Das Weingut liegt in der Gemeinde Bacharach (Bereich Loreley) im deutschen Anbaugebiet Mittelrhein. Es wird in dritter Generation von Jochen Ratzenberger junior geführt. Die Weinberge umfassen knapp 12 Hektar Rebfläche in den Einzellagen Kloster Fürstental, Posten und Wolfshöhle (Bacharach), sowie St. Jost (Steeg). Sie sind zu über drei Vierteln mit Riesling (8,5 ha), sowie den Sorten Spätburgunder, Grauburgunder und Rivaner bestockt. Es wird naturnaher, umweltschonender Weinbau praktiziert. Eine Spezialität sind süße und edelsüße Prädikatsweine. Es werden auch flaschenvergorene Riesling-Sekte produziert. Die Produkte werden nach Belgien, Schweiz und in die USA (UNO New York) exportiert. Das Weingut ist Mitglied beim VDP (Verband deutscher Prädikatsweingüter).
2008 war augenscheinlich einer der schwierigeren Jahrgänge dieser Dekade am Mittelrhein. Um so bemerkenswerter sind die Leistungen von Jochen Ratzenberger in diesem Jahr. Auch die einfacheren Weine sind sorgfältig gemacht und zeigen in den meisten Fällen klar ihre Herkunft. Höchst beeindruckend fielen die Großen Gewächse aus: mit ihrer Mischung aus Kraft, straffem Bau, Tiefe und Eleganz stehen sie ziemlich einsam an der Spitze aller trockenen Weißweine des Jahrgangs am Mittelrhein.
Sieht man vom nicht ganz klaren Eiswein ab, ist das 2006er Sortiment von Jochen Ratzenberger einmal mehr eines der besten der Region. In allen Sparten bekommt man hier klassische Vertreter des Mittelrheins zu schmecken. Das Große Gewächs ist mal wieder sehr mineralisch und fest, mit Sicherheit einer der besten trockenen Weine des Gebietes. Den fast überfälligen dritten Stern vergeben wir mit großer Freude. Herzlichen Glückwunsch!
Das Weingut Ratzenberger ist schon seit langem bekannt für seine schlanken, eleganten und immer wieder überraschend langlebigen Rieslinge. Doch auch hier zeichnet sich ein Stilwandel ab hin zu mehr Substanz und letztendlich auch mehr Tiefe in den Weinen. Das kommt vor allem den trockenen Rieslingen zugute, die noch nie so gut waren wie im Jahrgang 2005. Die beiden Großen Gewächse aus dem Steeger St. Jost und der Bacharacher Wolfshöhle dürften sogar die größten trockenen Rieslinge sein, die am Mittelrhein bislang überhaupt entstanden sind. Dabei kann man hier den Begriff „trocken“ im Gegensatz zur weit verbreiteten Praxis gerade bei den Großen Gewächsen tatsächlich wörtlich nehmen. Die Weine sind völlig durchgegoren un beweisen eindrücklich, dass auch in den kühleren nördlichen Weinbauregionen in Deutschland keineswegs etwas Restsüße vonnöten ist, um die Weine optimal auszubalancieren. Hier genügen außergewöhnliche Dichte und Tiefe – und eine aromatische Komplexität, wie man sie im Gebiet bislang kaum finden konnte. Doch nicht nur die trockenen Spitzen sind dieses Jahr beeindruckend. Schon die einfachsten Weine überzeugen ausnahmslos und die rest- und edelsüßen Rieslinge waren auch selten so gut in den letzten Jahren. An der Spitze steht eine sagenhafte Trockenbeerenauslese, die wohl noch lange den Maßstab für edelsüße Spitzenweine im Gebiet vorgeben dürfte. Großes Kompliment!
Die Spät- und Auslesen gefallen uns dieses Jahr durchweg gut. Besonders die trockene Version aus dem Steeger St.-Jost hat es uns angetan, sie wird aber noch einmal deutlich übertroffen vom nach einem Flaschenfehler erst 2007 wieder angestellten Großen Gewächs. Die lagenlosen Weine sind bis aúf den trockenen Riesling Kabinett eher einfach geraten und der Eiswein wird leider durch starke Bittertöne beeinträchtigt.
Abgesehen von Rivaner und Grauburgunder, die sich nicht ganz auf der Höhe präsentierten, ist der Familie Ratzenberger ein ausgezeichneter Jahrgang gelungen. Lange zeigten sich die Rieslinge hier nicht mehr so geschlossen auf hohem Niveau wie in diesem Jahr. Jochen Ratzenberger kam mit dem Jahrgang offensichtlich besser zurecht als viele Kollegen und präsentiert elegante, manchmal fast rassige Weine, wie sie 2003 selten entstanden sind. Großes Kompliment.
Ein exzellenter Eiswein und die großartige Spätlese aus der Wolfshöhle krönen das kleine Sortiment, das dieses Jahr von Jochen Ratzenberger angestellt wurde. Mehr davon!
Die 2001er wurden erst 2004 angestellt und nicht alle Weine konnten ihre Frische bis zum Verkostungszeitpunkt bewahren. Wirklich erstklassig und dabei alles andere als spürbar gealtert zeigt sich allerdings der Dreistern-Riesling aus der Wolfshöhle, sicher einer der feinsten trockenen Rieslinge des Jahres am Mittelrhein. Auf der eleganten Seite steht die Auslese aus der gleichen Lage und auch die trockene Spätlese aus dem St. Jost ist in ihrer klassisch schlanken und herben Stilistik sehr gut.
Mittelrhein: Bacharach
Kloster Fürstental, Riesling, Schaumwein, Sekt b.A., 11.20 €
Mit ihren 2000ern haben Ratzenbergers mit ziemlicher Sicherheit das Sortiment des Jahrgangs am Mittelrhein produziert. Dabei übertreffen fast alle Weine ihre 99er Pendants deutlich und zeigen eine glasklare Frucht und straffe mineralische Struktur. Besonders die Spätlese aus der Wolfshöhle kann diesmal wirklich überzeugen, aber auch die trockene Spätlese und der saftige Grauburgunder machen eminent viel Spaß.
Es wurde nur eine kleine Auswahl angestellt, von der mir die feingliedrige halbtrockene Riesling Spätlese aus dem extrem steilen Bacharacher Posten mit Abstand am besten gefällt. Die Weine sind jahrgangsbedingt nicht sehr dicht und nachhaltig, aber dennoch sehr reintönig, geradlinig und angenehm zu trinken. Ein wenig Reife täte den meisten von ihnen gut.
Die in 2001 nachgereichten 99er bestätigen das schon im letzten Jahr dokumentierte Bild: während der Kabinett unverändert notiert, zehrt die Spätlese aus der Wolfshöhle bereits spürbar aus. Die halbtrockene Spätlese konnte dagegen mit einigen Monaten Flaschenreife noch einmal deutlich zulegen. Zusätzlich eingereicht wurde ein ebenfalls exzellenter halbtrockener Kabinett aus dem Steeger St.-Jost, eine straffe Auslese, sowie ein guter, wenn auch etwas altbacken wirkender Eiswein. Der saubere, vielleicht ein wenig leichte Spätburgunder, sowie der elegante Grauburgunder runden das Bild des Jahrgangs ab.
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