Die Appellation ist nach der gleichnamigen Hauptstadt des Départements Lot in
Südwest-Frankreich benannt. Die Weinberge mit rund 4.500 Hektar Rebfläche liegen an beiden Ufern des Flusses Lot, nordwestlich von
Gaillac. Das Weinbaugebiet ist eines der ältesten und berühmtesten Frankreichs. Die
Kelten (Gallier) stellten hier bereits im 6. Jahrhundert v. Chr. Holzfässer her. Unter Kaiser
Domitian (51-96) wurde hier von den Römern Wein angebaut. Im 13. Jahrhundert wurde der Cahors-Wein nach England exportiert und erlangte dort als „Black wine“ ausgezeichneten Ruf. In Cahors wurde der spätere Papst Johannes XII. (1244-1334) geboren und hier gab es über 400 Jahre lang eine von ihm gegründete Universität. Als er als Papst in Avignon an der Rhône residierte, ließ er Winzer aus Cahors kommen, um hier den Vorgänger des
Châteauneuf-du-Pape anzubauen.
König Franz I. (1494-1547) war vom Ruf der Cahors-Weine so angetan, dass er Reben in seiner Residenz Fontainebleau (Stadt südöstlich von Paris) anpflanzen ließ. Die russische orthodoxe Kirche bezog Ende des 18. Jahrhunderts Wein aus Cahors als
Messwein und der russische Zarenhof als Prunkwein zu besonderen Anlässen. Wegen Ausspracheproblemen wurde er hier als
„Kagor“ zum Synonym für Messwein. Das berühmte Zarenweingut
Massandra in der Ukraine produzierte dann nach dem Cahors-Vorbild unter diesem Namen einen noch heute hergestellten Dessertwein. Im 19. Jahrhundert gelangte der „Schwarze Wein von Cahors“ zu legendärem Ruf. Damals wurde ein Teil des Mostes durch Einkochen eingedickt (konzentriert), um den Wein besonders süffig und dunkel zu machen.
Die
Reblaus vernichtete gegen Ende des 19. Jahrhunderts große Bestände und es wurden zum Großteil
Hybriden angepflanzt. Ein extremer Frost im Jahre 1956 vernichtete den gesamten Rebenbestand, was sich auf die Qualität positiv auswirkte. Denn die Neubepflanzung erfolgte mit Malbec (hier auch Auxerrois oder Cot) mit 70% der Fläche, sowie Merlot und Tannat. Danach ging es rasch aufwärts, die AC-Klassifikation wurde bereits 1971 erteilt. Der damalige französische Staatspräsident Georges Pompidou (1911-1974), der im Département Lot Grundstücke besaß, spielte dabei eine wichtige Rolle. Den lange lagerfähigen, tiefdunklen Rotwein zeichnet ein intensiver, tanninreicher Geschmack aus. Er wird aus zumindest 70% Malbec mit bis zu 30% Tannat und/oder Merlot verschnitten (die Sorte Jurançon Noir ist schon seit 1996 nicht mehr zugelassen).
Hier wird auch der AOP
Coteaux du Quercy produziert. Bekannte Produzenten sind Château Bovila, Château de Caïx, Château du Cayrou,
Château du Cèdre, Château du Souleillou, Château Gautoul, Château Lagrézette, Château Lamartine, Château Quattre, Château Vincens, Clos de Camot, Clos la Coutale, Clos Triguedina, Domaine de Gaudou, Domaine de la Coustarelle, Domaine des Grauzils, Domaine des Savarines, Domaine Pinneraie,
Vigouroux (Ch. de Haute-Serre, Ch. de Mercuès, Ch. Leret-Monpezat, Ch. Tournelles) und
Vinovalie.