Schneller Zugriff auf alle Seiten durch SeitenübersichtSeitenübersicht |  Abo |  Mobil |  RSS |  Suche |  Hilfe |  Newsletter |  Impressum | Wine guide Englisch
Bewertungsschema:
75-79: Ordentlich bis gut
80-84: Sehr gut
85-89: Ausgezeichnet
90-94: Hervorragend
95-99: Groß
100: Einzigartig

Dieses Bewertungssystem ist deutlich strenger als andere international verwendete 100-Punkte-Systeme.
Weitere Infos
Werbung:
Werbung:
Benutzer:   Kennwort:   Dauerhaft anmelden 
Kostenlos registrieren | Kennwort vergessen? | Zum Abonnement | Hilfe
Mit der kostenlosen Registrierung nutzen Sie Wein-Plus effektiver, ohne Verpflichtungen und ohne versteckte Kosten! Der Inhalt wird nicht von Werbung verdeckt und es öffnen sich keine Werbefenster. Außerdem haben Sie viele zusätzliche Möglichkeiten, die sie als unangemeldeter Nutzer nicht sehen. Ihre Daten werden nicht an Dritte weitergegeben! Sie erhalten durch die Registrierung keine unverlangten E-Mails. Jetzt kostenlos bei Wein-Plus registrieren
Verkostungstelegramm
Alle verkosteten Weine aus Porto e Douro DOC per E-Mail? Aktivieren Sie hier Ihr Verkostungs- telegramm:
Jetzt aktivieren

Statistik
Verkostete Weine: 2

Douro

Der Bereich Porto e Douro DOC

Weine suchen
Suche in über 60.000 professionell verkosteten und beschriebenen Weinen
Name, Rebsorte oder Region:
 
Erzeuger suchen
Suchen in über 4.500 empfohlenen Erzeugern mit ausführlichen Portraits
Erzeugername (auch teilw.):
  Umgebungssuche
Namen-Suche in Weinregion
Namen-Suche in Verbänden
Alle Erzeuger im Bereich Porto e Douro DOC
Die besten Weine in Bereich Porto e Douro DOC
  Porto e Douro DOC    

Relativ süßer, alkoholverstärkter Dessertwein aus Portugal. An der Entstehung des wohl bekanntesten portugiesischen Weines waren maßgeblich die Engländer im Zusammenhang mit deren Handelskriegen mit Frankreich beteiligt. Im 17. Jahrhundert war eine Zeit lang der Import französischer Weine nach England verboten und danach mit hohen Zöllen belastet. Das führte zu einem Engpass in der Versorgung und die englischen Weinkaufleute nach Portugal. Im Jahre 1678 schickte ein Weinhändler aus Liverpool seine zwei Söhne nach Viano do Castello nahe der Stadt Porto, um Wein einzukaufen. In Lamego kamen sie in ein Kloster, wo ihnen der Abt einen Wein kredenzte, von dem sie begeistert waren. Der Geistliche verriet den beiden das Geheimnis, warum dieser Wein so angenehm süß und weich war, nämlich durch Aufgießen mit Branntwein während der Gärung. Daraufhin kauften die zwei den gesamten Vorrat auf, schickten die Ladung nach England und der Siegeszug des Portweins begann. Die Engländer waren begeistert vom damals so bezeichneten „roten Portugal“ und genossen ihn reichlich, um sich im kalten Winter aufzuwärmen. Der damalige Portwein war fast ausschließlich für den Export nach England bestimmt, deshalb nennt man ihn heute noch „Englishmen Wine“. Damals war es noch üblich, als Färbungsmittel roten Holundersaft zuzusetzen. Ab Anfang des 18. Jahrhunderts ließen sich englische, deutsche und niederländische Familien in Porto nieder, um den Portwein zu vermarkten. Darunter waren Namen, die auch heute noch eine entscheidende Rolle spielen, wie zum Beispiel Cockburn, Croft, Ferreira, Niepoort, Sandeman, Taylor’s sowie die später von Symington übernommenen Firmen Dow, Graham und Warre.

Die Engländer erwarben sich geradezu ein Monopol auf die Vermarktung. Unter dem damaligen Premierminister Marquis de Pombal (1699-1782), der im heutigen DOC-Bereich Carcavelos ein Weingut besaß, wurde zum Schutz der Echtheit des Portweins im Jahre 1756 das Gebiet Douro in seinen Grenzen definiert. Nur die besten Weinberge waren darin enthalten. Auf der rund 250.000 Hektar großen Landfläche ist nur rund ein Achtel für Portweinreben geeignet. Der Bereich zählt damit neben Chianti zu den ältesten gesetzlich abgegrenzten Weinbaugebieten der Welt. Pombal erließ weitere Maßnahmen zum Schutze des Portweins. Als wichtige Maßnahme, um das englische Monopol zu brechen, gründete er die Royal Oporto Wine Company. Weiters verbot er das Zusetzen von Holundersaft und das Düngen mit Mist. Dies verminderte zwar den Ertrag, erhöhte jedoch die Qualität.

Die definierte Grenze galt über zwei Jahrhunderte lang ausschließlich für den Portwein. Den portugiesischen Namen „Vinho do Porto“ gab die Stadt Porto am unteren Flusslauf des Douro. Erst 1979 wurde die DOC-Klassifikation auch auf „normale“ Tischweine, das heißt gegenüber dem Portwein ungespritete Rot- und Weißweine ausgedehnt (siehe dazu unter Douro). Der beste Boden ist jedoch dem Portwein vorbehalten, das sind vor allem die dafür am besten geeigneten Schiefer-Böden an zumeist terrassierten Hängen. Die Region liegt im Nordwesten Portugals und umfasst die Täler des namensgebenden Flusses Douro sowie seiner Nebenflüsse bis zur spanischen Grenze. Es gibt drei offizielle Subzonen. Die Zone „Baixa Corgo“ (unterer Corgo) im Westen umfasst das Gebiet nördlich des Douro zwischen Barqueiros und dem Westufer des Corgo und südlich des Douro bis Armamar. Diese kühlste und feuchteste Zone erbringt leichtere Weine. Die größte Zone „Cima Corgo“ (oberer Corgo) liegt nördlich und südlich des Douro zwischen Baixa Corgo im Westen bis Cachão da Valeira im Osten. Der hier zentral um die Stadt Pinhão liegende Bereich gilt als bester, hier haben die meisten der großen Portweinhäuser ihre Quintas (Weingüter). Die Zone „Douro Superior“ liegt im Osten und erstreckt sich bis zur spanischen Grenze im Norden. Dies ist der kleinste und trockenste Bereich und zum Teil noch nicht völlig genutztes Pionierland.

Auf rund 33.000 Hektar Rebfläche gibt es etwa 30.000 Weinbauern, deren 80.000 Weinberge in einem sehr komplexen klassifiziert werden. Dabei werden zahlreiche Kriterien wie Lage, Neigung (je steiler, desto besser), Exposition zur Sonne, Höhe über Meeresspiegel, Kleinklima, Erziehungs-System, Rebsorte, Pflanzdichte, allgemeiner Zustand des Weingartens, Alter der Rebstöcke, Bodentyp (Schiefer, Granit, verschiedenartig), Steinanteil des Bodens und Ertrag bewertet. Diese Bewertung erfolgt in sechs Stufen von A (1.200 Punkte und mehr) bis F (399 Punkte und weniger). Daraus ergibt sich auch die Ertrags-Menge, die vom betreffenden Weingut (Quinta) produziert werden darf. Je besser die Bewertung, desto höher ist auch der Trauben-Preis. Im Douro-Gebiet gibt es über 80 Rebsorten, davon sind rund die Hälfte für den Portwein zugelassen. Diese werden in die drei Kategorien empfohlen, erlaubt und toleriert eingeteilt. Jedes Jahr legt das „Instituto do Vinho do Porto“ fest, welche Traubenmengen zu Portwein verarbeitet werden dürfen. Rund 40% der Trauben werden für die Herstellung von Portwein verwendet.

Im Douro-Gebiet werden rund 80 Sorten angebaut, davon sind rund die Hälfte empfohlen. Die wichtigste Portwein-Traube ist die rote Touriga Nacional, weitere bedeutende rote sind Tinta Amarela (Trincadeira Preta), Tinta Barocca, Tinta Cão, Tinta Roriz (Tempranillo) und Touriga Franca. Die wichtigsten weißen sind Encruzado, Esgana Cão, Folgosão und Gouveio (Verdelho). Die Trauben werden mühsam per Hand gelesen und dann in Körben zu den Weingütern transportiert. Der Portwein braucht die tannin- und farbstoffhaltigen Hülsen. Da aber der Wein nur eine kurze Gärung durchläuft, wird dies durch Stampfen der Maische mit Holzstösseln (macaos) oder traditionell in großem Umfang auch noch mit bloßen Füßen in Lagares (Steintrögen) forciert. Die Gärung des maximal halb ausgegorenen Wein wird durch Zusatz von hochprozentigem Aguardente gestoppt (im Gegensatz zum Sherry, wo erst nach der Gärung gespritet wird). Der farb- und geschmacklose Weingeist mit 77% vol Alkoholgehalt trägt nur Alkohol, jedoch keinen Geschmack oder Geruch bei. Er wird aus Weinen aus dem Süden Portugals oder auch aus Überschuss-Weinen des Duoro selbst gebrannt. Im Durchschnitt werden 440 Liter Wein 110 Liter Weingeist zugesetzt (ein Viertel), was den Inhalt von 550 Liter der Pipes ergibt, den traditionellen Duoro-Fässern.

Die besten Portweine besitzen einen Alkoholgehalt zwischen 19 und 22% vol und einen Gehalt an Restzucker zwischen 40 und 60 g/l. Zu diesem Zeitpunkt wird entschieden, welcher der vielen Portwein-Stile entstehen soll. Bis zum Jahre 1986 mussten alle Portweine in der Vorstadt Vila Nova de Gaia am linken Duoro-Ufer gegenüber von Porto in den großen Lodges (Lagerhäusern) reifen und abgefüllt werden. Heute ist dies auch in den Quintas selbst erlaubt. Die Weine werden nun durch Geschmacksproben in Gruppen eingeteilt, diese bestimmt den zukünftigen Portwein-Typ. Der Großteil wird einem Verschnitt-Kreislauf unterworfen, was gleichbleibende Qualität gewährleisten soll. Ein wichtiges Kriterium ist die Anzahl der Jahre, die der Portwein nach dem Fassausbau in der Flasche reift. Manchmal wird zwischen einem „britischen Portweinstil“ mit dunklen, süßen und fruchtigen Weinen (Vintage Port), sowie einem „portugiesischen Portweinstil“ mit eleganten, weichen Weinen (Tawny) unterschieden. Die wichtigsten Portwein-Typen:

Vintage Port: Der so genannte „Jahrgangs-Portwein“ ist der beste Port aus einem besonders guten und großen Jahrgang. Das kommt bestenfalls dreimal in zehn Jahren vor, der Produktions-Anteil beträgt nur ein Prozent. Die Entscheidung darüber fällt jeder einzelne Produzent individuell, nicht alle erzeugen im selben Jahr einen Vintage. Dieser Wein wird reduktiv ausgebaut und aus einem einzigen Jahrgang erzeugt. Er reift normalerweise zwei bis maximal drei Jahre im Fass und wird danach in Flaschen abgefüllt. Aber erst nach zumindest 20, 30 und auch mehr Jahren Flaschenreifung gelangt dieser zu höchster Vollendung mit unvergleichlicher Öligkeit, Duftigkeit, Fülle und Delikatesse. Da aber der Wein sofort nach der Abfüllung in den Handel kommt, liegt die „Verantwortung“ über die Genussreife beim Konsumenten (siehe auch unter Portzange). Bei der Flaschenreifung bildet sich jedenfalls ein starkes Depot aus Tanninen und Pigmenten in Form einer Kruste an der Flaschenwand. Deshalb muss vor dem Genuss ein Dekantieren erfolgen.

Colheita: Der Name leitet sich vom portugiesischen Wort für „Ernte“ oder „Lese“ und im weiteren Sinne „Jahrgang“ ab. Es handelt sich somit um einen Jahrgangs-Port, man könnte ihn sinngemäß auch als alten Tawny bezeichnen. Er reift zumindest acht Jahre im Holzfass, oft aber auch zehn Jahre und mehr. Auf dem Etikett muss Jahrgang, Abfülldatum und die Tatsache der Fassreifung angegeben werden. Gegenüber einem Vintage Port ist ein Colheita jedoch sofort genussreif. Die großen Vintages im letzten Jahrhundert waren übrigens im Grunde genommen Colheita-Typen, weil sie erst nach längerer Fassreifung wie heute abgefüllt wurden. Mit dem Vintage Port zählt der Colheita zu den besten Typen.

Single Quinta Vintage Port: Der Begriff „Single Quinta“ verweist darauf, dass dieser Portwein aus einem einzigen Weingut stammt. Das sind Weine aus zwar guten, aber nicht herausragenden Jahren (so genannten Off-Jahren), die aber von einzelnen Quintas nach Vintage-Manier produziert werden. Der Wein reift zwei bis drei Jahre im Fass und wird ohne Filtration abgefüllt. Deshalb bildet sich so wie beim Vintage Port ein Depot. Die meisten sind sofort trinkreif, weil sie nach der Abfüllung noch gelagert werden.

LBV (Late Bottled Vintage): Eine preiswertere Variante des Vintage Port, die zumindest vier Jahre bis zumeist sogar sechs Jahre im Fass und/oder Tank reift. Der Name ergint sich aus der gegenüber dem echten Vintage „späten“ Flaschenabfüllung. Auf dem Etikett ist Jahrgang und Abfüllungsdatum angegegeben. Der schwarzrote Wein ist etwas heller als sein großer Bruder, körperreich und fruchtig. Er hat im Normalfall kein Depot, ist ein Bodensatz vorhanden, wird dies auf dem Etikett zumeist mit „traditional“ deklariert. Dieser Wein ist sofort trinkreif, entwickelt sich aber noch fünf bis sechs Jahre in der Flasche.

Vintage Character (auch Vintage Reserve): Ein schwarzroter, tanninreicher und fruchtiger Typus, der in der Qualität einem Vintage Port nicht ganz entspricht. Die Bezeichnung ist aber insoferne verwirrend, weil es zumeist ein Verschnitt von mehreren verschiedenen Jahrgängen ist. Er ist ähnlich dem Ruby, reift aber gegenüber diesem länger zwischen vier bis fünf Jahren im Fass. Vor dem Abfüllen erfolgt eine Filtration. Er kann sich aber in der Flasche noch weiter entwickeln und eine Kruste in der Flasche bilden. Deshalb wird er auch (allerdings inoffiziell) als „Crusted“ oder „Crusted Port“ bezeichnet.

Tawny: Eher allgemeine Bezeichnung für einen Typ, der zumeist bis drei Jahre im Fass reift. Er entwickelt mit längerer Reifung die namensgebende Farbe von Bernstein bis Mahagoni (tawny = lohfarben). Diese Farbe ergibt sich (gegenüber der zumeist rötlich-schwarzen Farbe aller anderen Port-Typen) auch deshalb, weil der Tawny aus zumeist leichteren Weinen erzeugt wird, die eine schwächere Farbintensität aufweisen oder weil auch ein größerer Anteil von Weißweinen enthalten ist. Es ist immer ein Verschnitt aus mehreren Jahrgängen unterschiedlichen Alters. Gelegentlich wird mit kleinen Teilen eines 20- bis 40-jährigen Ports assembliert. Die älteren Weine dieser Art werden als „Fine Tawny“ bzw. „Fine Old Tawny“ oder als „Aged Tawny“ bezeichnet. Früher wurden sie auch unter dem Namen „Dated Port“ vermarktet. Das als Durchschnitt zu verstehende Alter ist am Etikett angegeben (10, 20, 30 Jahre und auch mehr).

Ruby: Dies ist einer der einfachsten und preiswertesten Portwein-Stile, der nach seiner Farbe benannt ist. Der dunkelrubinrote, süße und fruchtige Wein wird aus mehreren Jahrgängen jüngerer Weine verschnitten und reift in Fässern, Zement oder Stahltanks zwei bis drei Jahre. Vor der Flaschen-Abfüllung erfolgt eine Filtration. Der Ruby ist sofort genussreif. Dieser Weintyp macht den größten Produktionsanteil aus.

White Port: Dieser Portwein-Typ wird aus den weißen Rebsorten gekeltert. Die Herstellung ist ähnlich wie beim roten, aber die Maischezeit wesentlich kürzer (oder sie entfällt überhaupt). Er reift zwei bis drei Jahre zumeist im Tank, wird von trocken bis süß ausgebaut und hat auch gegenüber den anderen Ports einen niedrigeren Alkoholgehalt von etwa 15% vol. Die im Holzfass gereiften Varianten entwickeln eine goldgelbe Farbe und einen Nuss-Geschmack. Der weiße Portwein macht rund 15% der Produktion aus.

Bekannte Produzenten, die oft auch Weine der DOC Douro erzeugen, bzw. Marken sind: Barros, Bright Brothers, Burmester, Churchill, Cockburn, Croft, Ferreira, Fonseca, Lemos & Van Zeller, Martinez, Messias, Morgan, Niepoort, Offley, Osborne, Quinta da Carvalhosa, Quinta de la Rosa, Quinta do Côtto, Quinta do Crasto, Quinta do Passadouro, Quinta de Roriz, Quinta do Vale da Raposa, Quinta do Vale Meão, Ramos Pinto (gehört Roederer), Real Companhia Velha, Sandeman, Symington (Dow, Gould Campbell, Graham, Quarles Harris, Quinta do Vesuvio, Smith Woodhouse, Warre), Taylor’s und V. Leite de Faria.