Inhaber: Pfaffmann GdbR Kellermeister: Frank & Thomas Pfaffmann
Bewirtschaftete Anbaufläche: 39.00 ha
Besucherinformation:
Öffnungszeiten: Mo-Sa 8.00-12.00 und 13.00-18.00, So 10.00-12.00 und nach telefonischer Vereinbarung. Jährlich Weinfest am 2. Wochenende im August, Weinproben bis zu 50 Personen, Weinproben in der Vinothek.
Das Weingut liegt in der Gemeinde Bissersheim (Bereich Mittelhaardt/Deutsche Weinstraße) im deutschen Anbaugebiet Pfalz. Die Familie Wageck ist hier schon seit Jahrhunderten ansässig, der Weinbau wurde von Wilhelm Wageck (*1900) begründet. Das Weingut Wageck-Pfaffmann entstand im Jahre 1973, als Gunter Pfaffmann aus Walsheim bei Landau in den Betrieb einheiratete. Die beiden Söhne Frank und Thomas Pfaffmann stiegen nach absolviertem Studium an der Fachhochschule Geisenheim in den Betrieb ein und leiten ihn heute in bereits fünfter Familiengeneration zusammen mit den Eltern. Die Weinberge umfassen 42 Hektar Rebfläche in den Einzellagen Goldberg, Held, Orlenberg und Steig (Bissersheim), Steinacker (Kirchheim an der Weinstraße), sowie Burgweg und Osterberg (Großkarlbach). Sie sind je zur Hälfte mit den Weißweinsorten Riesling, Weißburgunder, Grauburgunder, Sauvignon Blanc, Chardonnay, Morio-Muskat, Müller-Thurgau und Rieslaner, sowie mit den Rotweinsorten Dornfelder, Spätburgunder, Frühburgunder, Cabernet Sauvignon, Cabernet Franc, Merlot, Dunkelfelder und Lemberger bestockt.
Es erfolgt eine naturnahe Bewirtschaftung durch Düngung mit Kompost, optimale Bearbeitung der sehr unterschiedlichen Böden, Pflanzenschutz mit umweltschonenden Recyclingspritzen, idealem Laubschnitt, Entblätterung bestimmter Sorten und Ertragsbeschränkung durch Ausdünnen (Grünlese) im Juli und August. Für jeden Weinstil gibt es einen eigenen Weinkeller. Die Weine werden intern mit bis zu drei Sternen klassifiziert. Trockene Rotweine werden nach einer Maischegärung im Edelstahltank, und ab der 2 Sterne-Klasse traditionell im großen Holzfass ausgebaut. Die 3 Sterne-Weine reifen in Barriquefässern. Die Weißweine werden im Stahltank temperaturgesteuert vergoren und ausgebaut. Nach langer Feinhefelagerung werden die Weine filtriert und anschließend in Flaschen abgefüllt. Das Weingut ist Mitglied im Barrique Forum Pfalz.
Die Qualitäten sind hier noch einmal deutlich gleichmäßiger und das Niveau höher als im Vorjahr. So finden wir heuer keinen einzigen schwachen Wein mehr bei Wageck-Pfaffmann, dafür bei Riesling und Weißburgunder einige beachtliche Spitzen. Wir kommen nicht umhin, dem Aufstieg vom letzten Jahr gleich einen weiteren folgen zu lassen. Kompliment!
Ein leicht durchwachsenes Sortiment, aber die Mehrzahl der Weine ist gelungen. Eine ganze Reihe von ihnen probierten wir zwei Mal: einige von ihnen entwickelten sich positiv, andere reiften etwas zu schnell. Insgesamt ist der positive Trend jedoch nicht zu übersehen, weshalb wir einen Aufstieg für angebracht halten. Auch das Potenzial für eine weitere Steigerung ist offensichtlich vorhanden.
Die vier probierten 2006er sind solide ausgefallen und bieten süffige Qualitäten für relativ kleines Geld. Wir würden und freuen, wenn dieser Trend anhielte.
Der Jahrgang kann uns leider gar nicht überzeugen. Die Weine verfügen in der Regel über nur sehr wenig echte Substanz, sind nicht immer ganz sauber und weisen darüberhinaus oft unangenehme Bittertöne auf. Lediglich der Chardonnay aus dem Barrique und einige nachgreichte Rotweine machen da bemerkenswerte Ausnahmen.
Besonders unter den Rotweinen finden sich dieses Jahr einige sehr gute Exemplare bei Wageck-Pfaffmenn, auch wenn uns der Holzeinsatz manchmal etwas übertrieben erscheint. Auch Chardonnay und Gewürztraminer sind gut, während es uns bei den wenigen anderen Weißen an Reintönigkeit und Frucht mangelt.
Die Weine von Wageck-Pfaffmann sind günstig zu haben, aber leider selten wirklich inspirierend. Dabei fällt es zumeist schwer, der hausinternen Klassifikation mittels Sternen zu folgen. Allein der reintönige Dreistern-Riesling aus dem Goldberg sticht deutlich heraus.
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