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80-84: Sehr gut
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90-94: Hervorragend
95-99: Groß
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Australien

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Die besten Weine in Australien

Im Jänner 1788 landete ein englisches Schiff mit 300 Sträflingen und Bewachungspersonal an der südöstlichen Küste Australiens im Hafen der noch im selben Jahr gegründeten Stadt Sydney. Befehlshaber war Captain Arthur Phillip (1738-1814), der auch der erste Gouverneur des späteren Bundesstaates New South Wales wurde. Er hielt schriftlich fest, dass der Weinbau in einem so günstigen Klima bis zu jedem gewünschten Grad der Perfektion getrieben werden kann. Unverzüglich wurde mit der Anpflanzung der mitgebrachten Rebstöcke begonnen (wo heute Farm Cove liegt). Aber es sollte doch 200 Jahre dauern, bis sich der australische Weinbau etablieren konnte. Die ersten Jahrzehnte wurde so exzessiv Rum getrunken, dass das Lager den Namen „Rum-Corps” bekam. Als Pionier und sogar „Vater des australischen Weinbaus” gilt der Schotte James Busby (1802-1871) der sich Weinkenntnisse in Frankreich erworben hatte und nach Australien auswanderte. Im Jahre 1825 gründete er nördlich von Sydney im Hunter Valley eine Farm - in einer der heutigen besten australischen Weingegenden. Von einer Reise nach Europa brachte er im Jahre 1833 hunderte Rebsorten Setzlinge mit, darunter war auch die rote Syrah, die dann später als Shiraz in Australien berühmt wurde. Busby veröffentlichte Dokumentationen und Bücher über Rebenkunde, Weinbau und Weinbereitungs-Techniken. Seine Anleitungen nutzten schlesische Einwanderer ab 1841 beim Anlegen von Weingärten.

Im Jahre 1845 gründete der englische Arzt Dr. Christopher Penfold sein Weingut im Barossa Valley, das unter Penfolds noch heute besteht. Ein zweiter Pionier in diesem Bereich war der Deutsche Joseph Ernest Seppelt (1813-1868) im Jahre 1851 mit seinem Weingut Seppeltfield. John Riddoch (1827-1901) legte Anfang der 1890er-Jahre erstmals Weingärten im berühmten Bereich Coonawarra an und löste damit dort einen Boom aus. Ebenso große Bedeutung hatte Thomas Hardy, der im Jahre 1853 im McLaren Vale ein Weingut gründete. Eine wichtige Rolle spielten auch Schweizer wie zum Beispiel Hubert de Castella (1825-1907), die den Weinbau im Yarra Valley begründeten. Im Jahre 1919 wurde in Merbein in der Region Riverland (Victoria) eine Weinbau-Forschungsanstalt gegründet, die dann 1927 an die Forschungsanstalt CSIRO angegliedert wurde. Zwei weitere wichtige Weinbau-Institutionen sind das AWRI und die Charles Sturt University. Über 100 Jahre lang wurden in Australien vorwiegend schwere, alkoholreiche Süßweine produziert, die aufgespritet als „Australian Port” vermarktet wurden. Ab Anfang der 1960er-Jahre erfolgte vorerst ein Wandel zu frischen Weißweinen. Maßgeblich beteiligt an dieser Entwicklung war der bekannte Weinautor und Weinmacher Len Evans (1930-2006). Ein Meilenstein war der vom legendären Kellermeister Max Schubert (1915-1994) im Jahre 1959 kreierte „Grange Hermitage”, ein im Bordeauxstil hergestellter Rotwein des Weingutes Penfolds. Dies war dann letztlich ab Mitte der 1960er-Jahre der Initial-Punkt für die Produktion ausgezeichneter Rotweine vor allem aus den Sorten Cabernet Sauvignon, Merlot, Pinot Noir und Shiraz, die sowohl sortenrein oder auch als Cuvées vermarktet werden.

Australien wurde innerhalb nur einer einzigen Generation zu einer echten Weintrinker-Nation. Die Weinberge umfassen rund 160.000 Hektar Rebfläche. Im Jahre 2005 wurden rund 14 Millionen Hektoliter Wein produziert. Etwa 80% entfällt auf die fünf großen Multis Hardy, Mildara, Orlando, Southcorp und Yalumba mit deren Tochterfirmen. Die Qualität ist hervorragend und australische Önologen sind als Flying Winemakers auf der ganzen Welt begehrt. Zum großen Teil werden Rebsorten-Weine produziert. Etwa 70% der Produktion ist einfacher Massenwein, der so genannte Bag-in-Box-Wine. Es werden auch größere Mengen an Tafeltrauben und Rosinen produziert. Bekannte Produzenten sind Beringer Blass, Brand’s, Coldstream Hills, Glaetzer, Hardy, Heggies, Hill Smith Estate, Katnook Estate, Lindemans, McWilliams, Mildara, Mitolo, Orlando, Penfolds, Peter Lehmann, Pewsey Vale, Rosemount Estate, Rothbury Estate, Rymill, Seppelt, Southcorp, Taltarni, Wynns und Yalumba. Etwa 40% entfällt auf weiße und 60% auf rote Sorten. Der Sortenspiegel (2005):

Rebsorte (Synonyme) - Bemerkung
Farbe
Hektar
%-Ant
Shiraz (Syrah) rot 41.000 25
Chardonnay weiß 31.000 20
Cabernet Sauvignon rot 29.000 18
Merlot rot 11.000 7
Sultana (Thompson Seedless) - Tafeltrauben, Rosinen weiß 7.300 4,5
Sémillon weiß 6.300 4,0
Riesling weiß 4.300 2,7
Pinot Noir rot 4.200 2,6
Sauvignon Blanc weiß 4.100 2,5
Colombard weiß 2.700 1,7
Muscat d’Alexandrie (Muscat Gordo Blanco) weiß 2.400 1,5
Grenache Noir rot 2.100 1,3
Ruby Cabernet rot 1.700 1,1
Verdelho weiß 1.600 1,0
Petit Verdot rot 1.450 0,9
Mourvèdre rot 1.000 0,6
Viognier weiß 950 0,6
Gewürztraminer (hier Gewurztraminer) weiß 750 0,5
Pinot Gris weiß 700 0,4
Chenin Blanc weiß 690 0,4

Durch die riesige Landfläche ist das Klima sehr unterschiedlich, es reicht von heiß und trocken vor allem in Western Australia (besonders im Swan Valley) und Northern Australia bis relativ kühl auf der südlich vorgelagerten Insel Tasmania. In den trockenen Gebieten erfolgt bei Bedarf eine künstliche Bewässerung. Rund drei Viertel der Rebflächen befinden sich im kühleren Südaustralien. Die Weinberge erstrecken sich in zerstreuter Form von Brisbaine bis Perth über rund 4.000 Kilometer. Die Angaben auf dem Flaschen-Etikett sind relativ einfach. Bei Jahrgangsangabe müssen 85% von diesem Jahr sein. Eine Säuerung des Weines ist erlaubt, aber das Anreichern mit Zucker verboten. Bezüglich Holzausbau ist am Etikett angegeben „unwooded” (ohne Holz), „wood matured” (kann Ausbau im Eichen-Fass oder Verwendung von Wood-chips bedeuten) oder „barrel fermented” (Verwendung von Eichen-Fässern). Werden mehrere Rebsorten auf dem Etikett angeführt, so ergibt sich die Reihenfolge aus ihrem Anteil. Es ist üblich, Trauben aus verschiedenen Anbau-Gebieten für einen Wein zu verwenden, dies nennt man Multi-district-blend (dies muss neuerdings mit den Angaben bezüglich Herkunft übereinstimmen). Auf dem oft verwendeten Rücken-Etikett sind Details über die Ernte, Vinifizierung, Ausbau und Geschmack enthalten.

Die Produzenten haben sich inzwischen von der früher üblichen Verwendung europäischer Gattungs-Bezeichnungen wie Chablis, Claret, Burgundy, Champagne, Port und Sherry distanziert. Der Export von Erzeugnissen mit diesen Bezeichnungen nach Europa wurde verboten. Dies wurde im Juni 2007 mit einem Abkommen zwischen der EU und Australien ratifiziert und gilt natürlich auch umgekehrt (es ist aber kein einziger Fall bekannt, dass ein europäischer Produzent zum Beispiel Coonawarra oder Barossa Valley verwendet hätte). Nach langen Vorabeiten wurde im Jahre 2001 das Appellations-System „Geographical Indications” (GI) eingeführt. Gegenüber fast allen anderen Appellations-Systemen in der Welt ist es sehr einfach und lässt großen Spielraum. Es werden nämlich weder Rebsorten, Rebsorten-Schnitt, Erziehungs-Methode, Alkoholgehalt oder Weinstil vorgeschrieben, sondern nur Grenzen von Anbauzonen festgelegt. Wird ein Anbaugebiet angegeben, muss der Wein zu 85% von dort stammen. Die derzeitige Gliederung ist noch nicht als endgültig zu sehen, da es von vielen Produzenten Einsprüche gibt (so monieren zum Beispiel einige Weingüter, die knapp außerhalb des berühmten Coonawarra liegen, warum sie nicht dazu gezählt werden). Das Schachtelsystem beginnt mit einer Superzone, die ein riesiges Gebiet mit mehreren Bundesstaaten umfasst. Die sechs Bundesstaaten und zwei Territorien bilden acht sehr große GI-Bereiche. Diese gliedern sich in über 40 States/Zones (in fett), die sich in knapp 70 Regions aufteilen, die Subregions (in Klammer) beinhalten können:

SOUTH EASTERN AUSTRALIA - Diese Superzone umfasst die gesamten Bundesstaaten New South Wales, Tasmania und Victoria, sowie Teile von Queensland und South Australia. Dies macht 95% der australischen Rebflächen aus. Weine mit dieser Ursprungs-Bezeichnung können sozusagen Cuvées aus verschiedensten Gebieten Australiens sein.

AUSTRALIAN CAPITAL TERRITORY - Eine 2.430 km² große Enklave mit der Hauptstadt Canberra, die vom Bundesstaat New South Wales umschlossen wird. Es gibt keine GI’s.

NEW SOUTH WALES - Der Bundesstaat im Südosten des Kontinents ist vor allem auf Grund des Hunter Valleys bekannt und berühmt geworden. Die GI-Bereiche sind Big Rivers: Murray Darling, Perricoota, Riverina, Swan Hill; Central Ranges: Cowra, Mudgee, Orange; Hunter Valley: Hunter (Allandale, Belford, Broke Fordwich, Dalwood, Pokolbin, Rothbury); Northern Rivers: Hastings River; Northern Slopes; South Coast: New England, Shoalhaven Coast, Southern Highlands; Southern New South Wales: Canberra District, Gundagai, Hilltops, Tumbarumba; Western Plains

NORTHERN TERRITORY - Das im zentralen Norden liegende Bundesterritorium besitzt im Gegensatz zu den sechs Bundesstaaten keine Eigenstaatlichkeit. Der Großteil des Landes ist heiß und trocken und für den Weinbau ungeeignet. Als einzigen Weinbaubetrieb gibt es Château Hornsby in Alice Springs. Es gibt keine weiteren GI-Bereiche.

QUEENSLAND - Dieser im Osten liegende zweitgrößte Bundesstaat hat nur eine geringere Bedeutung im australischen Weinbau, ist aber im Aufschwung. Die Rebflächen umfassen nur 100 Hektar ganz im Süden. Trotzdem gibt es rund 80 Kellereien, die größte davon ist Barambah Ridge. Die drei Regions sind Coastal Hinterland, Granite Belt und South Burnett.

SOUTH AUSTRALIA - Dieser Bundesstaat erbringt die Hälfte des australischen Weins. Die GI-Bereiche sind Adelaide = Superzone mit Barossa, Fleurieu und Mount Lofty Ranges; Barossa: Barossa Valley, Eden Valley (High Eden, Springton); Far North; Fleurieu: Currency Creek, Kangaroo Island, Langhorne Creek, McLaren Vale (Clarendon), Southern Fleurieu; Limestone Coast: Coonawarra, Mount Benson, Padthaway, Robe, Wrattonbully; Lower Murray: Riverland; Mount Lofty Ranges: Adelaide Hills (Gumeracha, Lenswood, Piccadilly Valley), Adelaide Plains, Clare Valley (Auburn, Clare, Hill River, Polish Hill River, Sevenhill, Watervale); The Peninsulas: Southern Eyre Peninsula

TASMANIA - Die dem Kontinent vorgelagerte Insel bzw. Bundestaat Tasmanien ist die südlichste Weinbauregion. Es gibt die drei Regions East Coast Tasmania, Northern Tasmania und Southern Tasmania.

VICTORIA - Die GI’s des Bundesstaates im Südosten liegen 200 Kilometer um Melbourne. Central Victoria: Bendigo, Goulburn Valley (Nagambie Lakes), Heathcote, Strathbogie Ranges, Upper Goulburn; Gippsland; North East Victoria: Alpine Valleys (Kiewa Valley, Ovens Valley), Beechworth, Glenrowan, King Valley (Myrrhee, Whitlands), Rutherglen (Wahgunyah); North West Victoria: Murray Darling, Swan Hill; Port Philip: Geelong, Macedon Ranges, Mornington Peninsula, Sunbury, Yarra Valley; Western Victoria: Grampians (Great Western), Henty, Pyrenees

WESTERN AUSTRALIA - Dies ist der größte Bundesstaat, wo nächst der Küste des Indischen Ozeans die heißesten Bereiche liegen. Die GI-Bereiche sind Central Western Australia; Eastern Plains; Inland & North of Western Australia; Greater Perth: Peel, Perth Hills, Swan District (Swan Valley); South West Australia: Blackwood Valley, Geographe, Great Southern (Albany, Denmark, Frankland River, Mount Barker, Porongurup), Manjimup, Margaret River, Pemberton; West Australian South East Coastal: Esperance