Das Weingut liegt in der Gemeinde Spay im deutschen Anbaugebiet Mittelrhein. Die Familie betreibt bereits seit 300 Jahren Weinbau und Landwirtschaft. Der Wandel zu einem reinen Weingut vollzog sich im 20. Jahrhundert unter Heinrich Müller, dessen Sohn Matthias heute gemeinsam mit seiner Frau Marianne den Betrieb leitet. Die Weinberge umfassen acht Hektar Rebfläche im Bopparder Hamm in den Einzellagen Engelstein, Feuerlay, Mandelstein und Ohlenberg. Sie sind hauptsächlich mit dem Riesling (6,7 ha), sowie etwas Grauburgunder und Spätburgunder bestockt. Die Weine werden bevorzugt spontan vergoren und in Stahltanks ausgebaut, um den Fruchtcharakter und die Herkunft zu betonen. Die besten zwei bis drei Weine eines Jahrgangs werden als „Selektion MM” vermarktet. Zu den Premiumweinen zählt „Bopparder Hamm Ohlenberg Riesling”. Das Weingut ist seit 2007 Mitglied beim VDP (Verband deutscher Prädikatsweingüter).
Der Jahrgang 2008, der in so vielen Anbaugebieten für überraschend gute Ergebnisse sorgte, machte es den Winzern am Mittelrhein offensichtlich eher schwer. Die Weine von Matthias Müller sind oft etwas rustikal ausgefallen und haben nicht die feste Struktur, die wir sonst von ihnen gewohnt sind. Die beiden edelsüßen Rieslinge aus dem Engelstein ragen allerdins weit heraus und erinnern durchaus an die besten Jahrgänge des Betriebs.
Auch 2007 ist hier wieder eine beeindruckende Serie gelungen. Sowohl im trockenen Bereich als auch bei den Rieslingen mit natürlicher Restsüße bleiben heuer kaum Wünsche offen. Die besten Weine sind hier fest strukturiert und mineralisch. Einige von ihnen wirkten zum Zeitpunkt der Verkostung noch so unruhig, dass wir ihnen auch eine weitere Steigerung zutrauen. Zur Zeit kommen von Matthias Müller einige der charaktervollsten Weine des Gebietes. Das Gut steht kurz vor einem Aufstieg. Großes Kompliment!
Mit seinen fest gewirkten, reintönigen und in den meisten Fällen ungeheuer animierenden Rieslingen schließt der Jahrgang 2006 hier nahtlos an das sehr erfolgreiche Vorjahr an. Wenn es so weiter geht, wird der im letzten Jahr vergebene dritte Stern wohl nur eine Durchgangsstation bleiben. Großes Kompliment!
2005 war ganz offensichtlich ein exzellentes Jahr für Matthias Müller. Die uns vorgestellte Serie zeigt sich nicht nur ungewöhnlich geschlossen, sondern dies auch auf einem Niveau, das man am Mittelrhein nicht oft erlebt. In allen Bereichen sind Müller dieses Jahr ausgezeichnete Weine mit Charakter und Tiefe gelungen. Die edelsüßen Spitzen sind großartig. Es ist schwer, irgendwo besseres zu derart moderaten Preisen zu finden. Großes Kompliment und Glückwunsch zum dritten Stern!
Die meisten Weine sind bei Matthias Müller gut bis sehr gut ausgefallen, können aber den schwierigen Jahrgang nicht verleugnen, der sich bei einigen Rieslingen mit Bitternoten und Gerbstoffen bemerkbar macht. Die meisten Weine sollten jung getrunken werden, aber mindestens zwei der drei Auslesen aus der Feuerlay dürften ausreichend Potenzial für einige Jahre Entwicklung besitzen.
Die Weine sind durchweg gut gemacht und - nicht zuletzt wegen der ausnehmend günstigen Preise - absolut empfehlenswert, auch wenn manchmal ein wenig die Klasse des letzten Jahres fehlen mag.
Nach einem Jahr Pause stellt Matthias Müller mit dem Jahrgang 2002 wieder ein ausgezeichnetes Sortiment vor. Schon die trockenen Rieslinge sind durchweg sehr gut, doch sobald Restsüße ins Spiel kommt, besitzen die Weine überwiegend echte Klasse. Großes Kompliment!
Leider sind die in neuer Ausstattung angebotenen Spät- und Auslesen recht deutlich von Fäulnisnoten beeinträchtigt und können mich daher wenig begeistern. In völligem Gegensatz dazu stehen die beiden glasklaren Hochgewächse, die ich nur wärmstens empfehlen kann.
Die einfacheren Weine sind dieses Jahr zwar sehr schlank gehalten, aber dafür glasklar im Stil und angenehm zu trinken. Deutlich über dem übrigen Sortiment stehen die beiden süßen Spätlesen. Das elegante und feinsaftige Exemplar aus dem Mandelstein gehört zweifellos zu den besten des Jahrgangs am Mittelrhein.
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