| Datum: 2006-02-26 12:24:13 |
| Absender: WFassbender@t-online.de |
Betreff: Re: Cornelissen (Mister Lava-Lava) |
| Bevor der gesammelte Zorn der Niederrheiner auf dich herunterstürzt, noch ein Wort zur Güte: > Anders kann ich jedenfalls die Jubelbewertungen fuer die > Cornelissen-Weine nicht erklaeren, die hier in den vergangenen Tagen > und Wochen zu lesen waren. Ich denke eher, dass man so ungewöhnliche Weine nicht mit normalen Maßstäben werten kann. Der eine erkennt die Faszination von Sizilien, Geschichte, âtna, Lava, denkt an Pasta mit Pininenkernen, Fenchel und kandierter Zitrone, gefolgt von Pistazienparfait, an glutäugige Sizilanerinnen und Urlaub am Meer. Der andere sitzt nüchtern im kalten Kölner Winter. Und beide kommen bei DIESEN Weinen nicht auf einen Nenner. Wobei ich zugebe, dass der > 1. Cornelissen Contadino I (ca. 14,50 Euro) > Farbe trueb-schlammig, das erinnert an in Wasser angeruehrten > Ziegelstaub auch für mich nichts mit Wein zu tun hatte. Das war einfach ein mäßig gelungener Essig. So was für knappe 30 Alte Deutsche Mark feilzubieten, ist wirklich... dreist. So eine Chuzpe haben nur wenige Winzer - aber eigentlich sind es natürlich die Käufer schuld, die sich so was in den Keller legen. Für mich komplett fehlerhaft, klar unter 70/100 - bitte zwinge mich nicht, genauere Noten zu geben. > 2. Cornelissen Mongibello 2001/2002 (ca. 28 Euro) > Schlammige Farbe, allerdings hier nicht aus ostfriesischen Ziegeln, > sondern aus hellschwarzer Lava angeruehrt. Den Wein habe ich ja vor drei Wochen verkostet und ambivalent beschrieben - ich sah ihn diesmal schwächer, OBWOHL wir ihn mit abnehmendem Mond verkosten konnten und damit im geforderten Zustand. Zurückhaltend in der Nase, oxidativer als damals, säuerlich, sehr aufrauende Gerbstoffe, trocknend,allerdings lang, eine gewisse Komplexität, allerdings auch eine völlige Dissonanz, leichter Essigstich, wiederum unbewertbar (wenn's sein müsste: 75/100) Den Magma möchte ich schon noch mal verkosten, bei diesen beiden Weinen verzichte ich auf weitere Versuche und wünsche dem Winzer, dass er seine eigene Philosophie nochmal einer kritischen Überarbeitung unterzieht. Das sizilianische Terroir ist viel zu gut, um solche grenzwertigen Weine (beim Contadino: "Weine") zu machen. Zenner zeigt doch, dass es auch anders geht! Herzlich Wolfgang Faßbender wolfisweinworte.blogg.de -- |
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