| Datum: 2006-12-24 02:19:24 |
| Absender: Heiko Reinartz |
Betreff: Gaenseleber und Wein, war: Marriage-Ueberlegungen |
| Ein viertes Problem zur Marriage hatte ich noch vergessen, zu dem vielleicht mehr Ideen haben, weil es eher deutsche/östereichische Weine betrifft: Zur Gänseleberpastete (mit einer fruchtigen Zwiebelkonfitüre) passt sicher perfekt ein Sauternes, aber wer will zu einer Vorspeise schon einen Süß wein trinken. Also sollte es eher ein trockener/halbtrockener Wein sein. Ich überlege einen Botrytis-behafteten (Honigtöne und exotische Fruchtaromen passen sicher gut), eher milden und nicht GANZ trockenen Wein. Z. B. Saartyr oder QuaSaar vom Weinhof Herrenberg. Wenn er nicht zur Vorspeise zu wuchtig wäre, könnte ich mir auch z. B. 2000er Singerriedel vorstellen. Aus Frankreich denke ich an einen trockenen Muscat oder einen Mâcon-Villages von Jean Thévenet und der Domaine Bongran (untypisch fürs Burgund nicht ganz trocken und mit Hauch Botrytis). Ansonsten fällt mir wenig ein. Welchen tendenziell eher trockenen/halbtrockenen (deutschen oder österreichischen) Wein würdet Ihr nehmen??? Frohes Fest + besinnliche und genussreiche Feiertage wünscht Heiko. > -----Ursprüngliche Nachricht----- > Von: weinforum_owner@apris.de [mailto:weinforum_owner@apris.de]Im > Auftrag von Heiko Reinartz > Gesendet: Freitag, 22. Dezember 2006 14:51 > An: weinforum@wein-plus.de > Betreff: [weinforum] Alle Jahre wieder: Marriage-Ueberlegungen zum > > > Alle Jahre wieder... > stelle ich mir bei einem Mahl, was im Gedächtnis bleiben soll, die > schwierige Frage der möglichst perfekten "Marriage" (Hochzeit), wie der > Franzose treffend sagt, zwischen Essen und Wein. Dabei kommt bei mir wie > sicher bei vielen von Euch "Freaks" manchmal die Weinüberlegung vor den > Überlegungen zum passenden Essen. (Die Probleme möchte der typische > Aldi-Weinkunde mal haben). > Wer hat Tips zu den folgenden Problemen? > > Problem Nr. 1: Es gibt zur Vorspeise am Heiligabend einen "Grand > Siécle" von > Perrier, zwar eine Jahrgangscuvée (vermutlich 93/95/96), aber > immerhin ein > "Prestige-Champagner", kein klassischer NV. > Was passt dazu, wenn es Heiligabend eher schnell gehen soll mit > dem Kochen? > Eine Idee ist ein Rächerlachstartar. Das müsste man einfach mal > ausprobieren, aber irgendwie hab ich da Bedenkungen. Dem fettigen > Charakter > des Aals kann der Champagner evtl. mit seiner Spritzigkeit einen positiven > Kontrapunkt setzen, aber was ist mit der Räuchernote??? > Jetzt kommt mir aber bitte nicht mit Wodka, ich will schon > Chamapgnertrinken. :-) > Dann lieber eine andere Vorspeisenidee, wenn IHr Probleme seht, dass diese > Paar sich glücklich verheiratet. Was wäre Eure Idee mit relativ geringem > Kochaufwand??? > > > Problem Nr. 2: Selbstgebeizter Lachs mit Dill und (moderat) Gewürzen > Ein 2002er Idig von Christmann konnte sich zuletzt behaupten und erschien > durchaus passend, wenn auch nicht ganz ideal als Kombination. Das > geht noch > besser. > Überlegung 1: 2002er Chablis "Montée de Tonnere" 1er Cru von > William Fêvre > Großer Chablis ganz ohne Holzton, aber ist er evtl. zu trocken > gegenübe r dem > leichten "Zuckerschänzchen im Lachs? > Überlegung 2: Champagner, z. B. Pol Roger 1996 > oder Riesling Sekt, z. B. Bründlmayer Brut > Überlegung 3: Doch ein Riesling Großes Gewächs? Da ist die > Auswahl in meinem > Keller groß. Was meint ihr? > Überlegung 4: Könnte auch ein Chardonnay mit (kleiner) > Barriquenote passen? > In dem Fall fällt mir zuerst ein 2002er Chassagne-Montrachet 1er Cru "En > Virondot" von Marc Morey ein, eine der höchstgelegenene 1er Cru-Lagen in > Chassagne, der viel Mineralik und relative Frische/Schlankheit > mitbringttrotz der aromatischen Dichte. > > > Problem Nr. 3: Rehrücken (natürlich rosa gebraten) mit einer > Selleriemousse, > Rotweinbirne und pikanter Beerensauce. > Französisch muss der Wein sein, so frankophil finde ich mich. In Frage > kommen vor allem Burgunder, Rhône und Bordeaux. Wobei vom Gefühl her > Burgunder meine erste Wahl wäre: > Z.B. ein 1993er Vosne-Romanée von Clavelier-Brosson (heute Bruno > Clavelier) > oder ein 1996er Gevrey-Chambertin "Les Corbeaux" von Denis Bachelet > oder ein 1997er Nuits St. Georges "Les Vaucrains" von Robert Chevillon > oder ein 1996er "Le Corton" von Bouchard Père et Fils > Die meisten wohl noch nicht ganz ausgereift, aber damit muss ich leben. > Ich hätte auch noch 1999er Beaune, Volnay und Pommard 1er Crus. > Was meinen > die Burgunderkenner? Welche Gemeinde passt am besten zum Reh? > > Da sowieso zwei Rotweine auf müssen, wird wohl auch noch ein > Rhône oder ein > Bordeaux dran glauben müssen. Was passt besser? > Welches Châteauneufweingut würdet Ihr wählen? Die Auswahl ist gro ß genug, > dass Ihr aus dem Vollen schöpfen könnt. Nur ganz ausgereifte > Weine habe ich > kaum. Mir fallen spontan einige 2000er ein (Felix, Janasse VV, Mon Aieul, > Mordoree > Oder 2001er Vieille Julienne VV oder 1998er Papet? > Oder gar nördliche Rhône? Côte R1ôtie von Jamet oder Hermitage von > Chapoutier? > Beim Thema Bordeaux fällt mir spontan der 1995er Montus > "Prestige" ein. ;-) > Den durfte ich letzte Woche bei Weinfreund Uwe nicht aufmachen, > er ist aber > diese Woche fällig. > Ansonsten: Bordeaux welchen Alters? Ich habe keine 1ers, es muss sich also > irgendwo zwischen Léoville-Barton und guten Cru Bourgeois wie Sociando > bewegen. Oder besser rechtes Ufer oder GRaves? > > Fragen über Fragen. Ich finde die aber abgesehen vom konkreten Fall so > spannend, dass ich finde so was gehört in unserem Forum ruhig diskutiert. > Also los: Meinungen, Ideen??? > Und bitte traut Euch, auch wenn es nur zu einem Teilaspekt ist. Ich lerne > bei diesem Thema brennend gern dazu und bin damit hoffentlich nicht der > einzige. > Liebe vorweihnachtliche Grüße > Heiko > > > > > > > > > -- > |
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von Dominik Ziller