Das Weingut liegt in der Gemeinde Bad Kreuznach im deutschen Anbaugebiet Nahe. Die ursprünglich aus Spanien stammende Familie Korrell betreibt hier schon seit rund 250 Jahren Weinbau. Der Namensteil „Johanneshof” ergibt sich aus der Tatsache, dass ein Johannes Korrell als erster in der Familie mit Weinbau begonnen hatte. Ursprünglich ein landwirtschaftlicher Mischbetrieb, wurde das Gut im Jahre 1967 mit der Übernahme durch Wilfried Korrell ganz auf Weinbau umgestellt. Dieser wird heute vom für den Keller verantwortlichen Sohn Martin unterstützt. Die Weinberge umfassen 23 Hektar Rebfläche in den Lagen Paradies, Rosenberg und St. Martin (Kreuznach), sowie In den Felsen und Königsfels (Schloßböckelheim). Sie sind zum Großteil mit Riesling (11 ha), sowie den Sorten Weißburgunder, Grauburgunder, Spätburgunder, Portugieser, Dornfelder, Müller-Thurgau, Frühburgunder, Gewürztraminer, Silvaner, Muskateller und Scheurebe bestockt. Die Weißweine lagern lange auf der Hefe und werden relativ früh abegfüllt. Die Rotweine durchlaufen die malolaktische Gärung im Szahltank und werden dann in großen Holzfässern oder in Barriques ausgebaut. Es wird auch eine große Palette weiterer Produkte wie Edeldestillate (Weinbrand, Hefebrand, Traubenbrand, Tresterbrand), Weinessig, Weingelee, Traubenkerenöl, Perlweine (Frizzante) und flaschenvergorene Winzersekte produziert.
Martin Korells Weine sind von recht moderner Machart. Sie besitzen häufig Schliff, nur fehlt es ihnen manchmal ein wenig an echter Tiefe und bisweilen wird einem auch die forsche Kohlensäure ein wenig zuviel. Dennoch ist hier alles überaus sorgfältig gemacht und einige Weine zeigen durchaus Klasse und Charakter.
In diesem Jahr konnte die Familie Korrell das sehr gute Niveau ihrer Wein-Kollektion noch leicht steigern. Vier ausgezeichnete Weine haben uns im recht hochwertigen Sortiment besonders überzeugt: der Grau- und der Weißburgunder Johannes K. sowie die Riesling Auslese und die Beerenauslese aus dem Paradies. Doch auch die anderen Weine gefielen uns fast durchweg sehr gut. Eine erstaunliche Leistung, gerade im Jahrgangskontext, die dem Betrieb nun den dritten Stern einbringt.
Die Scheurebe macht uns etwas Kopfzerbrechen, aber ansonsten hat Martin Korell eine absolut geschlossene Kollektion vorgestellt. Die Spitzen sind jahrgangsbedingt rar, aber das Durchschnittsniveau ist hier wirklich beachtlich. In manchen Fällen trauen wir den Weinen auch eine weitere Steigerung zu. Hier fehlt nach wie vor nicht viel für den dritten Stern.
Durchwachsen auf sehr gutem Niveau, so fiel dieser Jahrgang bei Korrell heuer aus. Einige Weine konnten sogar ein wenig strahlen, was in diesem Jahrgang nicht sehr häufig war. Auffallend aber auch die manchmal deutliche Kohlensäure, die zwar Schwefel spart, aber doch eine gewisse Rauheit mit sich bringt, zumindest in jungen Weinen. Eine Möglichkeit des Ausbaus, vielleicht auch etwas der Jahrgang, wir sind jedenfalls gespannt, wie die Handschrift sich weiter entwickeln wird.
2003 wurden leider nur die Spitzenweine angestellt, doch die überzeugen fast auf ganzer Linie. Neben einer erstklassigen Auslese fallen vor allem die bei aller Kraft und Dichte eleganten Burgunder auf. Bei ähnlichen Leistungen steht im kommenden Jahr ein dritter Stern in Aussicht.
2002 ist wohl der bislang kompletteste Jahrgang bei Korrell. Jeder einzelne Wein ist hier vorbehaltlos zu empfehlen und vor allem die rest- und edelsüßen Weine besitzen echte Klasse. Kompliment!
Aufgrund des schwierigen Jahrgangs ist das Sortiment dieses Jahr von schwankender Qualität. Der elegante trockene Riesling Kabinett, sowie der feinfruchtige Gewürztraminer sind sehr empfehlenswert.
Eine sehr erfreuliche Kollektion hat Martin Korrell dieses Jahr produziert. Sowohl Rieslinge, als auch Burgundersorten sind durchweg gelungen, wobei Chardonnay und Weißburgunder "Selektion K" zu den schönsten Weinen ihrer Art an der Nahe gehören. Die Bacchus Trockenbeerenauslese zeigt eindrucksvoll Korrells Talent für edelsüße Weine. Weiter so!
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