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Datum: 2006-02-27 12:09:01
Absender: gelderblom

Betreff: Cornelissen (Mister Lava-Lava)

Hallo Koal,
> Servus Jan,
> nein, Nachgärung ist dann der falsche Ausdruck. Wenn er auch gerne gebraucht
> wird.
> Richtig wäre: verschleppter biologischer Säureabbau. Daher kommen die
> Sauerkrautnoten, die auf einen nicht passenden PH-Wert hinweisen können ,
> genauso gut aber auch auf einen anderen Bakterienstamm als Oenococcus Oeni,
> oder beides. Auch hier wird immer CO2 erzeugt, das aber sehr oft feiner
> (unmerklicher) auftritt, als bei einer Nachgärung. Aber auch bis hin zum
> sehr vernehmlichen "Ploppp".
>
Hierauf können wir uns gerne einigen. Was mich anbetrifft, so schmecke
und rieche ich diese Veränderungen recht früh. So früh jedenfalls dass
ich noch kein CO2 wahrnehme.
Ich denke ich interpretiere Dich richtig: der verschleppte biologische
Säureabbau hätte verhindert werden können, wenn zur Konservierung
geschwefelt worden wäre, oder?


> Andere bakteriologische Probleme, die bei etwas blauäugigen Quer- und
> ebensolchen "Fach"einsteigern auftreten können, müsste man im Einzelfall
> analysieren.
>
> Ich würde aber auch gerne wissen, wie du zu der Aussage kommst, dass
> Nachgärungen bei ungeschwefelten Weinen "nicht unüblich" wären? Wo es nichts
> mehr zu vergären gibt, da nützen doch die besten Bedingungen nichts.
>
Dann nehme ich Nachgärung zurück, falls das nicht der richtige Begriff
ist. Ich meine Aktivität der Hefen. âhnlich wie beim Sauerkraut, wo ja
auch kein Zucker zu vergären ist. Was bei ungeschwefelten Weinen da
biologisch passiert, da habe ich leider keine Ahnung. Nur habe ich die
Erfahrung gemacht daß diese nur bedingt stabil sind. Und die
Lagertemperatur ist hier m.E. der entscheidende Punkt weshalb
ungeschwefelte Weine nicht immer stabil bleiben. Und die für die
Stabilität notwendigen max 14 °C sind halt schwer einzuhalten.

> Und weiters: warum ist "schlechte Lagerfähigkeit logisch"? Und überha up t mit
> solchen scheinbaren Schwankungen, die ich allerdings auf etwas Anderes
> zurückführe. Ich bin nun wirklich kein großer Anhänger von völl ig er
> Schwefelabsenz, aber das würde ich gerne näher besprechen, in Ruhe
> natürlich.
>
Logisch ist die schlechte Lagerfähigkeit bei ungeschwefelten Weinen weil
diese nicht unbedingt temperaturstabil sind wegen der fehlenden
konservierenden Wirkung des Schwefels.
Aber das Thema ist eben ziemlich komplex. In Wirklichkeit ist es halt
nicht nur der Schwefelgehalt, auch andere Dinge beeinflussen die
Stabilität: Säure, Botrytis, Druck, Alkohol, Salz(?) und sicher noch
viel mehr.

Worauf führst Du denn die Schwankungen zurück? Und wieso "scheinbare
Schwankungen"?
Bei solchen Unterschieden in der Bewertung kann ich eigentlich nur an
unterschiedlich gute Flaschen glauben. Aber ich hoffe ja noch, selber
mal kosten zu dürfen.

Gruß Jan


> LG
> Koal
>
>
>> -----Ursprüngliche Nachricht-----
>> Von: unmodweinforum_owner@apris.de
>> [mailto:unmodweinforum_owner@apris.de]Im Auftrag von gelderblom
>> Gesendet: Montag, 27. Februar 2006 10:36
>> An: weinforum@Wein-Plus.de
>> Betreff: [unmodweinforum] Cornelissen (Mister Lava-Lava)
>>
>>
>> Hallo Wolfgang,
>> bei alkoholischer Nachgärung (wenn Restzucker vergoren wird) habe ich
>> auch immer CO2 gespürt.
>> Wenn jedoch trockene ungeschwefelte Weine instabil werden (ich weiß
>> nicht ob nachgären hier der richtige Begriff ist) tritt m.E. nich
>> notwendig CO2 auf. Typisch sind hier sauerkrautige Noten wie von Dieter
>> beschrieben. Hast Du die eigentlich auch geschmeckt? Das wäre ein klares
>> Indiz.
>>
>> Gruß Jan
>>
>>> Hallo Jan,
>>>
>>> natürlich könnte sich der Wein verändert haben. Allerdings
>>>
>> besitzen alle
>>
>>> Flaschen, die ich bisher verkostet hatte, in diesem Punkt grundsätzli ch
>>> das gleiche Problem. Auch die Notizen von anderen Weintrinkern sind in
>>> der Beschreibung sehr ähnlich - auch wenn die Wertung anders sein mag.
>>>
>>> Kein Cornelissen-Wein zeigte bei mir bisher eine schmeckbare CO2, ein
>>> (nicht das einzige!) Indiz für Nachgärung. Ich bin fast sicher,
>>>
>> dass die
>>
>>> Probleme des Weines (flüchtige Säure, beim Conradino ein deutlicher
>>> Essigstich, ansonsten vom BSA stammende Aromen) mit dem Ausbau
>>> zusammenhängen - allerdings bei ungeschwefelten Weinen nicht
>>> zwangsläufig sind.
>>>
>>> Den Contadino hätte ich übrigens dem Händler, bei dem ich ihn erworben
>>> hätte, zurückgebracht. AUf dem Etikett steht nicht, dass es sich um
>>> Essig handelt.
>>>
>>> Herzlich
>>> Wolfgang Faßbender
>>> http.//wolfisweinworte.blogg.de
>>>
>>>
>>> -----Original Message-----
>>>
>>>
>>>> Date: Sun, 26 Feb 2006 20:10:12 +0100
>>>> Subject: [weinforum] Cornelissen (Mister Lava-Lava)
>>>> From: gelderblom
>>>> To: weinforum@wein-plus.de
>>>>
>>>>
>>>
>>>> Hallo Dieter,
>>>> die von Dir beschriebenen Noten (insbesondere Sauerkraut und saure
>>>> Gurke) lassen darauf schließen, daß Deine Flaschen fehlerhaft waren.
>>>> Ich denke, eine Nachgärung ist hier wahrscheinlich und ist bei
>>>> ungeschwefelten Weinen auch nicht unüblich. Über 14 °C können die
>>>> Hefen schnell wieder aktiv werden und dann ist der Wein hinüber.
>>>> Ich kenne die beschriebenen Weine (noch) nicht, hoffe aber daß Stefan
>>>> Höpfner mal eine Flasche spendiert, bevor sein Kauf auch über den
>>>> Jordan ist.
>>>> In sofern glaube ich auch, daß sowohl die negativen wie die positiven
>>>> Beschreibungen hier im Forum durchaus stichhaltig und nicht
>>>> widersprüchlch sind. Auf die schlechte Lagerfähigkeit (die bei
>>>> ungeschwefelten Weinen logisch ist) sollte allerdings der Winzer bzw.
>>>> der Händler hinweisen.
>>>>
>>>> Gruß Jan
>>>>
>>>>



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