Die mit 8.335 km² größte Insel
Griechenlands (grch. Kriti) in der Länge von 260 und der Breite von 60 Kilometern liegt vor dem Südausgang des
Ägäischen Meeres. Von Westen nach Osten wird Kreta von einer Bergkette mit bis zu 3000 Metern Höhe durchzogen. Zwischen den Bergen gibt es fruchtbare Täler, weite Ebenen und Schluchten. Sie war in der Antike Mittelpunkt der kretisch-mykenischen Kultur, kam 67 v. Chr. in römischen Besitz und war danach unter oströmischer, arabischer, venezianischer und osmanischer Herrschaft. Erst im Jahre 1913 kam dann die Insel zu Griechenland. Es wird vermutet, dass sich auf Kreta die ersten kultivierten Weingärten des Mittelmeerraumes befanden, sie zählt aber ganz sicher zu den ältesten Weinbau-Kulturen. In der Nähe des Dorfes Archanes wurde bei Ausgrabungen in Vathipetro eine Weinpresse entdeckt, die aus 2000 v. Chr. stammt. Im Mittelalter hieß die Insel Candia, die süßen Weine aus
Malvasia und Muskateller wurden über die Hafenstadt
Monemvasia (Peloponnes) nach ganz Europa verschifft.
Die Rebflächen betragen heute etwa 50.000 Hektar, die vor allem im Norden der Insel liegen, wo das Gebirge vor den heißen Wüstenwinden Nordafrikas schützt. Zum großen Teil werden
Tafeltrauben und
Rosinen erzeugt, jedoch stammen von hier immerhin 20% des griechischen Weines. Es werden fast ausschließlich autochthone Rebsorten kultiviert, die wichtigsten sind
Kotsifali,
Liatiko,
Mandilaria,
Romeiko,
Thrapsathiri und
Vilana. Bis Mitte der 1970er-Jahre blieb die Insel von der
Reblaus verschont, die meisten Rebstöcke waren unveredelt. Dann schlug der Schädling auch hier zu und erforderte eine Umstellung auf Reben mit resistenten
Unterlagen. Es gibt vier Appellationen (OPAP), dies sind
Archanes (Rotwein),
Daphnes (Rotwein),
Peza (Rot- und Weißwein) und
Sitia (Rot- und Weißwein). Zu den bekanntesten Produzenten zählen Alexakis,
Boutari, Creta Olympias Winery, Digenakis, Douloufakis, Ekonomou, Lyrarakis, Minos Cretan Wines und Milliarakis.