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Anbaugebiete in Argentinien

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Erste Versuche mit Weinbau gab es in diesem südamerikanischen Land bereits im Jahre 1541, als spanische Conquistadores an der Mündung des Rio de la Plata an der atlantischen Küste Reben anpflanzten. Dies blieb aber ohne Erfolg. So richtig begann der argentinische Weinbau mit der Produktion von Messwein. Die Bürger der im Norden liegenden Stadt Santiago del Estero in der gleichnamigen Provinz bauten eine Kirche und suchten einen Pfarrer. Der mit den Conquistadores aus Spanien gekommene Jesuitenpater Cedrón reiste von der anderen Seite der Anden aus Chile an und brachte als Geschenk Baumwollsamen, Weizen, Gerste und einige europäische Rebstöcke mit, darunter die heute noch kultivierten Sorten Criolla Chica und Criolla Grande (Spielarten der Mission), sowie Cereza. Diese pflanzte er im Jahre 1557 an. In der Provinz San Juan im Westen des Landes entstand dann bis Ende des 16. Jahrhunderts ein kommerzieller Weinbau.

Als Begründer des argentinischen Weinbaus gilt Don Tiburcio Benegas (1844-1910), der 1883 in Godoy Cruz das noch heute existierende Weingut Trapiche gründete und erfolgreich mit europäischen und chilenischen Reben experimentierte. Im Jahre 1886 wurde er Gouverneur der Provinz Mendoza und blieb bis zu seinem Tod ein Förderer des argentinischen Weinbaus. Sein Schwiegervater Don Eusebio Blanco hatte im Jahre 1872 das Buch „Las viñas y los vinos de Mendoza“ verfasst, das als erstes grundlegendes Werk über den argentinischen Weinbau gilt. Mitte des 19. Jahrhunderts führte der französische Agronom Aimé Pouget die Sorten Cabernet Sauvignon und Malbec ein, zweitere ist heute die bedeutendste argentinische Rotwein-Rebe. Am Anfang des 18. und dann noch einmal gegen Ende des 19. Jahrhunderts gab es zwei große europäische Einwanderungs-Ströme, vor allem aus den Ländern Italien, Spanien und Frankreich. Diese Emigranten gaben dem Weinbau einen enormen positiven Impuls. Anfang des 20. Jahrhunderts importierte Leopoldo Suarez 600 Rebsorten aus den wichtigsten europäischen Weinbaugebieten.

Die stark zerstückelten Rebflächen erstrecken sich von Salta im Norden bis Chubut im Süden. Sie bilden im Westen einen Streifen in einer Länge von 1.750 und einer Breite 100 Kilometern entlang den Ausläufern der Anden. Die Höhenlage von durchschnittlich 600 bis 1.200 Meter Seehöhe ergibt kühle Nachttemperaturen. Es gibt aber noch wesentlich höhere Rebflächen in 2.400 Meter und höher. Das Weingut Colomé in Salta kultiviert Reben in 3.111 Meter und besitzt damit die höchstgelegenen Weinberge der Welt. Auf Grund sehr geringer Niederschläge mit durchschnittlich 200 bis 250 Millimeter im Jahr (es gibt aber relativ oft Hagel), niedriger Luftfeuchtigkeit und großer Trockenheit (mit dem Vorteil, dass Pilzkrankheiten selten vorkommen) ist eine künstliche Bewässerung unumgänglich. Diese erfolgt vor allem durch ein Kanalnetz, das bereits vor Jahrhunderten durch die indianischen Ureinwohner begonnen wurde. Das Wasser kommt von zahlreichen Schmelzwasser führenden Flüssen mit ihren Quellen in den nahen Anden, sowie aus tausenden Tiefbrunnen mit aus 60 bis 120 Meter Tiefe gepumptem Wasser und wird in verschlungenen Furchen durch die Weingärten geleitet. Eine moderne Form ist die Tröpfchen-Beregnung.

Im Jahre 2007 betrug die Rebfläche 225.800 Hektar, davon wurden 15,04 Millionen Hektoliter Wein erzeugt. Auf rund 10.000 Hektar stehen reine Tafeltrauben, weitere 3.500 Hektar dienen für die Produktion von Rosinen. Eine argentinische Besonderheit ist die Einteilung der Rebsorten in rote, rosa und weiße Sorten. Mitte der 1970er-Jahre hatte die Rebfläche noch 350.000 Hektar betragen. Durch einen Weißwein-Boom und Marktregulierungsmaßnahmen der Regierung wurden 130.000 Hektar gerodet. Die häufigsten Rebsorten mit 67.000 Hektar Rebfläche sind die ertragreichen rosafarbenen Criolla Chica, Criolla Grande, Cereza, Moscatel Rosado und andere, die zu einfachen hellen Weinen und RTK (rektifiziertes Traubenmostkonzentrat) verarbeitet werden. Zu zwei Dritteln werden Massenweine aus weißen und rosafarbenen Sorten im offenen Ausschank, Tetra Paks und größeren Glasflaschen vermarktet. Die wichtigste Rotweinsorte ist Malbec, für die die argentinischen Gegebenheiten ideal sind. Da die Reblaus kaum eine Bedeutung gespielt hat, wächst ein Großteil der Rebstöcke immer noch auf eigenen Wurzeln. Es wird jedoch zunehmend auf gepfropfte Reben umgestellt. Der Sortenspiegel (2006):

Rebsorte Synonyme - Spielarten Farbe Hektar %-Ant
Criolla Grande Mission (Mexiko), País (Chile) rosa 35.000 15,7
Cereza Ceresa, Cereza Nera rosa 30.000 13,5
Malbec Malbeck rot 23.000 10,3
Bonarda Bonarda Piemontese oder Charbono rot 18.000 8,7
Cabernet Sauvignon - rot 15.500 6,6
Pedro Giménez Pedro Ximénez (Spanien) weiß 14.700 6,5
Syrah Balsamina (Arg.), Balsamia, Balsemina rot 11.700 5,2
Torrontés Riojano Malvasia, Torrontés weiß 8.100 3,6
Merlot - rot 7.400 3,3
Muscat d’Alexandrie Moscatel de Alejandria (Arg.), Zibibbo weiß 5.400 2,4
Chardonnay - weiß 5.100 2,3
Torrontés Sanjuanino Moscatel de Austria (Chile), Torrontés weiß 3.100 1,4
Chenin Blanc - weiß 3.000 1,3
Criolla Chica Negra Corriente, Uva País rosa 1.800 0,8
Sauvignon Blanc - weiß 1.000 0,5
Moscatel Rosado Moscatel Rosada, Rosada de Talca rosa 1.000 0,5
Tempranillo Tempranilla rot 1.000 0,5
Barbera - rot 500 0,2
Dolcetto - rot 500 0,2
Pinot Gris - weiß 500 0,2
Riesling - weiß 500 0,2
Sauvignon Vert Sauvignonasse weiß 500 0,2
Sémillon - weiß 500 0,2
Tannat Harriague (Arg., Uruguay), Tannat Noir rot 500 0,2
Torrontés Mendocino Palet, Torrontés weiß 500 0,2
Ugni Blanc - weiß 500 0,2
Viognier - weiß 500 0,2
Rote Sorten 101.000 45
Rosa Sorten 67.000 30
Weiße Sorten 55.000 25

Das 1959 gegründete „Instituto Nacional de Vitivinicultura“ (INV) ist für die Festlegung der Richtlinien eines Qualitätsweinbaus sowie für die Kontrolle der Einhaltung verantwortlich. Es gibt drei Qualitäts-Kategorien. Die „Vinos de Corte“ stammen hauptsächlich aus Mendoza und San Juan und sind für den Verschnitt bestimmt. Bei den leichten „Vinos Communes“ wird kein Wert auf Herkunft, Jahrgang oder Reinsortigkeit gelegt. Die „Vinos Finos“ unterliegen genauen Vorschriften bezüglich Jahrgang, Herkunft, Rebsorte und Flaschenreife. Im Jahre 1993 wurde ein Ursprungs-System eingeführt. Das dreistufige System besteht aus „Indicaciones de Procedencia (IP), Indicaciones Geográficas (IG) und der höchsten Stufe Denominación de Origen Controlada (DOC). Für Letzteres sind auch Höchsterträge festgelegt. Als erste DOC wurde Luján de Cuyo (Mendoza) mit dem Jahrgang 1992 klassifiziert. Gefolgt sind Maipú, Rio Negro, San Rafael und Valle de Calchaqui. Die zwei größten Weinbaubetriebe, die auch zu den größten der Welt zählen, sind Catena und Peñaflor. Weitere sind unter den Weinbauregionen angeführt:

* Catamarca mit 2.300 ha
* Chubut mit 100 ha
* Jujuy mit 500 ha
* La Rioja mit 7.000 ha
* Mendoza mit 144.000 ha
* Rio Negro und Neuquén mit 5.500 ha
* Salta und Subbereich Cafayate mit 1.500 ha
* San Juan mit 50.000 ha