| Datum: 2006-02-25 22:05:17 |
| Absender: Dominik Ziller |
Betreff: Cornelissen (Mister Lava-Lava) |
| So, jetzt ist es amtlich: Die Niederrheiner haben den besten Aprilscherz der letzten Jahre abgelassen, nur leider schon im Karneval. Anders kann ich jedenfalls die Jubelbewertungen fuer die Cornelissen-Weine nicht erklaeren, die hier in den vergangenen Tagen und Wochen zu lesen waren. Ich sehe das Ganze etwas anders, hier die Verkostungsnotizen, die natuerlich ebenso subjektiv sind wie die Duesseldorfer Elogen: 1. Cornelissen Contadino I (ca. 14,50 Euro) Farbe trueb-schlammig, das erinnert an in Wasser angeruehrten Ziegelstaub, und zwar von diesen roten Ziegel, aus denen man im norddeutschen Tiefland gerne einmal baut. Ich weiss das deshalb, weil ich in der Gegend als Kind mal eine Weile leben musste und auf verschiedenen Baustellen in der Nachbarschaft die Gelegenheit hatte, aus Ziegelstaub und Wasser einen prima Schlamm zu fabrizieren, den meine Mutter immer sehr gerne aus meinen Klamotten gewaschen hat. In der Nase ein seltsam botrytisch-gummibaerchenesker Ton, der Spuren von Senfgurken (!) aufweist. Am Gaumen aber weder senfgurkig noch botrytisch, sondern unglaublich sauer, oxidativ, leicht kohlensauer, so eine Art mit Mineralwasser versetzter Trinkessig. Ist das wirklich aus Trauben hergestellt? Dies koennte der erste Wein sein, der durch die ALDI-Qualitaetspruefung faellt. Vielleicht hilft er ja gegen Vogelgrippe, fuer irgendwas muss das Zeug schliesslich gut sein und eins steht fest: Diese Fluessigkeit ist eher zur aeusseren Anwendung bestimmt. Wenn die Uschi-Glas-Hautcreme zugelassen ist, wird auch dieser Stoff auf Tiegel zu fuellen und als Packung fuer schnell fettende Mischhaut zu verkaufen sein. Jetzt weiss ich, warum die Belgier lieber Bier trinken. Von mir 47 von 100 Punkten, das ist von allen Fluessigkeiten, die mir je als Wein vorgesetzt worden sind, mit Sicherheit diejenige, die mir am wenigsten zugesagt hat. 2. Cornelissen Mongibello 2001/2002 (ca. 28 Euro) Schlammige Farbe, allerdings hier nicht aus ostfriesischen Ziegeln, sondern aus hellschwarzer Lava angeruehrt. Nun wissen wir von "Lets talk about wineaehnliche Getraenke", dass man den Wein nur wuerdigen kann, wenn man vorher an Lava geleckt hat. Ich habe mir also am selben Abend eine Doppelportion Lava am Stiel zubereitet und mir die Zunge daran wund gescheuermannt, aber es hilft alles nix, diesem Wein kann ich trotzdem nichts abgewinnen. Die Nase, da muss ich schon alle Kreativitaet bemuehen, um meinen Eindruck irgendwie in Worte zu fassen, erinnert an eine Tiefkuehlerdbeere, die man im Toaster turboerhitzt. Also, "erinnert" ist jetzt das falsche Wort, weil ich das noch nie ausprobiert habe. Aber so ungefaehr muesste das riechen, das teeig-Pafuemierte der Tiefkuehlerdbeere, dazu (an-)gebrannt-toastige Aromen, es faellt mir schwer von etwas anderem als von Gestank zu sprechen. Fluechtige Saeure, die so fluechtig ist, dass der sizilianische Commissario Montalbano seine gesamte Truppe mobilisieren muesste, um sie wieder einzufangen. Ein herrlicher Essigstich am Gaumen, kuenstliches Erdbeeraroma, pafuemiert, alkoholstichig. Leider auch noch ziemlich lang! Immerhin etwas besser als der erste Wein, koennte ganz knapp die Qualitaetspruefung bei LIDL bestehen. 59 von 100 Punkten und fuer diesen Preis wohl eher eine Karnevalsnummer? Das alles sind natuerlich nur meine ganz subjektiven Eindruecke... Gruss Dominik, alias Mister Lava-Lava P.S. Gib es zu, Cornelissen, der Wein stammt aus Molwanien! -- |
|


von WFassbender@t-online.de
von Hanke Kunststofftechnik GmbH
von WFassbender@t-online.de
von Alexander Prangenberg
von wolfgang martin