Stadt im deutschen Bundesland Baden-Württemberg östlich von Heilbronn, in der sich die bedeutende Staatliche Lehr- und Versuchsanstalt für Wein- und Obstbau (früher „Wein- und Obstbauschule Weinsberg“) befindet. Diese älteste Weinbauschule Deutschlands wurde auf Initiative und nach den Plänen des in Weinsberg tätigen Cameralverwalters und Rebenfachmannes Immanuel August Ludwig Dornfeld (1796-1869) errichtet und im Jahre 1868 als „Königliche Weinbauschule“ unter dem Württemberger König Karl I. (1823-1891) eröffnet. Der 1. Vorstand dieser Weinbauschule war Christian Single (1816-1869). Der bekannte Rebenzüchter August Herold (1902-1973), von dem viele dieser Sorten stammen, übernahm im Jahre 1928 die Leitung der Württembergischen Anstalt für Rebenzüchtung und Rebenpfropfung in Weinsberg. Nach dem Zweiten Weltkrieg leitete er von 1945 bis 1964 seinen früheren Geschäftsbereich, der im Jahre 1947 in die Staatliche Lehr- und Versuchsanstalt für Wein- und Obstbau Weinsberg eingegliedert worden war. Schwerpunkte sind Techniker- und Meisterschule, Schule für Küfer, Versuchswesen im Reben- und Obstanbau und Kellerwirtschaft, sowie Rebenzüchtung. Die hier entwickelten Neuzüchtungen sind zum Beispiel Acolon, Cabernet Cubin, Cabernet Dorio, Cabernet Dorsa, Cabernet Mitos, Dornfelder, Hegel, Helfensteiner, Heroldrebe, Hölder, Juwel, Kerner, Palas, Ruling, Samtrot (Schwarzriesling-Mutation), Silcher, Sulmer und Tauberschwarz. Ein sehr interessantes Service ist die Website „Der virtuelle Rebendoktor”, die unter der URL www.rebendoktor.de/ zu erreichen ist. Hier können auf Grund von Bildern und Beschreibungen Rebkrankheiten identifiziert werden (siehe auch unter Rebstock-Feinde).
Angegliedert ist das Staatsweingut Weinsberg mit dem Verwalter Dr. Günter Bäder und dem Kellermeister Gerhard Wächter. Im Jahre 2000 wurde ein neuer Keller in Betrieb genommen. Die Weinberge umfassen 40 Hektar Rebfläche in den Württemberger Einzellagen Ranzenberg und Schemelsberg (Weinsberg), Himmelreich (Gundelsheim), sowie Burg Wildeck (Abstatt). Es werden die Hauptrebsorten Riesling (7,5 ha), Lemberger (5 ha), Trollinger (4 ha), Spätburgunder (3 ha) und Samtrot (2 ha), sowie kleineren Mengen Kerner, Grauburgunder, Acolon, Dornfelder, Silvaner, Müller-Thurgau, Weißburgunder, Gewürztraminer, Chardonnay, Muskateller, Cabernet Mitos, Cabernet Dorio, Cabernet Dorsa und Cabernet Cubin kultiviert. Bei der Bezeichnung der Weine steht die Rebsorte im Vordergrund. Jährlich werden etwa 250.000 Flaschen Wein produziert. Es werden auch flaschenvergorene Sekte, Verjus, Weinbrand, Traubenkernöl, Weingelee, Himbeeressig und Pflaumenlikör produziert. Das Weingut ist Mitglied beim VDP (Verband deutscher Prädikatsweingüter), bei der Gruppe HADES sowie beim Deutschen Barrique-Forum.
Das Weinsberger Staatsweingut gehört zweifellos zu jenen staatlichen Weingütern, die ihren ursprünglichen Auftrag als Beispielbetrieb am gewissenhaftesten wahrnehmen. 2008 sind die Weine durchweg gut gelungen, Schwankungen, wie sie in der Vergangenheit doch immer wieder auftraten, fanden wir heuer gar keine vor. Gerade im Kontext des Jahrgangs ist das allein schon eine bemerkenswerte Leistung. Eindrücklich sind aber auch wieder die Spitzen, sowohl die Großen Gewächse, als auch der Grauburgunder Hades. Wir sind allerdings sicher, dass insbesondere die Roten fast durchweg ohne den beherzten Holzeinsatz noch besser wären, zumal das hier verwendete Holz bisweilen recht unpassende, ins Ranzige gehende Noten an den Wein abgibt. Doch trotz dieser Einschränkung bewegt sich das gut eindeutig auf den dritten Stern zu.
Die vorgestellte Kollektion ist wieder recht klein ausgefallen, doch kommt man nicht umhin festzustellen, dass sie auch Klasse hat. Heuer machen vor allem die Rieslinge viel Freude. Zwei Sterne erscheinen angebracht. Glückwunsch!
Der Betrieb wäre aufgrund der auch in diesem Jahr gezeigten Qualitäten vermutlich längst auf dem Weg zum 3. Stern, doch die winzige Auswahl erlaubt leider auch dieses Jahr keinen befriedigend repräsentativen Überblick über das Sortiment.
Nach einer kleinen 2002er Serie wurde auch 2003 nur recht unvollständig vorgestellt. Die Qualitäten sind überzeugend, aber aufgrund der geringen Probenanzahl ist eine neutrale Einstufung des Betriebes derzeit nicht mehr möglich, weshalb der Stern vorerst eingezogen werden muss.
Der Riesling fällt dieses Jahr etwas enttäuschend aus, doch dafür sind sowohl Kerner als auch Traminer wirklich empfehlenswert und auch die später eingereichten Roten sind sehr sorgfältig gemacht, wenn wir uns auch hin und wieder etwas mehr Charakter und dafür weniger Holz wünschen würden.
Die Weine des Staatsweingut sind in der Regel sehr sorgfältig gemacht, reintönig und in einem sehr geradlinigen Stil gehalten. Das Einzige, was man ihnen vorwerfen kann, ist eine manchmal etwas zu "sterile" Art, die nur wenig echten Charakter erkennen lässt.
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