| Datum: 2007-03-07 22:11:16 |
| Absender: Bernd Beckschwarte |
Betreff: VKN La Dame de Montrose 1996 |
| Nachlese La Dame de Montrose 1996 Erster nachverkosteter Wein einer Feier vom Samstag, dem 03.03. Korken gezogen: 03.03.07, ca. 19.45 Uhr Nachverkostung: 05.03.07, 20.00 Uhr Auge: Purpur. Ganz wenig Wasserrand. Ein winzig wenig eingetrübt, nichts Schlimmes. Nase: erkennbar ein schöner Nordmedoc. Bäuerlicher Jungspund. (.., jedoch ohne irgendeinen stallstinkigen oder fleischigen Ton, wie ihn manche Montrose erst gern zeigen, Unkundige abzuschrecken.) Voller roter Beeren. Gewürze. Pfeffer und Kardamom. Mund: Rund und wohlgefällig, mit einem kleinen schnellen Pelz hintendran. Nun ja, eine Dame. Etwas kapriziös. Soll sie eben einen kleinen Pelz in Tannin tragen. Solange der nicht acht oder achtundzwanzig Mardern fehlt. Pelz auch innen im Glase: ein kleines verkohltes Baumstämmchen sammelt sich schwarz an Depot unten im Glase. Abgang: Schöner Nachhall. Wertung: Die Dame ist ein schöner Wein, aber zu jung. Noch nicht ausgereift. Etwas nachgelassen hat sie nun. So einzwei Punkte möchten fehlen gegen Samstagabend. Nicht so, dass man präzise angeben könnte, wo genau sie nun nachgelassen habe. Aber weiter noch ein Gedicht von Medoc-Wein. Ein gelungenes Exemplar eines Zweitweines. Gern gibt man noch so 85 Punkte auf das Stöffchen. Was mich zuerst überraschte am Montagabend: dass das Ding zwei Tage nun schon offen war und erstaunlicherweise noch nicht kaputt. Ihr erinnert euch der Saga von den ¢luftgierigen¢ Montrose (von mir so bezeichnet). Die die Luft so sehr brauchen, um sich zu entwickeln. Die sich dann aber nach 40 oder 48 Stunden innerlich zerlegen an der aufgenommenen Luft. Vielfach beobachtet: 1990 La Dame, 1991 Montrose, 1996 La Dame de Montrose auch, und noch zweidreie (kein 1990er, die waren immer ratzfatz leer..). Allerdings Flaschen, die unter Vakuum (naja, mit verringertem Luftdruck) standen. Da La Dame eine Rettungsbottel war (Ersatz des verkorksthalskranken Amselgesangs) und mitgebracht vom leicht stauverspäteten Besuch, hatte sie weniger Luft bekommen als vergleichsweise die anderen Weine beim Double decanting. Und sie ruhte hinterher still, Korken drauf. Andere Botteln waren gefragter. Bewegter. Diesmal hatte sie es überstanden bis zum Wiedererwachen der Neugier.. Glücklich darf sich schätzen, wer in der trüben Noch-Nicht-Richtig-Frühlingszeit sich die Abende mit Resten einer Bordeaux-Verkostung verschönern darf. -- |

