| Datum: 2006-12-22 14:51:26 |
| Absender: Heiko Reinartz |
Betreff: Alle Jahre wieder: Marriage-Ueberlegungen zum |
| Alle Jahre wieder... stelle ich mir bei einem Mahl, was im Gedächtnis bleiben soll, die schwierige Frage der möglichst perfekten "Marriage" (Hochzeit), wie der Franzose treffend sagt, zwischen Essen und Wein. Dabei kommt bei mir wie sicher bei vielen von Euch "Freaks" manchmal die Weinüberlegung vor den Überlegungen zum passenden Essen. (Die Probleme möchte der typische Aldi-Weinkunde mal haben). Wer hat Tips zu den folgenden Problemen? Problem Nr. 1: Es gibt zur Vorspeise am Heiligabend einen "Grand Siécle" von Perrier, zwar eine Jahrgangscuvée (vermutlich 93/95/96), aber immerhin ein "Prestige-Champagner", kein klassischer NV. Was passt dazu, wenn es Heiligabend eher schnell gehen soll mit dem Kochen? Eine Idee ist ein Rächerlachstartar. Das müsste man einfach mal ausprobieren, aber irgendwie hab ich da Bedenkungen. Dem fettigen Charakter des Aals kann der Champagner evtl. mit seiner Spritzigkeit einen positiven Kontrapunkt setzen, aber was ist mit der Räuchernote??? Jetzt kommt mir aber bitte nicht mit Wodka, ich will schon Chamapgnertrinken. :-) Dann lieber eine andere Vorspeisenidee, wenn IHr Probleme seht, dass diese Paar sich glücklich verheiratet. Was wäre Eure Idee mit relativ geringem Kochaufwand??? Problem Nr. 2: Selbstgebeizter Lachs mit Dill und (moderat) Gewürzen Ein 2002er Idig von Christmann konnte sich zuletzt behaupten und erschien durchaus passend, wenn auch nicht ganz ideal als Kombination. Das geht noch besser. Überlegung 1: 2002er Chablis "Montée de Tonnere" 1er Cru von William Fêvre Großer Chablis ganz ohne Holzton, aber ist er evtl. zu trocken gegenübe r dem leichten "Zuckerschänzchen im Lachs? Überlegung 2: Champagner, z. B. Pol Roger 1996 oder Riesling Sekt, z. B. Bründlmayer Brut Überlegung 3: Doch ein Riesling Großes Gewächs? Da ist die Auswahl in meinem Keller groß. Was meint ihr? Überlegung 4: Könnte auch ein Chardonnay mit (kleiner) Barriquenote passen? In dem Fall fällt mir zuerst ein 2002er Chassagne-Montrachet 1er Cru "En Virondot" von Marc Morey ein, eine der höchstgelegenene 1er Cru-Lagen in Chassagne, der viel Mineralik und relative Frische/Schlankheit mitbringttrotz der aromatischen Dichte. Problem Nr. 3: Rehrücken (natürlich rosa gebraten) mit einer Selleriemousse, Rotweinbirne und pikanter Beerensauce. Französisch muss der Wein sein, so frankophil finde ich mich. In Frage kommen vor allem Burgunder, Rhône und Bordeaux. Wobei vom Gefühl her Burgunder meine erste Wahl wäre: Z.B. ein 1993er Vosne-Romanée von Clavelier-Brosson (heute Bruno Clavelier) oder ein 1996er Gevrey-Chambertin "Les Corbeaux" von Denis Bachelet oder ein 1997er Nuits St. Georges "Les Vaucrains" von Robert Chevillon oder ein 1996er "Le Corton" von Bouchard Père et Fils Die meisten wohl noch nicht ganz ausgereift, aber damit muss ich leben. Ich hätte auch noch 1999er Beaune, Volnay und Pommard 1er Crus. Was meinen die Burgunderkenner? Welche Gemeinde passt am besten zum Reh? Da sowieso zwei Rotweine auf müssen, wird wohl auch noch ein Rhône oder ein Bordeaux dran glauben müssen. Was passt besser? Welches Châteauneufweingut würdet Ihr wählen? Die Auswahl ist groß genug, dass Ihr aus dem Vollen schöpfen könnt. Nur ganz ausgereifte Weine habe ich kaum. Mir fallen spontan einige 2000er ein (Felix, Janasse VV, Mon Aieul, Mordoree Oder 2001er Vieille Julienne VV oder 1998er Papet? Oder gar nördliche Rhône? Côte R1ôtie von Jamet oder Hermitage von Chapoutier? Beim Thema Bordeaux fällt mir spontan der 1995er Montus "Prestige" ein. ;-) Den durfte ich letzte Woche bei Weinfreund Uwe nicht aufmachen, er ist aber diese Woche fällig. Ansonsten: Bordeaux welchen Alters? Ich habe keine 1ers, es muss sich also irgendwo zwischen Léoville-Barton und guten Cru Bourgeois wie Sociando bewegen. Oder besser rechtes Ufer oder GRaves? Fragen über Fragen. Ich finde die aber abgesehen vom konkreten Fall so spannend, dass ich finde so was gehört in unserem Forum ruhig diskutiert. Also los: Meinungen, Ideen??? Und bitte traut Euch, auch wenn es nur zu einem Teilaspekt ist. Ich lerne bei diesem Thema brennend gern dazu und bin damit hoffentlich nicht der einzige. Liebe vorweihnachtliche Grüße Heiko -- |
|


von Dominik Ziller