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Wein-Infothek
Weinetiketten verstehen
Auf dem Weinetikett sind die Angaben aufgedruckt, die einen Wein
möglichst eindeutig kennzeichnen. Die folgenden Daten sind besonders
wichtig auf einem Etikett:
- Erzeuger
Der Erzeuger ist derjenige, der den Wein produziert hat.
- Abfüller
Der Erzeuger muss nicht unbedingt die notwendige Ausstattung haben, um
einen Wein auch in Flaschen abzufüllen. Sofern der Wein nicht vom
Erzeuger abgefüllt ist, wird der Abfüller zusätzlich zum Erzeuger
angegeben (meistens in kleiner Schrift).
- Anbauland
Das Land, aus dem der Wein kommt, z.B. Deutschland, Frankreich usw.
- Anbaugebiet
Eine nähere regionale Eingrenzung zur Herkunft des Weines. In
Deutschland sind das z.B. die 13 Anbaugebiete (Rheingau, Pfalz, ....).
In Frankreich, Italien und anderen Ländern ist mit den geschützten
Anbaugebieten (AOC, DOC, DOCG etc.) gleichzeitig ein bestimmter
Weintyp (Rebsorten, Ausbau etc.) festgelegt.
- Lage
Die engste Eingrenzung der Herkunft der Trauben. Eine Lagenangabe ist
nur in wenigen Bereichen üblich, z.B. in Deutschland oder im Burgund.
Eine Lage ist nur wenige ha groß, kann aber großen Einfluss auf den
Charakter eines Weines haben.
- Alkoholgehalt
Die Angabe des Alkoholgehaltes auf dem Etikett ist in allen Ländern
vorgeschrieben.
- Rebsorte(n)
Die Rebsorte(n), aus denen der Wein besteht, ist eine Angabe, die oft
ausdrücklich auf dem Etikett angegeben ist. Sehr gängig ist das z.B.
in Deutschland oder Österreich, aber auch z.B. in der Neuen Welt. In
anderen Ländern (Frankreich, Italien) ist die Rebsorte bzw. die
Rebsorten oft implizit durch das Anbaugebiet festgelegt. So darf ein
"Sancerre AOC" z.B. nur aus Sauvignon Blanc bestehen. Der
Sauvignon Blanc ist aber trotzdem nicht ausdrücklich auf dem Etikett
angegeben.
- Prädikate/Klassifizierungen
In den unterschiedlichen Anbauländern und Anbaugebieten gibt es
unterschiedlichste Prädikate und Klassifizierungen, mit denen der
Wein bezeichnet werden kann. In Deutschland und Österreich richtet
sich das Prädikat nach dem Mostgewicht des Weines. Die Prädikate
reichen von "Kabinett" über "Spätlese" bis hin
zu "Trockenbeerenauslese und "Eiswein". In anderen
Ländern gibt es Klassifizierungen, die vom Erzeuger (z.B. im
Bordeaux) oder von der Lage (z.B. im Burgund) abhängen. Die weltweit
am häufigsten verwendete Klassifizierung ist wohl
"Reserve". Die genauen Vorschriften unterscheiden sich von
Anbauland zu Anbauland. In der Regel handelt es sich aber um einen
Wein, der länger gelagert wurde, bevor er in den Verkauf kommt.
- Flascheninhalt
- Jahrgang
- Süßegrad
Hauptsächlich in Deutschland und Österreich gängig. Bei
deutschen Weinen bedeutet keine Angabe in der Regel, dass es sich um
einen süßen Wein handelt.
Nachfolgend drei Beispiele, die das verdeutlichen sollen:
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Dieser Wein stammt aus dem Bordeaux, was man aber nur daran
erkennen kann, dass als Anbaugebiet "Haut-Medoc"
angegeben ist. Dieses Anbaugebiet liegt im Bordeaux.
Der Text "Mis en Bouteille au Chateau" bedeutet
"abgefüllt auf dem Chateau", es handelt sich also um
eine Erzeugerabfüllung. |
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Neben den markierten Informationen wird hier durch die
Aufschrift "Im Barrique gereift" gekennzeichnet, dass
dieser Wein im Holzfass gereift ist. Die Aufschrift
"Erzeugerabfüllung" macht deutlich, dass der Wein auf
dem Gut abgefüllt wurde.
Eine Lagenangabe hat der Wein nicht, was in Deutschland relativ
selten ist.
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Dieser italienische Wein stammt aus der Region Franciacorta. Das
ist ein bestimmtes Anbaugebiet (DOC). Die Abkürzung V.Q.P.R.D.
steht für Qualitätswein aus bestimmten Anbaugebieten und wird
teilweise bei DOC-Weinen verwendet. |
Utz Graafmann
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