Nach mehreren Eigentümerwechseln im letzten Jahrhundert ist das Weingut im Anbaugebiet Rheinhessen (ehemals Villa Sachsen in Bingen) im Jahre 2006 in den Alleinbesitz der Familie Prinz zu Salm-Salm übergegangen. Die Prinzen Salm führen den Namenstitel der Wild- und Rheingrafen seit dem 15. Jahrhundert, bis vor fünfhundert Jahren waren sie Grafen am Rhein. Der Familie gehört auch das Weingut Prinz zu Salm-Dalberg’sches Weingut in der Gemeinde Wallhausen im Anbaugebiet Nahe, wo nach der Auflassung des Kellers in Bingen im Jahre 2010 auch die Vinifizierung der Weine erfolgt.
Seit der Weinlese des Jahrganges 2007 hat Felix Prinz zu Salm-Salm die Betriebsleitung des nun als RHEINGRAF benannten Betriebes mit dem Ziel übernommen, dem Weingut neuen Schwung zu verleihen. Das war auch der Startschuss für die RHEINGRAF Weine, welche die Initialen des Jungen Prinzen tragen. Das orangefarbene Etikett soll den Neuanfang im Weingut und in der Vertriebsstruktur widerspiegeln. Die Weinberge umfassen 16 Hektar Rebfläche in den Binger Einzellagen Kirchberg und (der zum Großteil im Besitz befindlichen) Scharlachberg. Auf rund 70% wird Riesling kultiviert, die restlichen Sorten sind Weißburgunder, Grauburgunder, Spätburgunder und Silvaner. Das Weingut ist VDP-Mitglied.
Die neue Qualitätsphilosophie der Villa Sachsen trägt in den letzten beiden Jahren deutlich Früchte. 2009 ist sicher der beste Jahrgang, den wir von diesem Betrieb kennen und die trockenen Spitzenrieslinge erreichen mittlerweile beachtiche Güte. Hier wird es Zeit für einen Aufstieg.
Leider kein besonders guter Jahrgang für die Villa Sachsen. Nur der süffige Weißburgunder und die dicke TBA können überzeugen. In dieser Form ist der Stern zumindest gefährdet.
Die 2000er sind in Anbetracht des Jahrgangs eine sehr respektable Leistung. Als einzige ist die Riesling Auslese aus dem Scharlachberg etwas zu sehr von Fäulnis geprägt. Der Rest des Sortiments ist sehr sauber, wenn auch in den unteren Qualitätsstufen zumeist von einer schlanken und herben Art. Wirklich gut gefallen mir dieses Jahr neben dem Weißburgunder die trockenen und restsüßen Spätlesen mit einem ausgezeichneten Scharlachberg an der Spitze.
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