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Die besten Weine in Uruguay

Die Anfänge des Weinbaus erfolgten hier später als in den anderen Ländern in Südamerika. Die ersten Weinstöcke wurden Mitte des 17. Jahrhunderts von Spanien eingeführt. Dokumentarisch belegt ist der Weinbau erst aus dem Jahre 1776. Das erste kommerziell betriebene Weingut wurde um das Jahr 1870 vom Spanier Pascal Harriague in der Nähe von Salto im gleichnamigen Distrikt gegründet, der die von baskischen Einwanderern mitgebrachte rote Rebsorte Tannat auf rund 200 Hektar anpflanzte. Deshalb wird sie nach ihm hier auch Harriague genannt. Heute gibt es in Uruguay über hundertjährige Tannat-Reben. Damals wurde auch noch in größerem Umfang Hybriden wie zum Beispiel die Isabella kultiviert, die heute aber nur mehr eine geringe Rolle spielen. Die Rotweinsorten machen rund 75% der Gesamtmenge aus, die wichtigsten sind Tannat (19%), Moscatel Hamburgo (16%), Merlot (9%), Cabernet Sauvignon (8%), Cabernet Franc, Barbera, Nebbiolo, Syrah und Isabella. Die wichtigsten der rund 25% Weißweinsorten sind Ugni Blanc (8%), Chardonnay (1,5), Viognier (0,4%), Sauvignon Blanc, Gewürztraminer, Pinot Gris, Chenin Blanc, Muscat Blanc, Riesling, Sémillon, Muscatel Ottonel und Torrontés. Der Anteil der Tafeltrauben an der Gesamttraubenmenge ist mit weniger als 4% sehr gering.

Im Jahre 1992 wurden fünf Weinbau-Zonen eingerichtet, die einfach als südliche, südwestliche, mittlere, nordwestliche und nördliche Region bezeichnet werden. Die Gesamtrebfläche beträgt rund 10.000 Hektar auf zumeist lockeren Sand- und Lehmböden. Diese werden von rund 270 Betrieben bewirtschaftet, die hauptsächlich seit mehreren Generationen im Familienbesitz italienischer oder spanischer Einwanderer sind. Rund 60% der Rebfläche sind im Süden des Landes am Mündungsgebiet des Rio de la Plata westlich von Montevideo in den Distrikten Canelones, San José und Montevideo zu finden. Kleinere Flächen gibt es auch in der heißeren Zone nördlich des Rio Negro. Es herrscht mediterranes bis subtropisches feuchtes Klima mit warmen Sommern und genügend Niederschlägen vor, das für den Weinbau sehr gut geeignet ist. Jährlich werden 90.000 bis 100.000 Hektoliter Wein erzeugt, der zum überwiegenden Teil im Land konsumiert wird. Nach Argentinien hat Uruguay den höchsten Prokopfverbrauch an Wein in Südamerika.

Im Jahre 1948 wurde die erste uruguayische Fachschule für Weinwirtschaft gegründet, die „Escuela de Vitivincultura“ in der Hauptstadt Montevideo. Das „Instituto Nacional de Vitivinicultura“ (INAVI) wurde von Winzern dann 1987 als private Behörde gegründet, die sich um die Förderung der Weinqualität bemüht. Diese übt auch Kontrollfunktionen aus. Exportweine werden chemisch und sensorisch durch das „Labaratorio Tecnológico del Uruguay“ (LATU) geprüft. Die Weine werden klassifiziert in Vinos de Mesa (Landweine) und Vinos Finos (Qualitätsweine). Zweitere sind auf dem Etikett mit „VCP“ (Vinos de Calidad Preferente) ausgezeichnet und dürfen nur in Flaschen mit 0,75 l oder weniger abgefüllt werden. Die Vorgaben sind zumindest 10,5% vol Alkoholgehalt, maximal 0,80 g/l Säuregehalt und maximal 200 mg/l Schwefel. Auf der Flaschenkapsel muss sich eine nummerierte Marke befinden, die von der INAVI ausgegeben wird. Auf dem Etikett kann fakultativ die Nennung des Jahrganges und der Rebsorte erfolgen, wobei die genannte Rebsorte entsprechend internationalem Standard zumindestens 85% der Gesamtmenge ausmachen muss. Sehr populär sind relativ dunkle Roséweine nach Art eines Clairet mit rund 20% der Produktion. Dabei werden traditionell Rotweintrauben (Torrontes, Moscatel Hamburgo, Isabella) und Weißweintrauben gemischt und gemeinsam verarbeitet.

Zu den bekanntesten und größten Produzenten zählen Ariano, Beretta, Bouza, Bruzzone & Sciutto, Carrau (bekannteste Marken sind Castel Pujol, Cerro Chapeu, beteiligt sind Freixenet und Jacques Lurton), Castillo Viejo, Dante Irurtia, Leonardo Falcone, Viñedos y Bodega Filgueira, Juanicó (Joint Venture mit Château Pape-Clément), Marichal, Pisano, Pizzorno, Plaza Vidiella, Rincón de Carrasco, Los Cerros de San Juan (Joint Venture mit LVMH), Stagnari, Juan Toscanini e Hijos, Viña Varela Zarranz und Vinos de La Cruz.