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90-94: Hervorragend
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100: Einzigartig

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"Die Auszeichnung Kollektion des Jahres bezieht sich jeweils auf das im der Auszeichnung vorangegangenen Jahr angestellte Sortiment. Sie beruht also nicht zwingend nur auf dem letzten verfügbaren Jahrgang. Die Voraussetzung für die Auszeichnung ist ausschließlich die meiner Ansicht nach beste Kollektion eines Anbaugebietes, weshalb ein Weingut auch mehrmals hintereinander geehrt werden kann. Sollten zwei Beriebe ein gleichwertiges Sortiment angestellt haben, entscheidet zunächst die Vollständigkeit der Kollektionen über den Erhalt der Auszeichnungen. Gibt es auch hier keine Unterschiede wird der Berieb bevorzugt, der die Auszeichnung noch nicht erhalten hat. Kann auch so der Preisträger nicht ermittelt werden, bekommen beide Erzeuger den Titel."

Marcus Hofschuster

Preisträger der Kollektion des Jahres

Jedes Jahr im Frühjahr wird von Wein-Plus die Kollektion des Jahres für Deutschland verliehen!

Damit werden die Erzeuger besonders gewürdigt, die für ihr Anbaugebiet im jeweiligen Vorjahr das jeweils beste Sortiment mit einer herausragenden Qualität präsentiert haben.

Am 29. März 2009 wurden ausgezeichnet:

Preisträger: Weingut Adeneuer, Ahr



Die Gebrüder Adeneuer gehören zu den wenigen Rotweinproduzenten im Land, die sich nicht an Moden orientieren, sondern viel mehr ihren Weinbergslagen vertrauen, den aus ihnen gewonnenen Trauben und letztlich ihrem eigenen Können. So entstehen hier Weine mit unverwechselbarer Persönlichkeit, kräftig zwar, aber nicht plump und schwer, geschliffen, aber nicht glatt, ausdrucksstark, aber niemals laut und dröhnend, wie wir das von vielen modernen, überladenen und oft eichenholzgeschwängerten Rotweinen neuerer Generation kennen. Im Gegensatz zu manchen anderen Weinbaugebieten Deutschlands hatte die Ahr 2006 Glück und konnte einen der besten Jahrgänge der Dekade verzeichnen. Die Spätburgunder von Adeneuer sind nicht nur vom Basiswein bis zu den Großen Gewächsen durchweg außerordentlich gelungen, mit dem Versteigerungswein aus der Gärkammer hat man hier auch einen der Weine des Jahres produziert. Nach 2007 erhält das Weingut Adeneuer die Kollektion des Jahres heuer zum zweiten Mal.


Preisträger: Weingut Bercher, Baden



In einer Zeit, in der vordergründige, plakative Frucht mehr zählt als Sorten- und Herkunftscharakter, in der Zucker an breiter Front echte Substanz ersetzt und selbst in vielen Fachkreisen Lautstärke deutlich mehr honoriert wird als Tiefe, steht das Weingut Bercher wie ein Fels in der Brandung. Nichts ist hier aufgehübscht, nichts glattgebügelt, nichts überzogen und laut. Die Weine der Familie Bercher spiegeln ihre Herkunft und den Charakter ihrer Rebsorten in einer Art und Weise wieder, wie man das derzeit nur von wenigen Betrieben im Land gewohnt ist. Jahr für Jahr beeindruckt uns dieses Gut mit seinen auf völlig unprätentiöse Art tiefen und ausdrucksstarken Weinen. Dabei haben sich Berchers mit dem Jahrgang 2007 noch einmal übertroffen und eine erstklassige Serie an Weißweinen aus Burgundersorten vorgelegt, die man auch am Kaiserstuhl mit seinen idealen Bedingungen für diese Varietäten nicht oft findet. Wir sind schon gespannt, wie sich die prachtvollen trockenen Spätlesen und Großen Gewächse von Chardonnay, Grauburgunder und Weißburgunder entwickeln werden. So überzeugend die Weine auch heute schon sind, präsentieren sie sich im Augenblick noch mit Bercher-typischem Understatement, so dass wir in den meisten Fällen erst in einigen Jahren erfahren werden, was sie wirklich alles zu bieten haben. Dabei darf man die Kabinette dieser Sorten nicht vergessen, die schon jetzt unwiderstehlich schmecken, ohne dass man sich mit ihrem Genuss besonders beeilen müsste. Nach 2006 und 2008 erhält das Gut die Kollektion des Jahres bereits zum dritten Mal.


Preisträger: Weingut Fürst, Franken

Dass Paul Fürst einer der Pioniere unter den modernen Rotweinproduzenten Deutschlands ist, muss wohl kaum mehr extra erwähnt werden. Doch so sehr er in den 80er Jahren des vorigen Jahrhunderts auch seiner Zeit voraus war, so wenig ließ er sich in der Folgezeit von Weinmoden beeindrucken. Seine Früh- und Spätburgunder wurden nicht immer dicker, alkoholstärker und holzbetonter wie so viele andere in den letzten 20 Jahren. Freunde auffälliger Blockbuster-Weine kamen hier immer zu kurz. Paul Fürsts rote Burgunder lebten stets von ihren Feinheiten, ihrer Tiefe und nicht zuletzt vom klaren Ausdruck ihrer Herkunft. Die Stilsicherheit, mit der hier seit bald einem viertel Jahrhundert Rotweine von internationalem Format, aber gleichwohl unverwechselbarem Charakter produziert werden, ist ein rares Gut in der vor schnellebigen Moden nicht eben gefeiten Weinwelt. So ist es auch kein Wunder, dass Paul Fürst die Auszeichnung "Kollektion des Jahres" nach den Jahren 2003, 2004 und 2005 nun schon zum vierten Mal erhält. Mit ihr sollen aber nicht nur die exzellenten Rotweine des Jahrgangs 2006 honoriert werden. Auch die Weißweine aus 2007 knüpfen nach einer Phase mit schwankenden Ergebnissen wieder an die besten Zeiten dieses Gutes an. Nach 2003, 2004 und 2005 erhält Paul Fürst die "Kollektion des Jahres" nun zum vierten Mal.


Preisträger: Weingut Matthias Müller, Mittelrhein



Der Bopparder Hamm ist einer der spektakulärsten Weinberge Deutschlands. Schon auf den ersten Blick kann man das enorme Potenzial dieses teilweise extrem steilen Hangs, der sich über die größte aller Rheinschleifen erhebt, zumindest erahnen. Dennoch kamen Weinfreude im letzten Jahrhundert nur selten in den Genuss eines Weins, der die Möglichkeiten der besten Lagen des Hamm zum Ausdruck brachte. Viel zu lange war es den ansässigen Produzenten aufgrund der spärlichen Erlöse, die sie mit ihren Weinen erzielten, kaum möglich, auf diesem schwierig zu bearbeitenden Terrain die Sorgfalt walten zu lassen, die für die Erzeugung erstklassiger, charaktervoller Weine nötig ist. Wenn dieser Teil des Mittelrheins nach und nach die Aufmerksamkeit erhält, die er verdient, ist das auch der Verdienst von Matthias Müller. Das Weingut verfügt über weniger als ein Zehntel der Weinbergsfläche des Bopparder Hamm, produziert aber mit die charaktervollsten Weine der Region. Damit prägt Matthias Müller wie kaum ein Anderer die Vorstellung davon, welche Art Wein man im Idealfall aus den Lagen dieses einzigartigen Hangs man erwarten darf. Das Gut wurde bereits 2004 mit der "Kollektion des Jahres" ausgezeichnet.


Preisträger: Weingut Fritz Haag, Mosel



Das Weingut ist inzwischen fast eine Legende. Zu verdanken ist dieser Status nicht zuletzt Wilhelm Haag der diesen Betrieb zu einer der zuverlässigsten Quellen für erstklassigen Moselriesling überhaupt machte. Selbst in schlechten Jahren konnte man sich darauf verlassen, dass einem hier mit das Beste angeboten wurde, was im jeweiligen Jahrgang zu produzieren möglich war. Dabei blieb das Gut seinem Stil stets treu: wie nur wenige andere prägten die Rieslinge von Wilhelm Haag das Bild des schlanken und doch ausdruckstarken Moselrieslings. Gespannt durfte man sein, wie sich Stil und Qualität unter Wilhelm Haags Sohn Oliver entwickelten. Doch schon die ersten Jahrgänge unter der Leitung von Oliver Haag zeigen, dass man sich keine Sorgen um den Fortgang des Betriebes machen muss - und der Jahrgang 2007 macht deutlich, dass man es auch bei Haag Junior mit einem genialen Weinmacher zu tun hat. Nirgends an der Mosel sind die Weine brillanter, nirgends ausdrucksstärker und nirgends mineralischer als hier. Dabei bewahren sich diese Rieslinge eine geradezu selbstverständliche Eleganz und Finesse, die einem andernorts nicht selten unter Hinweis auf den Klimawandel als nicht mehr praktikabel verkauft wird, die aber auch unter idealen Bedingungen nur ganz wenigen Weinproduzenten weltweit gelingt - und je galang.


Preisträger: Weingut Hermann Dönnhoff, Nahe



Helmut Dönnhoff gehört eher zu den ruhigen und bescheiden wirkenden Weinproduzenten in Deutschland, und diese Charakterzüge scheinen sich auch in seinen Weinen wiederzuspiegeln. Auch diese sind niemals laut und aufdringlich; ihre noble Zurückhaltung sorgt eher dafür, dass man die Weine auf den ersten Blick eher unterschätzt. Dabei findet man in Deutschland nur wenige Rieslinge, die über eine ähnliche Tiefe und Komplexität verfügen, wie jene von Helmut Dönnhoff. Die süßen und edelsüßen Versionen erfreuen sich schon seit langer Zeit einer ikonenhaften Verehrung durch Rieslingliebhaber aus aller Welt, aber seit einigen Jahren entstehen hier auch trockene Rieslinge von außergewöhnlicher Klasse. Doch obwohl diese Weine in den letzten Jahren merklich an Kraft und auch Alkoholgehalt zugelegt haben, bleiben Feinheit, innere Ruhe und Herkunftscharakter doch ihre hervorstechenden Merkmale. Sowohl stilistisch als auch in ihren technischen Qualitäten sind die besten Weine von Helmut Dönnhoff, ganz gleich ob trocken, süß oder edelsüß, unverwechselbare Meisterwerke. Nach 2002 und 2003 erhält Dönnhoff die Auszeichnung nun zum dritten Mal.


Preisträger: Weingut Müller-Catoir, Pfalz



Lange Zeit verband man die Weine von Müller-Catoir unweigerlich mit dem Namen des langjährigen Kellermeister dieses Berühmten Weingutes, Hans Günter Schwarz, der dessen Aufstieg seit den 60er Jahren bis in die Spitze der deutschen Weinelite sicher entscheidend mitverantwortete. Der Ruf dieses genialen Weinmachers war zuletzt so groß, dass man seinen Weggang vor wenigen Jahren in der gesamten Weinszene eher besorgt zur Kenntnis nahm. Es schien nur schwer vorstellbar, dass ein junger Nachfolger die großen Fußstapfen würde ausfüllen können, die Schwarz ihm hinterließ. Doch die Sorge erwies sich als gänzlich unbegründet. Schon mit seinen ersten Jahrgängen ab 2002 machte Martin Franzen klar, dass er nicht gewillt ist, sein Wirken in den Schatten des berühmten Vorgängers zu stellen. Es folgte eine ganze Reihe beeindruckender Kollektionen, doch spätestens mit dem Jahrgang 2007 sollte auch dem letzten Zweifler klar werden, dass dieses Weingut nach wie vor zu den am besten geführten Betrieben des Landes gehört. Die Weine verfügen über eine Brillanz, Tiefe und Ausdruckskraft, wie man sie hier auch in den besten Zeiten der vergangenen Jahrzehnte nur selten erlebte. Es macht sprachlos, wie auf diesem Gut mit Riesling, Burgundersorten und aromatischen Varietäten gleichermaßen souverän umgegangen wird. Die trockenen Spitzen setzen Maßstäbe, die Trockenbeerenauslesen stehen im Gebiet nahezu außer Konkurrenz.


Preisträger: Weingut Peter Jakob Kühn, Rheingau



Wer dem freundlichen, bodenständig wirkenden Peter Kühn zum ersten Mal begegnet, der kann sich kaum vorstellen, welcher Rebell hinter dieser eher verbindlichen Fassade steckt. Wo Kühn Hand anlegt, bleibt inzwischen kaum ein Stein mehr auf dem anderen. Seine Weine sind in Deutschland revolutionär, in ihrer Art einzigartig - und alles andere als unumstritten. Dabei war Kühn schon als konventioneller Winzer erfolgreich, für seine edelsüßen Rieslinge sogar gerühmt. Nach einem Besuch bei einigen der besten, aber auch ungewöhnlichsten Weinproduzenten im italienischen Collio entschied er sich jedoch für einen radikalen Schnitt im Produktionsverfahren und damit auch im Stil vor allem der trockenen Weine. Maischestandzeit, Maischegärung, Gärung in Amphoren, Verzicht auf Temperaturkontrolle - alles wird hier ausprobiert. Doch es bleibt nicht beim Probierstadium. Der Jahrgang 2007 zeigt eindrücklich, dass sich Peter Kühn in seiner neuen, kompromissfreien Welt immer wohler und sicherer fühlt. Vor allem die trockenen Weine sind in dieser Form in Deutschland völlig einzigartig. Vor wenigen Jahren bewunderte Kühn noch die unvergleichliche Art, in der die Weine der friulischen Extremisten Stanko Radikon und Josko Gravner Kraft, Fülle, Substanz, Tiefe und ein eindeutig rotweinartiges Tannin mit süchtig machender Trinkigkeit verbinden; inzwischen kann er ihnen wohl auf Augenhöhe gegenübertreten. Dabei wollen wir die wesentlich konventioneller produzierten Edelsüßen nicht vergessen: allein für sie würde man das Weingut auch heute noch rühmen.


Preisträger: Weingut Bernard Pawis, Saale-Unstrut



Die Weingüter der östlichen Bundesländer Sachsen und Saale Unstrut hatten es sicher schwerer als alle anderen, sich auf dem deutschen Markt zu etablieren. Gerade im Bereich der hochwertigen Weine fehlte und fehlt sicher vielen Weinliebhabern das nötige Vertrauen, dem geforderten Preis auch angemessene Qualitäten zu erhalten. Der deutsche Osten hat also sicher noch immer ein gewisses Imageproblem. Wenn sich das nach und nach ändert ist das zweifellos auch ein Verdienst von Bernard Pawis, dessen fest gewirkte und geschliffene Weine in der Lage sind, auch die hartnäckigsten Vorurteile zu zerstreuen. Der Jahrgang 2007 setzt Maßstäbe für das Gebiet, sowohl was die Geschlossenheit des Sortiments angeht, als auch die Qualität in der Spitze.


Preisträger: Weingut Keller, Rheinhessen

Man könnte sich ausruhen an Klaus Peter Kellers Stelle, so viele Lorbeeren haben er und das Weingut Keller bis heute eingeheimst. Gibt es hier wirklich noch eine Steigerung? Der Erste, der dieses sofort bejahen würde, ist Klaus Peter Keller selbst. Schon vor seinem Eintritt in den Betrieb war das Gut für seine erstklassigen, geschliffenen, perfekt vinifizierten Weine in Deutschland hoch geachtet. Bereits Senior Klaus Keller machte aus dem Weingut einen Vorzeigebetrieb, der den weit berühmteren Weingütern an der rheinhessischen Rheinfont mit ihren Besitzungen in besten Lagen des berühmten "Roten Hangs" das Fürchten lehrte. Sohn Klaus Peter setzte diese Tradition nicht nur fort. Waren es vorher eher die süßen Weine, die den Ruf des Gutes ausmachten, hat er die Qualität vor allem der trockenen Rieslinge inzwischen so weit gesteigert, dass man ihn heute zu den führenden Produzenten für trockene Weißweine überhaupt zählen muss - und das weltweit. Da auch die Qualität der rest- und edelsüßen Weine unter dieser Entwicklung keineswegs gelitten hat und auch die anderen Sorten in allen Bereichen immer wieder erstklassig ausfallen, befindet sich das Weingut Keller in Rheinhessen seit einiger Zeit in einer absolut herausragenden Stellung: dies ist die sechste Kollektion des Jahres in Folge!


Preisträger: Weingut Graf Adelmann, Württemberg



Das Weingut Graf Adelmann war immer einer der Vorzeigebetriebe in Württemberg, nur war diese Rolle die längste Zeit nicht besonders schwer, bewegte sich doch das Niveau im Gebiet lange weit unter den Möglichkeiten. Das hat sich inzwischen grundlegend geändert. Junge Weinmacher, aber auch alteingesessene Betriebe besinnen sich mehr und mehr auf das Potenzial ihrer Lagen und Sorten. Dabei lassen sich zwei gänzlich unterschiedliche Strömungen ausmachen. Während manche Weingüter einem besonders modernen, internationalen Stil den Vorzug geben, versuchen andere immer mehr, das Potenzial ihrer Lagen zu nutzen, um ausdruckstarke, eigenständige Weine zu produzieren. Lange Zeit war das Weingut Graf Adelmann eher innovativ, Kraft, Konzentration und langer Holzausbau waren hier deutlich früher Programm als anderswo im Gebiet. Inzwischen hat sich das Bild umgekehrt. Von kaum einem Weingut in Württemberg erhalten wir derzeit typischere, charaktervollere, mehr ihrer Herkunft verpflichtete Weine als von Graf Adelmann. Selbst die kräftigsten Vertreter, egal ob weiß oder rot, bereiten eine Trinkfreude, die inzwischen selten geworden ist. So ist das Weingut Graf Adelmann auch heute wieder innovativ - nur eben alles andere als "modern" und austauschbar.

Winzergenossenschaft des Jahres

Preisträger: Winzerkeller Sommerach eG



Der Winzerkeller Sommerach fällt schon seit einigen Jahren mit erstaunlichen Leistungen auf, doch so geschlossen wie dieses Jahr waren die Qualitäten wohl nie. Die trockenen Weine sind oft ausgezeichnet, die Edelsüßen gehören nicht selten sogar zu den herausragenden Dessertweinen des Gebietes. Die Sommeracher entwickeln sich so mehr und mehr zu einer der Vorzeige-Genossenschaften im Land.

Entdeckung des Jahres

Preisträger: Weingut Holub



Das kleine Weingut Holub produziert nur 3 Weine von insgesamt 1,2 Hektar Rebfläche. Es wäre damit wohl eher unauffällig, wenn diese drei Weine nicht so gut wären. Dank penibler Weinbergsarbeit und geringer Erträge verfügen Weißburgunder, Grauburgunder und Spätburgunder über Substanz und Ausdruckskraft. Auch beim Holzausbau erweist sich Holub als Könner seines Fachs: obwohl das Holz die Weine durchaus mit prägt, ist es doch niemals aufdringlich, es unterstreicht eher den Charakter der Weine, als ihn zu verwischen. Die weißen 2007er gehören zu den besten ihrer Art im ganzen Gebiet.


Aufsteiger des Jahres

Preisträger: Weingut Trockene Schmitts

Schon mit dem Weingut Robert Schmitt machte sich Bruno Schmitt einen Namen als unbeirrbarer Verfechter des "naturreinen" Ausbaus ohne Anreicherung der Moste oder sonstiger schwerwiegender Eingriffe im Keller, sowie des knochentrockenen Ausbaus aller als trocken bezeichneten Weine. Damals gelangen ihm einige der langlebigsten trockenen Rieslinge und Silvaner Frankens. Nach gewissen Turbulenzen Anfang des neuen Jahrzehnts tat sich Bruno Schmitt mit seinem Bruder Paul zusammen und gründete den heutigen Betrieb "Trockene Schmitts". Der Neuanfang gestaltete sich zunächst eher schwierig, was sich in schwankender Weinqualität niederschlug. Dabei war deutlich zu erkennen, dass die Weine Jahr für Jahr besser wurden, und vor allem im trockenen Bereich konnte der Betrieb schnell wieder Erfolge vorweisen. Mit dem Jahrgang 2007 knüpft Bruno Schmitt zusammen mit Bruder Paul wieder an frühere Zeiten an. Die trockenen Silvaner gehören wieder zu den besten des Landes, doch auch aus Riesling, Gewürztraminer und Weißburgunder entstanden heuer teils exzellente Weine. Mit der Frühburgunder Beerenauslese machen die Gebrüder Schmitt zudem klar, dass sie nicht nur den trockenen Ausbau beherrschen.

 

Am 17. März 2008 wurden ausgezeichnet:

Weingut Meyer-Näkel, Ahr

Mit dem Jahrgang 2005 präsentierte Altmeister Werner Näkel eine in ganz Deutschland nahezu konkurrenzlose Rotweinserie. Wahrlich zwingend sind die gebotenen Qualitäten, sowohl bei den Cuvées als auch bei den Lagenweinen, die mit zum Besten gehören, was in diesem Gut jemals entstanden ist. Bei aller Konzentration, Dichte und Tiefe, bewahren sich diese prachtvollen Burgunder eine Finesse und animierende Frische, wie man sie im Gebiet heute leider nur noch sehr selten vorfindet. Glücklicherweise widersteht Werner Näkel der Versuchung, mittels großzügigem Holzeinsatz aus erstklassigen Weinen vermeintliche „Blockbuster“ zu machen. Einmal mehr setzt das Weingut Meyer-Näkel damit Maßstäbe für deutschen Spätburgunder. Das Weingut erhält die „Kollektion des Jahres“ zum zweiten Mal nach 2003.


Weingut Bercher, Baden

Auch in diesem schwierigen Jahr stellte das Weingut Bercher eine überzeugende Kollektion vor in der häufig schon die Kabinette eine außergewöhnliche Klasse besitzen. Nur wenige Betriebe in Baden sind in der Lage, Jahr für Jahr charaktervolle Weine mit Entwicklungspotenzial zu produzieren. 2006 war in diesem Punke eine Herausforderung, die im ganzen Land nur wenige meistern konnten. Berchers Weißweine stehen nicht nur qualitativ weit über den meisten Erzeugnissen der Region in diesem Jahr, sie bewahren trotz der erheblichen Probleme des Jahrgangs auch ihren kompromisslosen, unverwechselbaren Stil. Die zweite „Kollektion des Jahres“ nach 2006.


Weingut Hans Wirsching, Franken

Auch in 2006 bestätigt das Gut wieder einmal, dass es einer der führenden Produzenten, wenn nicht zur Zeit sogar der Leitbetrieb in Franken ist. Schwächen findet man hier auch in problematischen Jahrgängen kaum. Auch 2006 sind alle Weine des Sortiments überaus sorgfältig bereitet, zeigen fast ausnahmslos ihre Herkunft und bieten ausgesprochen hohen Trinkgenuss. Herausragend sind heuer die Großen Gewächse. Sie verfügen über eine Substanz und Tiefe, wie man sie selbst bei diesem Ausnahme-Betrieb selten erlebt, aber auch ihre Mineralität ist außergewöhnlich. Sie gehören allesamt zu den herausragenden trockenen Weinen des Jahrgangs, nicht nur in Franken. Nach 2006 erhält das Weingut die „Kollektion des Jahres“ zum zweiten Mal.


Weingut Florian Weingart, Mittelrhein

Schon seit einigen Jahren produziert Florian Weingart aus den Lagen des Bopparder Hamm einige der besten Weine der gesamten Region. In 2006 jedoch ist ihm eine besonders bemerkenswerte Kollektion gelungen. Egal ob trocken, feinherb oder restsüß, schon die Basisweine machen ungewöhnlich viel Vergnügen. Schwächen sucht man hier vergebens. Die phänomenale TBA steht allerdings nochmals weit über dem restlichen Sortiment. Sie ist schlicht einer der besten Weine, die am Mittelrhein je entstanden sind. Dabei sollte man nicht verschweigen, dass es schwierig sein dürfte, solch exzellente Qualitäten irgendwo auf der Welt günstiger zu erstehen.


Weingut Willi Schaefer, Mosel

Die Formkurve dieses Weingutes zeigt weiter steil nach oben und es ist schon bemerkenswert, welch atemberaubende Serie Vater und Sohn Schaefer in diesem schwierigen Jahrgang hingelegt haben. Die Weine sind nahezu ausnahmslos straff und mineralisch, in den besten Fällen darüber hinaus von großer Nachhaltigkeit und Komplexität. So beansprucht der Betrieb wieder einen Spitzenplatz unter den führenden Weingütern der Mosel – und unter den Produzenten süßer Rieslinge weltweit.


Weingut Emrich-Schönleber, Nahe

2006 hat alle Voraussetzungen für einen legendären Jahrgang bei Emrich-Schönleber. In keinem Wein sind die erheblichen Schwierigkeiten dieses Jahrgangs auch nur in Ansätzen zu spüren, ganz im Gegenteil. Die edelsüßen Weine sind erstklassig, die süßen Spätlesen in ihrer Mischung aus Konzentration, zwingender Präsenz, Komplexität und höchster Eleganz überragend und die Großen Gewächse lassen kaum mehr Wünsche offen. Besonders der sagenhafte Halenberg hinterlässt einen sprachlos: auch hier verbinden sich Kraft, Tiefe und Eleganz zu einem Meisterwerk. Nicht zum ersten Mal bestätigt Werner Schönleber damit seinen Rang als einer der führenden Weißweinproduzenten der Welt. Nach 2004 erhält das Weingut die „Kollektion des Jahres“ heuer zum zweiten Mal.


Weingut Ökonomierat Rebholz, Pfalz

Kaum eine Weinregion hatte unter den Bedingungen des Jahrgangs so zu leiden , wie die Pfalz. Um so erstaunlicher ist Kontinuität dieses Weinguts auch unter diesen wahrlich nicht einfachen Voraussetzungen. Hans-Jörg Rebholz hatte den Jahrgang offenbar sehr gut um Griff und präsentiert eine überzeugende Serie charaktervoller, ganz und gar dem kompromisslosen Stil des Hauses verpflichtete Weine. Besonders die beiden Großen Gewächse vom Riesling haben uns beeindruckt. Sie gehören zu den wenigen trockenen Weinen des Jahrgangs, die über einiges Entwicklungspotenzial verfügen. Die zweite „Kollektion des Jahres“ für Hansjörg Rebholz nach 2002.


Domäne Schloss Johannisberg, Rheingau

Ein Erstes Gewächs, das Maßstäbe setzt für diese Kategorie im Rheingau und auch sonst ein hochklassiges Sortiment, bei dem bereits die Basisweine glänzen - Schloss Johannisberg bleibt weiter auf Kurs und übernimmt spätestens mit diesem Jahrgang wider die Rolle eines Flaggschiffs rheingauer - und deutscher - Rieslingkultur. Die trockenen Rieslinge sind besser denn je und auch wenn die Weine konzentrierter und kräftiger sind denn je, bewahren sie doch den unverwechselbaren Charakter ihrer Herkunft.


Weingut Keller, Rheinhessen

Jahr für Jahr bestätigt Klaus Peter Keller seine Ausnahmestellung in Rheinhessen. Auch wenn die Höchstleistungen vergangener Jahrgänge heuer nicht immer möglich waren, besitzen die Weine doch fast Ausnahmslos Klasse. Wieder gehören G-Max und Hubacker zu den beeindruckendsten trockenen Rieslingen des Landes, aber auch der überaus preiswerte Silvaner ist von in dieser Kategorie außergewöhnlicher Güte. 2006 gilt als gutes Jahr für edelsüße Spitzen, doch allzu oft wird man enttäuscht. Nicht so bei Keller. Auslesen, Beerenauslesen und Trockenbeerenauslesen von Riesling und Rieslaner sind durchweg grandios. Die fünfte Kollektion des Jahres in Folge!


Sächs. Staatsweingut Schloss Wackerbarth, Sachsen

Die Staatsweingüter gehören nur selten zu den führenden Betrieben ihrer jeweiligen Regionen. Um so erfreulicher ist der Erfolg der sächsischen Sektion in diesem Jahr. Auch dieser Betrieb brauchte eine gewisse Zeit, um Tritt zu fassen, aber der Qualitätssprung, der hier im letzten Jahr deutlich wurde, ist beeindruckend. Die heuer vorgestellten Weine sind nicht nur von gleichmäßig hoher Qualität, sie offenbaren auch einen Herkunftscharakter, den man im Gebiet bislang noch selten findet. Unsere erste „Kollektion des Jahres“ in den östlichen Anbaugebieten – eine, über die wir uns besonders freuen. 


Weingut Ernst Dautel, Württemberg

Die eingereichten Weine sind fast ausnahmslos sehr harmonisch und geschliffen und zeigen ganz klar die Handschrift von Ernst Dautel, der sich in diesem schwierigen Jahrgang wieder einmal als wahrer Könner seines Fachs erweist. Bereits zum dritten Mal erhält Dautel nach 2003 und 2006 unsere „Kollektion des Jahres“. Schon lange steht der Betrieb für erstklassige Qualitäten im Ländle und jetzt, wo sich das ganze Gebiet im Aufschwung befindet, segelt Ernst Dautel weiter vorne weg!

Aufsteiger des Jahres 2008

Weingut Dr. Hermann, Mosel

Jahr für Jahr werden die Weine hier besser und auch 2006 vermochte es das Weingut Dr. Hermann, sich weiter zu steigern. Trotz der schwierigen Witterungsbedingungen sind vor allem die Auslesen heuer großartig gelungen. Wenn es so weiter geht dauert es nicht mehr lange, bis dieser Betrieb zu den führenden Produzenten an der Mosel aufschließt.


Winzergenossenschaft des Jahres 2008

Fellbacher Weingärtner, Württemberg

Es gibt nur wenige Genossenschaften im Lande, die zur Zeit derart gut arbeiten, wie die Fellbacher Weingärtner. Vor allem die Gleichmäßigkeit auf hohem Niveau beeindruckt.
Hier kann man fast ausnahmslos jeden Wein empfehlen. In einem derart schwierigen Jahrgang wie 2006 stellt die vorgestellte Serie eine Meisterleistung dar, die auch vielen sorgfältig geführten Privatbetrieben
heuer nicht gelang. So mausern sich die Fellbacher zu einem Spitzenerzeuger
in Württemberg.


Am 18. März 2007 wurden ausgezeichnet:

Weingut Adeneuer, Ahr

Das Weingut von Frank und Marc Adeneuer macht in der Presse deutlich weniger Schlagzeilen als so manch anderes Weingut an der Ahr, was den Freund deutscher Spätburgunder möglicherweise dazu verleitet, den Betrieb eher in die zweite Reihe der Weinproduzenten an der Ahr zu stecken. Ein Fehler, wie die Weine des alles andere als einfachen Jahrgangs 2004, aber auch die bislang vorgestellten 2005er Rotweine wieder einmal beweisen.

Schon lange erscheinen uns die Spät- und Frühburgunder der Adeneuers als mit die authentischsten Rotweine des Gebietes. Neues Holz wird hier nur sehr behutsam eingesetzt. So wirken die Weine auf den ersten Blick oft weniger spektakulär als die mancher Kollegen, wer sich mit ihnen beschäftigt, wird dafür jedoch mit Frucht und Mineralität konfrontiert, wie sie typischer im Gebiet nicht sein können. Auch die kräftigsten Exemplare bewahren sich eine im Gebiet selten gewordene Eleganz.

Wer wissen will, wie der Idealtyp eines Ahr-Spätburgunders aussehen kann, wird hier immer wieder fündig. Damit machen sich Frank und Marc Adeneuer zu Bannerträgern für authentischen, ganz seiner Herkunft verpflichteten Wein aus Deutschland, der sich erfolgreich internationalen Moden widersetzt und gerade deshalb als beispielhaft gelten muss.

Weingut Andreas Laible, Baden

Laible ist eine Institution in der Ortenau und darüber hinaus einer der führenden Produzenten von trockenen Rieslingen in Deutschland. Niemand im Gebiet kann auf eine nur annähernd so gute Serie trockener Spitzenrieslinge aus den letzten Jahren zurückblicken. Doch nicht nur der Riesling gelingt hier großartig. 2005 ist bei Andreas Laible der erfolgreichste Jahrgang seit dem 2001er, mit dem der Betrieb schon einmal unsere Auszeichnung zur „Kollektion des Jahres“ gewann. Neben einer langen Serie prächtiger Rieslinge aller Gewichtsklassen stehen großartige Gewürztraminer und Scheureben, die in Baden völlig konkurrenzlos sind, wie man sie aber auch in Deutschland sowohl in der süßen als auch in der trockenen Version nur sehr selten antrifft.

Weingut Schmitts Kinder, Franken

Mit dem Jahrgang 2005 vollzieht das Weingut Schmitts Kinder einen nahezu vollkommenen Stilwandel. Schon einmal war der Betrieb Vorreiter in der Region, in dem er bewies, dass auch in Franken strahlende, rassige Weine entstehen können. Bewegten sich Schmitts Kinder damals in eine eher moderne, die Frucht betonende Richtung, dokumentieren
in diesem Jahr zumindest die trockenen Weißweine im Vergleich dazu eine glatte Kehrtwende.

Befreit von aller Behäbigkeit, für die traditioneller Frankenwein lange Zeit stand und die stets euphemistisch mit erdig-barock umschrieben wurde, wirken die Weine dennoch traditioneller denn je. Ausgerechnet mit Junior Martin Joh. Schmitt am Ruder wendet sich das Gut wieder seinen Wurzeln zu und produziert Weine, die kompromisslos ihrer Herkunft verpflichtet sind und für ganz Franken dennoch so innovativ sind, wie es vor 20 Jahren die rassig-fruchtigen Tropfen waren. Knochentrocken ausgebaut verfügen die Weine über eine Komplexität, Tiefe und mineralische Struktur, wie man sie hier bislang nur sehr selten erleben durfte. Selbst der Müller-Thurgau ist eine Ausnahmeerscheinung. Gerade der Kabinett aus dieser doch eher einfachen Sorte macht den triumphalen Sieg deutlich, den bei Schmitts Kinder das Terroir davon trägt in diesem außergewöhnlichen Jahrgang.

So markiert das diesjährige Sortiment vielleicht wieder den Anfang eines Weges, auf dem dieses Weingut noch einmal einer ganzen Region vorangeht. Bei aller Begeisterung wollen wir die edelsüßen Spitzen nicht vergessen, von denen wir gerne sagen würden, sie seien so exzellent wie eh und je - wenn nicht auch sie noch besser wären als sonst...

Weingut Ratzenberger, Mittelrhein

Das Weingut Ratzenberger ist schon seit langem bekannt für seine schlanken, eleganten und immer wieder überraschend
langlebigen Rieslinge. Doch auch hier zeichnet sich ein Stilwandel ab, hin zu mehr Substanz und letztendlich auch mehr Tiefe in den Weinen.
Das kommt vor allem den trockenen Rieslingen zugute, die noch nie so gut waren wie im Jahrgang 2005. Die beiden Großen Gewächse aus dem Steeger St. Jost und der Bacharacher Wolfshöhle dürften sogar die größten trockenen Rieslinge sein, die am Mittelrhein bislang überhaupt entstanden sind. Dabei kann man hier den Begriff „trocken“ im Gegensatz zur weit verbreiteten Praxis gerade bei den Großen Gewächsen tatsächlich wörtlich nehmen. Die Weine sind völlig durchgegoren und beweisen eindrücklich, dass auch in den kühleren nördlichen Weinbauregionen in Deutschland keineswegs etwas Restsüße vonnöten ist, um die Weine optimal auszubalancieren. Hier genügen außergewöhnliche Dichte und Tiefe – und eine aromatische Komplexität, wie man sie im Gebiet bislang kaum finden konnte.

Doch nicht nur die trockenen Spitzen sind dieses Jahr beeindruckend. Schon die einfachsten Weine überzeugen ausnahmslos und die rest- und edelsüßen Rieslinge waren auch selten so gut in den letzten Jahren. An der Spitze steht eine sagenhafte Trockenbeerenauslese, die wohl noch lange den Maßstab für edelsüße Spitzenweine im Gebiet vorgeben dürfte.

Weingut Markus Molitor, Mosel

Markus Molitor ist einem sicher nicht böse, wenn man ihn als Extremisten bezeichnet. In den rund zwanzig Jahren, in denen er für die Weinbereitung auf dem traditionsreichen Weingut verantwortlich ist, hat sich Molitor einen soliden Ruf als einer der kompromisslosesten
Weinmacher der Region, ja des ganzen Landes erarbeitet.
Schon früh fielen seine hochkonzentrierten Trockenbeerenauslesen auf und erzielten bei Auktionen Preise, die sonst nur für die Erzeugnisse einiger weniger legendärer Betriebe an Mosel und Saar sowie aus dem Rheingau bezahlt wurden. Nach und nach wurden auch die anderen Weine immer konzentrierter, gewannen an Tiefe, Komplexität und Substanz. Inzwischen kann man im ganzen Gebiet keine Rieslinge finden, die ein mehr an Dichte, an Kraft und Tiefe aufweisen. Ein Molitor-Riesling zieht einen unweigerlich in seinen Bann, verlangt nach Aufmerksamkeit und eingehender Beschäftigung mit ihm.

Dieser Stil findet nicht nur Anhänger. Ganz klar: mit den schlanken „Möselchen“, als die sich viele Weinliebhaber typische Gewächse aus der Region vorstellen, haben Molitors einzigartige Rieslinge wenig zu tun. Dennoch irrt, wer diese Tropfen als weniger typisch erachtet. Im Gegenteil: kaum jemand lotet die Möglichkeiten einiger der besten Lagen an der Mittelmosel so konsequent aus, wie Markus Molitor dies tut. Das ist möglicherweise nur einer von mehreren Wegen, um an Mosel, Saar und Ruwer Weine von Weltklasse zu erzeugen, aber die Entwicklung im Gebiet macht deutlich, wie wegweisend Molitors Stil inzwischen geworden ist. Gerade in den letzten Jahren hat sich zudem deutlich gezeigt, dass Molitors Methoden ihn weit unabhängiger von extremen Jahrgangsschwankungen machen, wie sie in den letzten Jahren im Zuge der Klimaveränderung immer öfter auftreten. So waren hier auch 2003 und 2004 große Erfolge. Mit dem Jahrgang 2005 hat Markus Molitor jedoch ein Meisterstück hingelegt, wie es auch ihm nicht immer gelingt. Die Weine verbinden Konzentration, feste Struktur und enorme Tiefe mit strahlender Reintönigkeit und betörender Eleganz. Sie beziehen ihre bisweilen überwältigende Kraft nicht aus hohen Alkoholgraden, sondern rein aus Substanz und innerer Dichte.

Nur wenige Weinmacher auf der Welt sind in der Lage, regelmäßig Weine in dieser Klasse zu produzieren. Dass Molitor dies bei seinem riesigen Sortiment immer wieder gleich zigfach gelingt, kann kaum hoch genug bewertet werden. Auch wir wollen dem nun endlich Rechnung tragen: mit dem fast überfälligen fünften Stern – und der „Kollektion des Jahres“.

Schloßgut Diel, Nahe

Lange Jahre stand das Weingut unter den renommiertesten Betrieben der Nahe zuverlässig an dritter Stelle – und damit in der Qualitätshierarchie dieses verhältnismäßig kleinen Gebiets schon eher in der zweiten Reihe. In den letzten Jahren wurden jedoch die Zeichen immer deutlicher dafür, dass man alle Anstrengungen unternimmt, diese Situation gründlich zu ändern.

In 2004 stellte sich der Betrieb erstmals an die Spitze der Weingüter an der Nahe und gewann folglich auch zum ersten Mal unsere „Kollektion des Jahres“. Ein Erfolg, den Armin Diel zusammen mit Kellermeister Christoph J. Friedrich 2005 wiederholt – und das auf noch beeindruckendere Weise als im Vorjahr.
Noch nie, so scheint es uns, waren die trockenen Rieslinge hier so gut wie in 2005 und sogar der Classic hat ungewohntes Niveau. Die rest- und edelsüßen Rieslinge sind überwiegend brillant. Die überragende Versteigerungs-Spätlese macht deutlich, was 2005 in diesem Bereich möglich war. Großartig auch der tiefgründige und komplexe „Victor“, bei dem der Holzeinsatz im Gegensatz zu früheren Jahrgängen kaum mehr zu schmecken ist und der den anderen weißen Burgunderweinen nicht nur deshalb ein ganzes Stück voraus ist. Eine prachtvolle Serie, die dem Weingut Diel einen Platz in der ersten Reihe sichert – nicht nur an der Nahe.

Weingut Dr. Wehrheim, Pfalz

Karl-Heinz Wehrheim gehört eher zu den ruhigeren unter Deutschlands Spitzenproduzenten. Laute Töne scheinen ihm ebenso fremd zu sein, wie übertriebene Selbstdarstellung. Ähnliches könnte man auch über seine Weine sagen, die niemals laut, aufdringlich oder allzu mächtig daherkommen. Stets strahlen die Gewächse dieses Hauses in gewisser
Hinsicht vornehme Zurückhaltung aus. Das sollte aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass es sich bei Wehrheims Weinen immer wieder um einige der charaktervollsten und tiefgründigsten Tropfen des ganzen Gebietes handelt.

2005 lässt hier keine Wünsche offen. Ausnahmslos jede der uns aus diesem Jahrgang vorgestellten Proben hat uns rundum überzeugt. Nicht nur die ungewöhnliche Reintönigkeit und der perfekt herausgearbeitete Sortentyp macht die Weine Wehrheims so wertvoll, auch über ihre Herkunft lassen sie einen nie im Unklaren. An der Spitze der außergewöhnlich homogenen Jahrgangskollektion stehen zwei beeindruckende Große Gewächse aus Weißburgunder und Riesling, die sich mit ihrer Kraft, Festigkeit und Tiefe über Jahre bestens entwickeln dürften.,

Weingut Georg Breuer, Rheingau

2005 ist für dieses großartige Weingut ein Jahrgang, wie ihn sich wohl auch der viel zu früh verstorbene Bernhard Breuer gewünscht hätte – und es würde ihn sicher über die Maßen freuen, wenn er sehen könnte, wie seine Tochter, sein Bruder und sein Kellermeister mit den Gegebenheiten umgegangen sind.

Sowohl im edelsüßen als auch im trockenen Bereich sind Theresa und Heinrich Breuer zusammen mit Kellermeister Hermann Schmoranz 2005 erstklassige, bisweilen überragende Weine gelungen. Schon die Estate-Rieslinge sind beeindruckende Miniatur-Meisterwerke. Der Zweitwein „Montosa“ wirkt etwas herber und rustikaler, überzeugt aber durch feste Struktur und Konzentration. So verschlossen Roseneck und Rottland auch noch sind, so sehr ziehen sie einen mit ihrer Mineralität und ihrer Tiefe in ihren Bann. Der Roseneck mit seiner Kräuterwürze scheint uns trotz seiner jugendlichen Härte über das größere Potenzial zu verfügen, aber es würde uns nicht wundern, wenn auch der schon heute betörende Rottland sich mit der Flaschenreife noch steigern könnte.
Die Juwelen im Programm sind allerdings Nonnenberg und Schlossberg, die selbst im Vergleich mit den anderen großartigen Breuer-Rieslingen aus einer anderen Welt zu stammen scheinen. Der Nonnenberg verbindet in einmaliger Weise höchste Konzentration mit außergewöhnlicher Feinheit, der Schlossberg überwältigt einen mit seiner Tiefe und seiner zwingenden Präsenz. Wir haben die Weine über Tage verfolgt, um herauszufinden, welcher von beiden eventuell die Nase vorn haben könnte. Nachdem uns zunächst der Nonnenberg mehr beeindruckte, schien uns am Schluss der monumentale Schlossberg über noch größere Reserven zu verfügen. Dennoch bleibt das Ergebnis ein Vorläufiges. Es wird ausgesprochen spannend sein, diese Prachtrieslinge in ihrer Entwicklung über die nächsten 15 oder 20 Jahre zu verfolgen.

Eines ist zumindest heute schon klar: es handelt sich um zwei der größten trockenen Weine, die man bekommen kann. Doch nicht nur die trockenen Rieslinge sind hier überragend, auch die edelsüßen Gewächse setzen Maßstäbe. Insgesamt dürfte 2005 damit zu den größten Jahrgängen in der an Erfolgen nicht eben armen Geschichte dieses Weingutes zählen.

Weingut Keller, Rheinhessen

Es wird schwierig, hier neue Worte zu finden, für die Jahr um Jahr überragende Leistung dieses außergewöhnlichen Weinguts. Müssen wir die Brillanz von Kellers Weinen tatsächlich noch einmal erwähnen, ihre in aller Regel vollkommene Balance und die süchtig machende Verbindung, von Kraft und Tiefe auf der einen, sowie Eleganz und Spiel auf der anderen Seite?

Nicht unerwähnt lassen wollen wir auf jeden Fall, dass der einfache Basisriesling besser ist denn je. Mehr Wein für weniger als 7 Euro ist kaum zu bekommen. Kaum teurer ist die prachtvolle trockene Scheurebe. Der Silvaner S ist wie schon in den letzten Jahren der Paradewein aus dieser Sorte in Rheinhessen. Doch nicht nur die trockenen Weißweine
sind prächtig, auch die Edelsüßen lassen kaum Wünsche offen. Das Weingut Keller erhält die Auszeichnung „Kollektion des Jahres“ nun zum vierten Mal in Folge.

Zwar wird die Konkurrenz im Gebiet erfreulicherweise immer größer, doch noch immer nimmt Keller unangefochten die herausragende Stellung ein und Klaus und Klaus-Peter Keller können sich ohne Scheu den Verdienst anrechnen, maßgeblicher Motor für den Aufschwung in Rheinhessen zu sein. Die Vorbildfunktion dieses Betriebes kann gar nicht groß genug eingeschätzt werden.,

Weingut Gerhard Aldinger, Wüttemberg

Gert Aldinger hat nicht nur als VDP-Vorsitzender eine herausragende Position im Anbaugebiet Württemberg. Auch seine Weine haben eine Vorbildfunktion im Gebiet. Reintönigkeit ist hier erste Prämisse und man findet in der Region nur wenige Produzenten, deren Weine Herkunft und Rebsorte so klar in Erscheinung treten lassen wie Gert und Hansjörg Aldinger, der inzwischen die Verantwortung im Keller übernommen hat.
2005 ist hier eine geschlossene Serie sehr guter, oft ausgezeichneter Weine gelungen, die zum Teil im Vergleich zu früheren Jahren noch an Konturenschärfe und Charakter gewonnen haben. Dabei gehört das Weingut zu den wenigen Württemberger Produzenten, bei denen auch die Basisweine uneingeschränkt empfohlen werden können.

Aldingers kommen mit jeder Sorte bestens zurecht, besonders erwähnen sollte man jedoch Trolliger und Sauvignon Blanc. Aus Trollinger entstehen hier regelmäßig exzellente Tropfen, die mit dem dünnen Zechwein, als der die Sorte weithin bekannt ist, nichts mehr zu tun haben. Mit ihrer betörenden Frucht sowie einer seltenen Tiefe machen Aldingers
Trollinger bisweilen den besten Vernatschweinen Südtirols ernste Konkurrenz. Mit dem Sauvignon Blanc feierte das Weingut in den letzten Jahren immer wieder Erfolge. Auch hier ist Gert Aldinger ein Vorreiter und nur wenige Produzenten kommen mit dieser in Deutschland eher neuen Sorte so gut zurecht wie er.

Aufsteiger des Jahres 2007

Weingut Kühling-Gillot, Rheinhessen

2005 ist ein Meilenstein in der Geschichte des Gutes. Noch nie waren die Rieslinge hier so gut. Dabei sind die Weine in einem völlig kompromisslosen Stil gehalten, wie man ihn hier nicht vermutet hätte.
Sie zeigen exemplarisch, welches Potenzial in den Lagen des Roten Hangs steckt und stellen so gut wie alle der in diesem berühmtesten Teil Rheinhessens in den letzten 15 Jahren entstandenen trockenen Rieslinge weit in den Schatten. Ehrlich gesagt ist uns überhaupt kein trockener Weißwein vom Roten Hang bekannt, der dem Rothenberg das Wasser reichen kann.

Es scheint, als sei dies der Beginn einer neuen Ära bei Kühling-Gillot. Wenn das so weiter geht, steht hier einem rasanten Aufstieg in Richtung Gebietsspitze nichts mehr im Weg.

Am 24. März 2006 wurden ausgezeichnet:

Weingut Jean Stodden, Ahr

Mit dem Jahrgang 2003 zeigen Gerhard und Alexander Stodden, dass sie nicht gewillt sind, sich mit dem Status Quo zufrieden zu geben. Nicht zum ersten mal präsentieren sie in der Spitze eine Reihe von Spätburgundern, wie sie bis dato in Deutschland noch nie vorgekommen sind. Sie beweisen eindrucksvoll, dass auch an der Ahr Weine von absoluter Weltklasse entstehen können. Dabei bleibt ihr Stil zwar unverwechselbar, aber auch ganz ihrer Herkunft verpflichtet. Den meisten Weinen ist eine weitere Steigerung durchaus noch zuzutrauen und die besten Spätburgunder werden viele Jahre brauchen, um ihre optimale Trinkreife zu erreichen. Bei all den Superlativen vergisst man oft die einfacheren Tropfen: auch sie sind durchweg gelungen und zeigen mitunter ebenfalls echte Klasse.

Weingut Bercher, Baden

Die Gebrüder Bercher, die Heute von ihren Söhnen unterstützt werden, sind es nicht gewohnt, kurzlebigen Moden zu folgen und produzieren schon seit Langem am Kaiserstuhl Weine, die im ersten Moment eher unauffällig wirken gegen die allgegenwärtigen Holz- und Extraktmonster, zumeist aber über erstaunliche Tiefe und Komplexität verfügen. Auch in 2004 bleiben Berchers ihren Tugenden treu und stellen eine erstklassige Weißweinserie vor. Selbst die einfacheren Weine besitzen Charakter und einen ganz eigenen, kaum zu verwechselnden Stil. In der Spitze beeindrucken die Weine ebenfalls weniger durch Kraft, als durch Tiefe, Komplexität und eine Persönlichkeit, wie man sie am Kaiserstuhl derzeit nicht oft findet. Die 2003er Rotweine folgen einer sehr traditionellen Machart am Kaiserstuhl und präsentieren sich betont rotbeerig und dabei so weich und hedonistisch, dass man ihre Tiefen beinahe übersieht. Enttäuschungen kommen hier nicht vor. Großes Kompliment!

Weingut Hans Wirsching, Franken

Für deutsche Verhältnisse ist Wirsching mit seinen 75 Hektar schon ein stattlicher Ozeandampfer unter den privaten Weinbaubetrieben in Deutschland. Um so erstaunlicher ist es mit welcher Sorgfalt und Zuwendung hier fast jeder Wein gezeichnet scheint. Bei aller Reintönigkeit, ja oft Brillanz sind Wirschings Weine keine Produkte technischer Rafinesse im Keller, sondern spiegeln ihre Herkunft von den Gipskeuperböden des Steigerwalds so deutlich wieder, wie es nur geht. Sie stehen exemplarisch für diese Region - und in der dargebotenen Qualität auch für die Leistungsfähigkeit des fränkischen Weinbaus. 2004 ist hier alles gelungen, von den Basisweinen bis zu den trockenen Spitzen. Riesling und Silvaner sind exzellent wie eh und je, werden diesmal vom herrlichen Gewürztraminer aber noch übertrumpft: selten haben wir Kraft und Finesse bei dieser Sorte so harmonisch vereint gesehen. Eine meisterliche Vorstellung in einem ansich schwierigen Jahr.

Weingut Toni Jost, Mittelrhein

Auch für den Mittelrhein war der Jahrgang 2004 ganz sicher keine leichte Aufgabe. Um so bemerkenswerter ist die Leistung von Peter Jost in diesem Jahr. Ein Wein ist hier besser als der andere und auch die einfachen Rieslinge überzeugen - bei angesichts der Qualität und nicht zuletzt Josts exzellentem Ruf ausgesprochen zivilen Preisen. Charakter hat hier eigentlich Alles und so mancher Tropfen dürfte mit einigen Monaten Reife sogar noch zulegen. Eine erstaunliche Serie, wie sie in dieser Geschlossenheit am Mittelrhein kaum eine Zweite gibt.

Weingut Heymann-Löwenstein, Mosel-Saar-Ruwer

Jahrgänge, an denen so mancher Kollege fast verzweifelt, scheinen für Reinhard Löwenstein erst Recht eine Herausforderung zu sein, sich selbst zu übertreffen. Anders lassen sich die unglaublichen Qualitäten kaum erklären, die wir dieses Jahr von Löwenstein im Glas hatten. Die Edelsüßen besitzen unzweifelhaft große Klasse, aber die fast-trockenen Lagenweine stehlen ihnen noch die Schau. Eine derart magische Verbindung aus Kraft, Tiefe und Komplexität auf der einen und hedonistischem Trinkvergnügen auf der anderen Seite wird man weltweit nur selten finden können. Doch nicht nur die Jahrgangsspitzen sind überwältigend, auch die „Basisweine“ verschlagen einem die Sprache. Wir ziehen tief den Hut.

Schlossgut Diel, Nahe

Die Serie exzellenter Jahrgänge reißt bei Diel auch im eher schwierigen Jahr 2004 nicht ab. Ganz im Gegenteil scheint sich das Weingut derzeit von Jahr zu Jahr noch zu steigern. Vor allem die Lagenweine haben dieses Jahr Klasse, zeigen sich elegant, komplex und rassig. Sie machen zumeist schon jetzt viel Vergnügen und besitzen darüber hinaus ein Reifepotenzial, das in 2004 selten ist. Zweifellos die geschlossenste Kollektion an der Nahe.

Weingut Georg Mosbacher, Pfalz

Die Weine von Mosbacher spiegeln geradezu archetypisch die Gegebenheiten des Jahrganges wider. Schon die Kabinette sind durchweg vergnüglich zu trinken. Bei den Spätlesen spielt Jürgen Düringer sein Können bravourös aus und beeindruckt mit dichten, vielschichtigen und weitgehend gerbstofffreien Kreszenzen. Solche Weine brauchen keine Konkurrenz zu scheuen und zählen zu den Besten des Landes und des Jahrganges.

Weingut Franz Künstler, Rheingau

2004 schließt hier nahtlos an die überragenden Leistungen der letzten beiden Jahre an. Schon die Basisweine sind hier von exzellenter Qualität und beeindrucken mit Glasklarer Frucht, Dichte und Struktur, wie sie viele Kollegen im Rheingau in ihren Spitzenweinen selten zu bieten haben. Die Serie der trockenen Spitzen ist wieder durch die Bank großartig. Gunter Künstler macht alleine beinahe ebenso viele erstklassige trockene Rieslinge als man bislang im ganzen Rheingau jährlich unter dem Begriff "Erstes Gewächs" produzierte. An der Spitze des Sortiments steht wieder ein atemberaubendes Meisterwerk aus der Hölle, dessen Tiefe und Länge in der Lage sind, auch einen Tisch mit erfahrenen Verkostern und eingefleischten Liebhabern großer trockener Rieslinge zum verstummen zu bringen. Spätestens mit diesem Jahrgang meldet sich Gunter Künstler wieder zurück in der kleinen Gruppe der Weltklasseproduzenten im Land.

Weingut Keller, Rheinhessen

Auch in diesem selbst für viele Spitzenproduzenten alles andere als einfachen Jahrgang gelangen Klaus und Klaus Peter Keller phantastische trockene Rieslinge, die zum Besten gehören dürften, was bislang in dieser Form entstanden ist. Es ist schwierig, sich ein Mehr an Präsenz, Tiefe und Komplexität vorzustellen, als sie der G-Max vereint, aber auch der grandiose Hubacker und die anderen Großen Gewächse verschlagen einem den Atem. Zu unseren Lieblingsweinen des Jahrgangs gehört zudem der mächtige und dennoch ungeheuer animierende Silvaner "S". War 2004 auch kein Paradejahr für edelsüße Spitzen, gelangen selbst diese wieder prächtig. Die dritte „Kollektion des Jahres“ in Folge, aber es ist nicht so, dass wir eine Wahl hätten. Man kann wenige ähnlich gute Betriebe finden, bessere findet man nicht.

Weingut Ernst Dautel, Württemberg

2004 ist bei Dautel wieder ein Jahrgang ohne Schwächen. Ganz im Gegenteil: kaum jemand im Gebiet meisterte die Schwierigkeiten dieses Jahr so gut wie er. Besonders die weißen Burgundersorten sind exzellent, aber auch die Rieslinge zeigen Klasse. Schon für den Jahrgang 2002 produzierte Dautel die „Kollektion des Jahres“ in Württemberg. Die aktuelle Serie scheint uns noch besser zu sein. Großes Kompliment.

Am 19. März 2005 wurden ausgezeichnet:

Rotweingut Jean Stodden, Ahr

Mit dem Jahrgang 2002 zeigen Gerhard und Alexander Stodden eindrücklich, dass der Aufstieg im letzten Jahr keinesfalls verfrüht kam. Selten konnte man hier eine so komplette Serie probieren. Selbst die Weißweine, bislang hin und wieder Gegenstand leiser Kritik, sind inzwischen über jeden Zweifel erhaben. An der Spitze werden hier Rotweine internationaler Klasse produziert, denen sich in diesem Jahr die gesamte Konkurrenz an der Ahr - wenn auch knapp - geschlagen geben muss.

Weingut Sankt-Urbans-Hof, Mosel-Saar-Ruwer

Mit dem Jahrgang 2003 beansprucht Nik Weis endgültig einen Platz unter den absoluten Spitzenproduzenten in Deutschland. Die ungeheuer tiefen, stoffigen und komplexen Rieslinge gehören ganz zweifellos zum Besten, was man aus dieser Rebsorte bekommen kann. Dabei verfügen die Weine bei aller Konzentration neben Massen an betörend reintöniger Frucht über ein derart animierendes Spiel aus Säure und Mineralität, dass einem das Ausspucken bei der Verkostung schier zur Qual gerät. Eine Traumkollektion, sicher die beste in der Laufbahn von Nik Weis und Kellermeister Rudolf Hoffmann.

Weingut Ratzenberger, Mittelrhein

Der Familie Ratzenberger ist ein ausgezeichneter Jahrgang gelungen. Lange zeigten sich die Rieslinge hier nicht mehr so geschlossen auf hohem Niveau wie in diesem Jahr. Jochen Ratzenberger kam mit dem Jahrgang offensichtlich besser zurecht als viele Kollegen und präsentiert elegante, manchmal fast rassige Weine, wie sie 2003 selten entstanden sind.

Weingut Dr. Crusius, Nahe

Die 2003er Weine von Hans und Peter Crusius sind so überwältigend, dass man mit großer Sicherheit vom überragenden Jahrgang in der Geschichte des Betriebes sprechen kann. Sie verbinden in einmaliger Weise Konzentration und Dichte mit Brillanz, Eleganz und Rasse. Schon die trockenen Weine sind erstklassig, doch das Feuerwerk der rest- und edelsüßen Rieslinge verschlägt einem glatt die Sprache. Alle Rieslinge sollten unbedingt noch etwas reifen und in einigen von ihnen steckt durchaus Potenzial für eine weitere Steigerung.

Weingut Franz Künstler, Rheingau

Nur sehr wenigen Produzenten ist es in 2003 gelungen, ein so durchgängig erstklassiges Sortiment abzuliefern. Dabei beweist Gunter Künstler erstmals auch mit den edelsüßen Rieslingen Weltklasse. Die Trockenbeerenauslesen aus Domdechaney und Hölle gehören zweifellos zu den größten Dessertweinen überhaupt. Sie werden glücklichen Erben auch im nächsten Jahrhundert noch unvergessliche Erlebnisse bereiten. Bei den trockenen Rieslingen schließt Künstler durch die Bank an seine besten Jahrgänge aus den 80er Jahren an. Angeführt wird das Sortiment erneut von einer überragenden trockenen Goldkapsel-Auslese aus der Hölle, doch bereits die Qualitätsweine und Kabinette setzen Maßstäbe. Eine nahezu vollkommene Kollektion, wie sie weltweit in dieser Qualitätsdichte nur Wenige zustande bringen.

Weingut Keller, Rheinhessen

Eine vollkommenere Kollektion, als sie Klaus und Klaus-Peter Keller dieses Jahr abgeliefert haben, ist nur sehr schwer vorstellbar. Die Basisweine - in großer Stückzahl produziert - sind glasklar und animierend, die Burgunder wirklich ausgezeichnet und der Silvaner "S" bei aller Mächtigkeit bestens balanciert und mit der Reife vermutlich noch zu einer Steigerung fähig. All das verblasst jedoch vor den Spitzengewächsen, ganz gleich ob trocken oder edelsüß. Eine vergleichbare Serie Großer Gewächse hat es bislang nicht gegeben. Die Rieslinge strotzen vor Kraft, behalten dabei aber eine vibrierende, fast filigrane Rasse, dass einem beim probieren zwangsläufig der Atem stockt. Derart gewaltigen Weinen, die gleichzeitig auf eine solch tanzende, fast federleichte Art Trinkfreude bieten, kann man weltweit kaum je begegnen. Gleiches gilt für die fantastischen Edelsüßen Meisterwerke: diese absolute, funkelnde Reintönigkeit bei gleichzeitig extremer Konzentration macht einen fast verrückt. Kein Zweifel: hier ist oben.

Weingut Knipser, Pfalz

Der gerade in den südlicheren Anbaugebieten alles andere als einfache Jahrgang hat den Gebrüdern Knipser eine Weißweinkollektion beschert, die die ohnehin ausgezeichneten Leistungen der näheren Vergangenheit spielend in den Schatten stellt. Ganz gleich welche Rebsorte, welches Prädikat oder welcher Restzuckergrad: hier ist alles erstklassig. Und mit dem Großen Gewächs "Steinbuckel" ist den Knipsers ein echtes Meisterstück gelungen, das ihnen einen Platz in der ersten Riege der Produzenten trockener Spitzenrieslinge sichert.

Weingut Dr. Heger, Baden

Kein Zweifel: 2003 war kein einfacher Jahrgang in Baden. Um so erstaunlicher ist es, wie gut Joachim Heger mit den Bedingungen zurecht gekommen ist. Auch seine mächtigsten Weine wirken weder plump noch schwer, sondern begeistern mit glasklarer Frucht und einem Spiel, das man den Kaiserstühlern in diesem Jahr kaum zutrauen würde. Herausragend sind diesmal der Chardonnay aus dem Winklerberg und der Dreistern-Weißburgunder aus Achkarren. Letzterer könnte sich durchaus als der beste Wein aus dieser Sorte in 2003 herausstellen.

Weingut Jürgen Ellwanger, Württemberg

Die 2003er Weißweinkollektion macht die Ambitionen der Familie deutlich, auch in diesem Bereich zu den führenden Produzenten in Württemberg zu gehören. Vor allem die edelsüßen Weine sind so gut wie nie, aber auch die Trockenen können sich sehen lassen. Unbedingt probieren sollte man die absolut erstklassigen Trollinger. Solche Qualitäten bekommt man aus dieser Rebsorte selten in die Finger.

Weingut Rudolf Fürst, Franken

Zum dritten Mal in Folge bekommt Paul Fürst die Kollektion des Jahres. Das liegt nicht etwa daran, dass Franken in qualitativer Hinsicht keine Alternativen böte, sondern schlicht an der überragenden Klasse dieses Weinmachers. Kaum jemand in Deutschland versteht es so gut, mit dem kleinen Holzfass umzugehen. Egal ob es sich um Weiss- oder Rotwein handelt: In beiden Bereichen produziert Paul Fürst stets erstklassiges. Gleiches gilt für seine im Stahltank ausgebauten Rieslinge und Traminer.. die in dieser Eleganz und Rasse in Franken nur wenig Konkurrenz haben.Auch Experimente wie ein weiß gekelteter Spätburgunder aus dem Barrique gelingen ihm großartig. Seine Rotweine sind bereits seit 15 Jahren in Deutschland mustergültig.

 

Am 13. März 2004 wurden ausgezeichnet:

Weingut Georg Breuer, Rheingau

Eigentlich könnte man Bernhard Breuer diese Auszeichnung jedes Jahr verleihen, war er doch in den letzten Jahren zweifellos der zuverlässigste Weinmacher im ganzen Rheingau. Dabei setzen er und Kellermeister Hermann Schmoranz nicht nur mit Riesling Maßstäbe. Auch seine Spätburgunder sind erstklassig und obwohl der Grauburgunder nicht gerade zu den Standardsorten im Rheingau gehört, produziert er die beeindruckendsten Weine Deutschlands aus dieser Sorte.

Weingut Karl Haidle, Württemberg

Noch immer sind Produzenten wirklich charaktervoller Weine rar in Württemberg. Karl Haidle ist eine der großen Ausnahmen. Schon seit den 90er Jahren gehören seine Weine zu den besten der Region und besonders die Roten erregten immer wieder Aufsehen. Mit dem Jahrgang 2002 hat er auch mit seinen ungemein rassigen, ganz ihrer Herkunft von den Gipskeuperböden des Stettener Pulvermächers verpflichteten Rieslingen den Anschluss an die deutsche Spitze geschafft.

Weingut Keller, Rheinhessen

Schon Vater Klaus war ein Pionier in Sachen Qualität im Wonnegau. Seit dem Eintritt des Sohnes in den elterlichen Betrieb wurden besonders die trockenen Weine noch besser und inzwischen können Kellers nur ganz wenige Weingüter in Deutschland das Wasser reichen. Herrliche Dessertweine, ein wunderbarer Spätburgunder, einer der besten Silvaner aller Zeiten und eine grandiose Serie trockener Weltklasse-Rieslinge sind die Eckpfeiler dieser mehr als verdienten Kollektion des Jahres.

Koehler-Ruprecht, Pfalz

Er ist ein absoluter Traditionalist und produziert Rieslinge, die stets viel Zeit benötigen, um zu zeigen, was in ihnen steckt und selbst dann sind sie aufgrund ihrer völlig kompromisslosen Machart, ihrer manchmal extremen Mineralik und ihrem viel mehr dem Boden als der Frucht verpflichteten Charakter bei weitem nicht Jedermanns Sache. Wie auch mit seinen im Barrique ausgebauten Weiß- und Rotweinen - darunter einigen der besten Spätburgunder Deutschlands - orientiert Bernd Philippi sich mit seinen Rieslingen eher an französischen, denn an einheimischen Traditionen. Viele seiner Weine kommen konsequenterweise erst mit mehreren Jahren Verspätung auf den Markt. Ein durchgängig großartiger Jahrgang 2002 und noch beeindruckendere Reserven von Spätburgunder und Riesling aus 2001 machen die Kollektion des Jahres perfekt.

Weingut Rudolf Fürst, Franken

Paul Fürst ist ein Meister des Barriqueausbaus. Kaum ein Winzer in Deutschland geht so sensibel mit dem kleinen Eichenfass um. Unter seiner Hand entstehen nicht nur mit die besten Spätburgunder Deutschlands. Auch Weißburgunder, Gewürztraminer und sogar ein weiß gekelterter Spätburgunder werden im Holz verfeinert und behalten dennoch ihren ganz eigenen, von den Buntsandstein- und Muschelkalkböden geprägten Charakter. Eine weitere Spezialität sind hochelegante und gleichzeitig ausdrucksstarke Rieslinge, die 2002 in Franken nirgends übertroffen wurden.

Emrich-Schönleber, Nahe

Nur sehr wenige Weinproduzenten weltweit produzieren Weine mit einer so perfekten, betörenden Mischung aus strahlender, absolut reintöniger Frucht, packender Mineralität, mit Feinheit und Vielschichtigkeit und bei aller Kraft tänzerischer Eleganz. Werner Schönlebers Rieslinge setzen im trockenen Bereich ebenso Maßstäbe wie im halbtrockenen, süßen und edelsüßen Sektor. Dazu kommen noch weiße Burgunder, die man in dieser Qualität in Deutschland ebenfalls lange suchen muss. Das Sortiment aus 2002 ist nahezu konkurrenzlos, nicht nur in Deutschland.

Matthias Müller, Mittelrhein

Der Bopparder Hamm gehört sicher zu den beeindruckensten Weinbergslagen in Deutschland. Wer dieses riesige Amphitheater einmal zu Gesicht bekommen hat, muss sich wundern, dass nicht viel mehr erstklassige Weine hier produziert werden. Leider gibt es nur wenige Weingüter, in denen man das Potenzial dieses einzigartigen Steilhangs zu nutzen versteht. Matthias Müller hebt sich nicht nur deutlich aus der Masse der Produzenten in Boppard ab, er hat sich spätestens mit dem aktuellen Jahrgang einen Platz unter den besten Weingütern Deutschlands redlich verdient.

Deutzerhof, Ahr

Einst war die Ahr eine der berühmtesten Weingegenden in Deutschland und ihre Produkte erzielten Preise, die jene berühmter französischer Weingüter deutlich überstiegen. Nach dem Krieg wandelte sich das Bild. Die Rotweine wurden heller, süßer - und banaler . Erst als in den späten 80ern eine Reihe von Seiteneinsteigern sich hier niederließen und begannen, Rotweine von Format auszubauen, wandelte sich das Bild. Wolfgang Hehle war einer dieser Pioniere. Der einstige Steuerberater krempelte das Weingut der Schwiegereltern vollkommen um, erweiterte den Weinbergsbesitz um Spitzenlagen in der Region und begann mit dem Vorsatz, die besten Weine des Gebietes zu produzieren. Dieses Ziel ist spätestens mit dem Jahrgang 2002 erreicht. Ein Wein ist hier besser als der andere und auch die Weißweine, die an der Ahr immer ein wenig ein Mauerblümchendasein fristen, haben ein bislang nicht da gewesenes Niveau erreicht.

Bernhard Huber, Baden

Er hat den Kaiserstuhl vor der Nase, doch die Breisgauer Lagen, auf denen er seine Trauben anbaut, sind weit weniger berühmt als jene dieses uralten Vulkans in wenigen Kilometern Entfernung. Das hindert ihn nicht daran, auf ihnen Weiße und Blaue Burgunder zu produzieren, die in der Nachbargemeinde allenfalls erreicht, aber kaum je übertroffen werden. Die Weine lassen den Einfluss des nahen Frankreich deutlich spüren und vor allem seine Spätburgunder werden in Vergleichsproben häufig für erstklassige echte Burgunder gehalten. Schon die einfachen Weine sind hier fast immer exzellent, doch seine weißen und roten Reserven, einschließlich des Malterer, einer Cuvée aus Weißburgunder und der fast vergessenen Sorte Freisamer, haben in Deutschland nur sehr wenig Konkurrenz.

Weingut Van Volxem, Mosel-Saar-Ruwer

Wenn normalerweise Investitionen in ein marodes Weingut getätigt werden, beginnen diese fast immer bei der Kellertechnik. Hier ist das genaue Gegenteil der Fall. Moderne Technik sucht man in diesem Keller vergebens und das Geld floss zu einem guten Teil in die Weinberge. Heute besitzt das Gut 13 Hektar teils in absoluten Spitzenlagen an der Saar. Schon mit dem ersten Jahrgang erregten der Besitzer und sein Kellermeister Aufsehen, doch die Qualität wurde Jahr für Jahr noch gesteigert. 2002 gelang ihnen ein Jahrgang, wie ich ihn so gleichmäßig auf höchstem Niveau an der Saar selten erlebt habe. Die Weine gehören nicht nur zu den besten, sondern auch zu den eigenständigsten, charaktervollsten des Gebietes. Dabei zeigen sie sich nie abweisend und schwer verständlich sondern bereiten trotz ihres enormen Potenzials bereits jung außerordentliches Trinkvergnügen.

Im Februar 2003 wurden ausgezeichnet:

Weingut Meyer-Näkel, Ahr

Werner Näkel hat in 2001 wieder einmal die komplexesten und ausdrucksstärksten Früh- und Spätburgunder der Region produziert. Auch wenn die Alkoholgrade diesmal (wie fast überall an der Ahr) schon hart an der Schmerzgrenze sind, gibt es doch kaum beeindruckendere Rotweine im Land.

Weingut Hermann Ockenfels, Mittelrhein

Schon in 1999 fiel das Gut mit einer für den Jahrgang am Mittelrhein deutlich überdurchschnittlichen Kollektion auf. Das überaus schwierige Folgejahr war dann ein kleiner Rückschlag. Das aktuelle Sortiment mit seinen ausgezeichnet strukturierten und relativ stoffigen Weinen dokumentiert jedoch eine gewaltige Leistungssteigerung und fordert die etablierten Betriebe aus den vermeintlich erheblich privilegierteren Gemeinden im südlichen Teil des Mittelrheins heraus.

Weingut Hermann Dönnhoff, Nahe

Selbst der Helmut Dönnhoff gelingt selten eine so perfekte Kollektion, wie er sie dieses Jahr hervorgebracht hat. Seine trockenen Rieslinge und weißen Burgunder dürften sogar die Besten sein, die hier je entstanden sind. Doch auch die restsüßen Spät und Auslesen besitzen Ausnahmequalitäten. Dabei zeigen die meisten von ihnen wohl erst in einigen Jahren, was sie wirklich können. Dann wird der Eine oder Andere sicher noch deutlich höher notieren.

Weingut Markus Molitor, Mosel-Saar-Ruwer

Wer in Molitors 2001er Preisliste stöbert verliert schnell die Übersicht. Das Gleiche scheint Markus Molitor im Keller nicht zu passieren: ein Wein des riesigen Sortiments ist besser als der Andere. Dabei gelingt es Molitor, in jeder Kategorie vom trockenen Riesling über restsüße Spät- und Auslesen bis zu den edelsüßen Raritäten Weine von absoluter Weltklasse zu produzieren. Sogar die trockene Riesling Auslese aus dem Barrique - für viele Puristen ein Unding - setzt Maßstäbe. Sie wird in einigen Jahren zu den größten trockenen Weißweinen gehören, die bislang in Deutschland entstanden sind.

Weingut August Kesseler, Rheingau

Kesseler scheint im Augenblick fast der einzige VDP-Betrieb im Rheingau zu sein, der kompromisslos an der Qualität seiner Weine arbeitet und sich den Blick darauf nicht von Marketingaspekten verschleiern lässt. Das erste Gewächs, das im Rheingau gerade zum reinen Marketingag verkommt, ist hier tatsächlich erstklassig und das Einzige, das diesen Namen wirklich verdient. Doch auch die trockenen Riesling Spätlesen sind exzellent und im Bereich der rest- und edelsüßen Weine kann Kesseler kaum jemand im Gebiet das Wasser reichen.

Weingut Bergdolt - St. Lamprecht, Pfalz

Das Niveau, das hier in den letzten Jahren erreicht wurde, ist frappierend. Ob weiße Burgundersorten, Spätburgunder oder Riesling: die Brüder Bergdolt beherrschen eine Rebsorte so gut wie die Andere und produzieren aus Allen Erstklassiges. Das 2001 vorgestellte Sortiment ist so homogen und dabei so begeisternd, wie kein Zweites in der Pfalz.

Weingut Andreas Laible, Baden

Mit dem Jahrgang 2001 beweist Andreas Laible endgültig seine herausragende Stellung als vielseitigster Weißweinproduzent Badens. Dabei beherrscht er nicht nur ein großes Spektrum an Rebsorten, sondern auch die verschiedensten Stile, von trocken bis edelsüß, ob reduktiv im Stahltank ausgebaut oder im neuen Barrique. An der Spitze einer erstklassigen und ungewöhnlich homogenen Kollektion stehen zwei atemberaubende und für das Gebiet einzigartige trockene Rieslinge.

Weingut Ernst Dautel, Württemberg

Niemand in Württemberg hält gleichzeitig bei Weiß- und Rotweinen ein ähnliches Niveau. Egal ob mit oder ohne neuem Holz: Dautels Weine begeistern mit Reintönigkeit, Struktur und perfekter Balance. Selbst der Sekt ist ausgezeichnet.

Weingut Rudolf Fürst, Franken

Der Meister des Barriqueausbaus begeistert sowohl mit ersklassigen 2001er Weißburgundern aus dem neuen Holz, als auch mit 2000er Spätburgundern, die im Land ihresgleichen suchen. Niemandem sonst in Deutschland gelingt es regelmäßig so perfekt, eine glasklare Burgunderfrucht herauszuarbeiten, der sich das Holz vollkommen unterordnet. Doch auch beim Riesling hat sich Fürst spätestens mit dem Jahrgang 2001 in die Runde der Toperzeuger eingereiht.

Weingut Wittmann, Rheinhessen

Seit Philipp Wittmann die Regie im Keller übernahm und Vater Günter sich ausschließlich um die Weinberge kümmert, hat sich das Gut zu einem der absolut Besten Weinerzeuger Deutschlands gemausert. Der Jahrgang 2001 steht exemplarisch für diese Entwicklung: schon die einfachen Weine haben Format und die Großen Gewächse gehören zu den beeindruckendsten trockenen Rieslingen überhaupt.

Im Februar 2002 wurden ausgezeichnet:

Weingut Jean Stodden, Ahr

Weingut Heymann-Löwenstein, Mosel-Saar-Ruwe

Weingut Hermann Dönnhoff, Nahe

Weingut Georg Breuer, Rheingau

Weingut Horst Sauer, Franken

Weingut Ökonomierat Rebholz, Pfalz

Weingut Dr. Heger, Baden

Weingut Wittmann, Rheinhessen

In den nicht genannten Anbaugebieten konnte keine Kollektion so deutlich überzeugen, dass der Preis vergeben werde konnte.

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