| Datum: 2006-02-24 09:44:25 |
| Absender: Werner Elflein |
Betreff: Re: VKN : 2 x Molitor 2004 |
Hallo Stephan, viele trockene Weine vor allem der südlichen Hemisphäre beeinDRUCKen zunächst einmal nur durch ihren Alkohol, der Fülle und damit eine gewisse Qualität suggerieren soll, die in vielen Fällen gar nicht vorhanden ist. In den vergangenen Wochen durfte ich anhand zweier einstmals hochgelobter Rieslinge, namentlich: 1997er Forster Kirchenstück von Bürklin-Wolf (Gault Millau: 16/20) und 2000er Königsbacher Idig von Christmann (Gault-Millau featuring Jürgen Mathäß: 92/20 - bester trockener Riesling des Jahres!), wieder einmal nachvollziehen, wie schwach sich Weine dieser Stilrichtung oft nach nur wenigen Jahren präsentieren: phenolisch und bitter. Leider sind das keine Einzelfälle. Die Molitor-Rieslinge sind ja keineswegs weniger konzentriert (eher ist das Gegenteil der Fall), und insbesondere die Auslese ** dürfte die 100-Öchsle-Grenze deutlich überschreiten. Ich hatte sie übrigens vergangene Woche zusammen mit elf anderen Molitor-Rieslingen des Jahrgangs 2004 im Glas und teile deine Auffassung, dass es sich um einen erstklassigen Wein handelt. Ich habe ihn sogar bei 94 Punkten (Langzeitprognose) gesehen. Dagegen hat der trockene Kabinett bei mir wegen des austrocknenden "Jahrgangsgerbstoffs" schwächer abgeschnitten und landete bei 81 Punkten. Als großartig empfand ich übrigens die trockene Spätlese aus dem Erdener Treppchen (92). Die restsüßen Rieslinge sind mal wieder a class for its own. Viele Grüße Werner >Liebe Forumsteilnehmer, > >in den letzten beiden Tagen hatte ich zwei Rieslinge von Markus >Molitor im Glas, die zeigen, daß trockene Spitzenweine nicht >unbedingt viel Alkohol benötigen. > >2004 Zeltinger Sonnenuhr Riesling Kabinett trocken > >Noch leicht hefiger Duft nach âpfeln und Pfirsichen, mit etwas Luft >dominiert der Pfirsich, trotz lediglich 11 % Alkohol recht fülliger >Körper, der eher an eine Spätlese erinnert, klare, saftige, >delikate >Frucht, eher weiche Textur, die aber belebt wird durch einen >wunderschönen Säurenerv, der sich vom Auftakt hinweg bis in den >erstaunlich langen Abgang zieht. Erstklassiger, substanzreicher >Kabinett. 86 Punkte > >2004 Zeltinger Sonnenuhr Riesling Auslese** trocken > >Noch etwas verschlossen wirkender, tiefer, kühler und >vielschichtiger >Duft mit Noten von Pfirsichen, Ananas, Kräutern und Tabak, sehr >kraftvoller Körper, saftige, komplexe Frucht, die wie auf Granit >gebaut wirkt, zupackend und druckvoll, hochfeine Säure, langer >Nachhall. Erinnert ein wenig an Wachauer Smaragd-Rieslinge, kommt >aber mit 12 % Alkohol aus. Selten hat mich ein trockener Wein mit >einer so moderaten Alkohogradation derart beeindruckt. 92 Punkte > >Herzliche Grüße aus Berlin > >Stephan Hagen Meine Visitenkarte Online: www.wein-plus.de/karte/elflein Dieser Beitrag wurde mit dem webbasierten Zugang zum Forum erstellt: www.wein-plus.de/forum/ -- |
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von Stephan Hagen