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Coastal Region

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  Constantia    

Der holländische Gouverneur Simon van der Stel (1639-1712) erwarb im Jahre 1685 südöstlich von Kapstadt im heutigen Südafrika ein etwa 750 Hektar großes Grundstück, das er nach der von ihm geschätzten Tugend „Constantia“ (Beharrlichkeit) nannte (nicht nach seiner Frau - wie man oft liest - denn die hieß Johanna). Er war aber nicht der erste, denn schon drei Jahre zuvor wurde dort ein Weingut gegründet, das noch heute unter dem Namen Steenberg besteht. Stel baute den Besitz zu einem fürstlichen Gut aus und beschäftigte sich mit Obst- und besonders intensiv mit Weinbau. Sehr großen Wert legte er dabei auf Reinlichkeit. Er experimentierte mit verschiedenen Rebsorten wie Palomino (die er Fransdruif nannte), Sémillon (die er Wyndruif nannte), Chenin Blanc (in Südafrika Steen genannt) und der roten, autochthonen Pontac. Aus der weißen Sorte Muscat de Frontignan (in Südafrika für Muscat Blanc) wurde ein zum Teil gespriteter Süßwein produziert, der weltweit legendären Ruf erlangte und an alle Herrscherhäuser in Europa geliefert wurde. Es gab damals weiße, bernsteinfarbene und rote Varianten.

Wie langlebig dieser Wein ist, beweist eine Verkostung durch den Weinautor Hugh Johnson. Dieser konnte im Jahre 1970 ein Glas des Jahrganges 1830 (also 140 Jahre alt) aus einer Flasche genießen, deren Korken mit Wachs versiegelt war. Er beschrieb diesen als bernsteinfarben, süß, vollmundig und außerordentlich harmonisch. Im Jahre 1699 setzte sich Stel zu Ruhe, nach seinem Tod im Jahre 1712 wurde das große Gut in die heute noch bestehenden drei Teile bzw. Weingüter Groot Constantia, Klein Constantia und Buitenverwachting aufgeteilt. Der neue Besitzer von Klein Constantia Johann Colijn vereinigte die beiden Teile Klein und Groot im Jahre 1733 wieder. Die Qualität und Reputation des Weines hatte aber in dieser Zeit sehr stark gelitten. Im Jahre 1778 kaufte der reiche Landbesitzer Hendrik Cloete, übrigens ein Nachkomme eines Gärtners des ersten Gouverneurs Jan van Riebeeck (1619-1677), das Gut Groot Constantia. Diesem gelang es, den Besitz und auch den Wein zurück zu altem Glanz und noch größerem Ruhm zu bringen.

Er war ein absoluter Perfektionist, so ließ er zum Beispiel durch 100 Sklaven jedes Insekt in den Weinbergen von den Weintrauben verjagen. Der erste Pressvorgang erfolgte damals durch Sklaven, die nach Musik-Klängen mit den bloßen Füssen die Trauben stampften. Sein Sohn Hendrik übernahm das Gut 1794, führte die Tradition des exzellenten Weines weiter und baute sie sogar noch aus. Die europäischen Herrscherhöfe zogen den Constantia anderen Süßweinen wie sogar Château d’Yquem, Tokajer oder Madeira vor. Er zählte zu den Lieblingsweinen von Napoleon (1769-1821), der ihn in großen Mengen in sein Exil auf St. Helena bis zu seinem Tode liefern ließ. Der französische Bürgerkönig Louis-Philippe (1773-1850) kaufte sogar den gesamten Jahrgang 1833. Ab den 1860er-Jahren begann dann leider der Abstieg. Zuerst kam der Mehltau und dann die Reblaus nach Südafrika und die im Jahre 1861 vom neuen Machthaber England aufgehobenen Zollschranken für französischen Wein besorgten den Rest. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurde die Wein-Produktion eingestellt, Groot Constantia wurde im Jahre 1885 um nur 10.000 Rand an den Staat verkauft und dort alle Rebstöcke durch resistente Sorten ersetzt. Groot und Klein Constantia stellten die Produktion von Wein dann Anfang des 20. Jahrhunderts ein.

Beide Weingüter wurden erst ab den 1970er-Jahren wiederbelebt. Heute umfasst der Weinbaubereich Constantia nur mehr rund 400 Hektar Rebfläche zwischen der Hout Bay im Westen und der False Bay im Osten - südlich von Kapstadt am Fuße des 600 Meter hohen Constantia-Berges. Es ist ein Ward (keinem District zugehörig) und zählt zur Coastal Region. Die Weingärten liegen auf tiefgründiger, roter Erde mit Granitursprung und verwittertem Sandstein. Das Klima ist durch das nahe Meer relativ kühl und die Luftfeuchtigkeit sehr hoch. Die jährlichen Niederschläge sind mit 800 bis 1.000 Millimeter reichlich, so dass keine künstliche Bewässerung wie in vielen anderen südafrikanischen Weinbaubereichen erforderlich ist. Es werden die Rebsorten Cabernet Sauvignon, Chardonnay, Chenin Blanc (Steen), Merlot, Pinotage, Pinot Gris, Riesling, Sauvignon Blanc und Shiraz kultiviert. Die Rebflächen auf Constantia teilen sich heute die fünf Weingüter Buitenverwachting, Constantia Uitsig, Groot Constantia, Klein Constantia und Steenberg.