die Sienesen besaßen einen weißen Hahn, den sie so sehr fütterten, dass dieser fett und faul wurde und lange schlief. Die Florentiner hingegen hatten einen schwarzen Hahn, den sie hungern ließen, sodass dieser sehr früh zu krähen begann. Deshalb konnte ihr Reiter viel früher starten und traf 15 Kilometer vor Siena beim Ort Fonterutoli auf seinen Gegner. Damit erhielt Florenz einen großen Teil des Chianti-Gebietes. Das heutige Wahrzeichen von Chianti-Classico ist Gallo nero (schwarzer Hahn) und erinnert an diese vielleicht nicht ganz wahrheitsgetreue, aber schöne Geschichte.

Ein roter Chianti wurde bereits im frühen Mittelalter produziert, die verwendeten Rebsorten haben sich aber ganz sicher geändert und wurden damals auch nicht so rigoros vorgegeben bzw. mangels Kontrolle auch nicht befolgt. Wahrscheinlich stellte jeder Winzer seinen Chianti gemäß den in seinem Weinberg vorhandenen Sorten her. Nach einer Dokumentation aus dem Jahre 1773 bestand der damalige Chianti zum großen Teil aus Canaiolo Nero mit kleineren Anteilen von Sangiovese, Mammolo und Marzemino, also durchwegs roten Sorten. Doch es werden auch die weißen Sorten „Tribbiano und San Colombano” erwähnt. Der legendäre Baron Bettino Ricasoli (1809-1880) führte ab 1850 zahlreiche Versuche durch, um ein optimales Rezept zu finden. In einem Brief aus dem Jahre 1872 fasste er das Ergebnis seiner jahrzehntelangen Experimente zusammen. Er empfahl Sangiovese als Hauptrebsorte (75%, für Bouquet und Kraft) und zur Milderung Canaiolo Nero (15%). Die weiße Malvasia del Chianti wurde für jung genussreife Weine als Zusatz vorgeschlagen, jedoch ausdrücklich für länger lagerfähige Weine davon abgeraten. Die weiße Sorte Trebbiano wurde in seinem Rezept überhaupt nicht berücksichtigt, sondern kam erst später dazu (bis 10%). Weiters waren auch noch andere Rebsorten (bis 5%) erlaubt. Aber noch bis Ende des 19. Jahrhunderts wurde von den meisten Winzern weiterhin das alte Rezept mit hohem Anteil an Canaiolo Nero verwendet, die Ricasoli-Empfehlungen setzten sich bei den traditionsbewussten Weingütern nur langsam durch.

Im Verlaufe der Jahrhunderte dehnten sich die Weinberge des Chianti-Bereiches in gewaltigem Umfang nach allen Richtungen aus. Dies erfolgte nach Norden bis über Greve und San Casciano, nach Osten durch die Florentiner Berge bis Arezzo, nach Süden bis weit hinaus über Siena und nach Westen bis Pisa ganz nahe der tyrrhenischen Küste. Das Großherzogtum Toskana unter Cosimo III. (1642-1723) aus dem Geschlecht der Medici definierte bereits im Jahre 1716 eine der ersten geschützten Ursprungs-Bezeichnungen für Weinbaugebiete. Dies betraf die Gebiete Carmignano, Chianti, Pomino und Val d’Arno di Sopra. Per Dekret wurden die Grenzen festgelegt und verboten, dass Weine aus anderen Bereichen so genannt werden. Das erscheint heute vielleicht als selbstverständlich, war aber zu dieser Zeit eine bahnbrechende Erneuerung. Das in der Zwischenzeit weiter gewachsene heutige Chianti-Gebiet ist aber kein geschlossener Bereich, sondern überschneidet sich mit vielen anderen DOC-Zonen, bzw. darf auch in anderen DOC-Zonen ein Chianti produziert werden. Dies sind unter anderem Carmignano, Montalcino, Montepulciano, Pomino, Val d’Arbia, Valdichiana und Vernaccia di San Gimignano.

Das heutige Chianti-Gebiet umfasst Rebflächen in den sechs Provinzen Arezzo, Florenz, Pisa, Pistoia, Prato und Siena mit rund 7.000 Produzenten in über 100 Gemeinden. Die Gesamt-Rebfläche des Chianti-Bereiches beträgt rund 24.000 Hektar, davon 7.000 Hektar für den als qualitativ besten geltenden Classico-Bereich. Darüber hinaus gibt es noch eine engere Ursprungs-Bezeichnung mit sieben Subzonen, die am Flaschen-Etikett angeführt werden dürfen. Dies sind Chianti Colli Aretini um Arezzo, Chianti Colli Fiorentini um Florenz, Chianti Colline Pisane um Pisa, Chianti Colli Senesi um Siena, Chianti Montalbano um Carmignano, Chianti Montespertoli (erst seit 1997) und Chianti Rufina um Pontassieve. Als die besten drei Gebiete gelten Rufina, Colli Senesi und Colli Fiorentini. Alle anderen Weine aus den Randzonen werden einfach als Chianti bezeichnet. Eine eigene DOCG-Zone seit dem Jahre 1996 ist der Kernbereich Chianti-Classico, wo die besten Chiantis wachsen. Beide erhielten 1967 die DOC- und 1984 die DOCG-Klassifikation.

Mitte des 20. Jahrhunderts wurde der Chianti zum Massenwein und in die typischen, mit Bast umwickelten als Fiasco bezeichneten Flaschen abgefüllt und in großen Mengen exportiert. Die DOC-Klassifizierung 1967 sah im Wesentlichen noch das Ricasoli-Rezept vor, in dem bis zu 30% weiße Sorten erlaubt waren. Auch der Ertrag von 80 hl/ha und der Mindest-Extraktgehalt war noch sehr großzügig. Im Jahre 1984 erhielt der Chianti den DOCG-Status, was mit großen Veränderungen verbunden war. Die zwei weißen Sorten Trebbiano Toscano und Malvasia waren nicht mehr zwingend vorgesehen, sondern wurden alternativ auf maximal 10% beim Chianti bzw. 6% beim Chianti Classico beschränkt. Außerdem wurde der Hektarertrag stark reduziert und das Alter der Rebstöcke für DOCG-Chiantis auf zumindest fünf Jahre festgelegt. Dadurch ergaben sich bedeutende Qualitäts-Verbesserungen, die sich vor allem auf die Lagerfähigkeit der Weine auswirkten. Weiters wurden bis zu 10% auch andere rote Rebsorten erlaubt, vor allem waren dies Cabernet Sauvignon, Merlot und Syrah. Zusätzlich wurde auch der Barrique-Ausbau gestattet, der aber noch zum Großteil mit wesentlich größeren Fässern erfolgt (bis 100 hl). Dadurch wandelte sich der herbe Stil des eher hellroten Chianti zu einem dunklen, tanninreichen und lagerfähigen Rotwein, der von Spitzen-Produzenten zu den besten Italiens gehört.

Im Jahre 1996 erfolgte eine Änderung der Bestimmungen mit unterschiedlichen Vorschriften für Chianti und Chianti-Classico. Für den Chianti sind die Vorgaben bezüglich Hektarertrag, Alkoholgehalt und Säuregrad per Subzone etwas unterschiedlich. Die Vermarktung darf grundsätzlich frühestens am 1. März des auf die Ernte folgenden Jahres erfolgen. Die Rebsortenmischung ist zumindest 75 bis 100% Sangiovese, maximal 10% Canaiolo Nero, maximal 10% andere zugelassene rote Rebsorten, sowie maximal 10% die weißen Sorten Trebbiano Toscano und/oder Malvasia. Der Höchstertrag beträgt 9.000 kg je Hektar für den normalen Chianti und 8.000 kg je Hektar für die sieben Subzonen. Die Restsüße darf maximal 4 g/l betragen. Der Mindest-Alkoholgehalt beträgt für den normalen Chianti und die Subzonen Colli Aretini, Colli Senesi, Colline Pisane und Montalbano 11,5% vol; für die Subzonen Colli Fiorentini, Rufina und Montespertoli sowie den Superiore 12% vol. Für den Riserva gelten ebenfalls 12% vol, sowie für sechs Subzonen außer Montespertoli 12,5% vol. Der Riserva muss zumindest zwei Jahre reifen, davon zumindest drei Monate in der Flasche. Im gesamten Chianti-Gebiet werden jährlich rund 100 Millionen Liter Wein produziert, der Anteil des Chianti Classico beträgt rund ein Viertel. Die früher im Chianti-Bereich weit verbreitete Technik des Governo wird nur mehr selten angewendet. Um die Möglichkeit zu geben, auch andere DOC-Weine zu erzeugen, wurden die zwei DOC-Bezeichnungen Colli dell’Etruria Centrale und Vin Santo del Chianti geschaffen.