Das Weingut liegt in der Gemeinde Graach-Schäferei im deutschen Anbaugebiet Mosel. In der Familie wird bereits seit dem 17. Jahrhundert Weinbau betreiben, das Weingut selbst besteht seit dem Jahre 1968. Patrick Philipps hat als Quereinsteiger 1998 die Führung mit Gattin Michaela übernommen. Der Betrieb wurde in der Folge mit großen Investitionen nach modernsten Erkenntnissen der Kellerwirtschaft umgestaltet. Ein Gästehaus ist angeschlossen. Die Weinberge umfassen 3,5 Hektar Rebfläche in den Spitzenlagen Graacher Domprobst und Himmelreich, sowie Bernkasteler Johannisbrünnchen (die Anteile in den Zeltinger Lagen Himmelreich und Sonnenuhr wurden aufgegeben). Sie sind zu über 90% mit dem Riesling, sowie kleinen Mengen der Sorten Weißburgunder, Spätburgunder und Dornfelder bestockt. Die Weine werden je zu rund einem Drittel trocken, halbtrocken und lieblich zu 100% in Edelstahltanks ausgebaut. Jährlich werden rund 40.000 Flaschen Wein produziert. Es werden auch Perlweine und flaschenvergorene Sekte erzeugt.
Ein leicht schwankendes Sortiment. Während die trockenen Weine oft recht einfach, rustikal und stumpf wirken, fallen die restsüßen Rieslinge erheblich überzeugender aus, haben oft sogar echte Klasse.
Eine im Vergleich zum Vorjahr deutlich gleichmäßigere Serie probierten wir heuer vom Weingut Philipps-Eckstein. Gut und empfehlenswert ist hier eigentlich alles, nur können wir der Gutshierarchie nicht immer folgen. So ist unser Favorit dieses Mal der Dreistern-Kabinett, den wir aufgrund seiner straffen und animierenden Art den Spätlesen vorziehen.
Mosel: Graach
Domprobst, Riesling, Weißwein, Kabinett, *** Alte Reben, 7.50 €
Das Sortiment schwankt hier ein wenig in der Qualität. Etwas rustikal und rau sind die Weine alle, aber während manche den Phenolen wenig entgegenzusetzen haben und bisweilen schon ein wenig gezehrt wirken, haben andere durchaus Substanz und festen Bau und machen Hoffnung auf eine weitere positive Entwicklung. Wirklich strahlend sind die Rieslinge nur selten, was angesichts des Jahrgangs, der exzellenten Lagen und des Potenzials der besten Weine ein wenig schade ist.
Mit den 2006ern bestätigen Patrick und Hans Philipps, was wir Ihnen schon im Vorjahr "angedroht" hatten: Es würde hier nicht nur bei einem Stern bleiben. Die Weine fast immer sehr gut, dabei drei ausgezeichnete Jahrgangsspitzen, wobei die Auslese Alte Reben vom Domprobst sicherlich noch nicht am Ende ihrer Möglichkeiten ist. Glückwunsch zum weiteren Aufstieg!
2005 ist nicht nur in Anbetracht des Jahrgangs gelungene Serie. Nur dort, wo der Gerbstoff allzu rau auftritt, hat das Sortiment leichte Schwächen. Ansonsten gefallen uns die zumeist fest gewirkten und charaktervollen Rieslinge sehr und wir trauen einigen von ihnen sogar eine weitere positive Entwicklung zu. Einen ersten Stern halten wir für wohlverdient und wir sind angesichts der erkennbaren Sorgfalt und Leidenschaft, mit der hier gearbeitet wird, sicher, dass es nicht der Einzige bleiben wird.
Die Weine von Philipps-Eckstein wirken heuer etwas angestrengt, was zweifellos auf die schwierigen Bedingungen zurückzuführen ist. Dabei sind sie wie gewohnt professionell gekeltert und sauber, ein wenig mehr Lebendigkeit wäre aber auch schön gewesen. Wir denken, dass der neue Jahrgang der Familie Philipps mehr entgegenkommen wird.
Die teureren Weine sind dieses Jahr nicht immer auch die Besseren bei der Familie Philipps. So gefällt uns der süße Kabinett aus dem Domprobst ganz ausgezeichnet, während die besternten Spitzenweine eher enttäuschen.
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