Das Weingut liegt in der Gemeinde Birkweiler (Bereich Südliche Weinstraße) im deutschen Anbaugebiet Pfalz. Es wurde nach dem Ersten Weltkrieg von Karl Wehrheim gegründet, der sehr früh eine Flaschenabfüllung einführte. Sein Sohn Dr. Heinz Wehrheim baute den Betrieb weiter aus. Nach Abschluss eines Studiums der Allgemeinen Agrarwissenschaften und einem Praxisjahr in den USA wird das Gut seit 1992 in dritter Familiengeneration von Dipl. Agraringenieur Karl-Heinz Wehrheim geführt. Die Weinberge umfassen 14 Hektar Rebfläche zum Großteil in den Birkweiler Einzellagen Kastanienbusch (7 ha) und Mandelberg (1,6 ha Weißburgunder). Sie sind mit den Weißweinsorten Riesling (45%), Weißburgunder, Grauburgunder, Chardonnay, Silvaner, Gewürztraminer und Muskateller, sowie mit den Rotweinsorten Spätburgunder, St. Laurent, Merlot und Cabernet Sauvignon bestockt.
Die Rebflächen werden nach den Richtlinien des biodynamischen Weinbaus bewirtschaftet. Die Umstellung darauf erfolgt seit Anfang 2008 und soll in drei Jahren abgeschlossen sein. Die Weine werden je nach Weintyp im Stahltank oder im Holzfass ausgebaut. Ziele dabei sind feines Sortenaroma, fruchtige Weinsäure und sehr gute Haltbarkeit. Durch dosierten Einsatz von (bei Rotweinen obligatorisch) Barrique sollen die natürlichen Aromen abgerundet werden. Die Weine aus den beiden VDP-klassifizierten Lagen Kastanienbusch und Mandelberg werden als Grosses Gewächs vermarktet. Es werden auch flaschenvergorene Sekte und Edelbrände (Trester, Obst, Wein) produziert. Das Weingut ist Mitglied im VDP (Verband deutscher Prädikatsweingüter), Gründungsmitglied der Vereinigung Sektgüter Rheinpfalz (VSR) und Mitglied bei Fünf Freunde aus der Südpfalz.
Wie man hört, hat Karl-Heinz Wehrheim im Herbst 2006 wie ein Bessener gearbeitet, um den widrigen Jahrgangsbedingungen das Beste abzutrotzen. Dies ist auch gelungen und so konnten wir eine homogene Serie zumeist sehr guter Weine verkosten. Beeindruckend ist einmal mehr das Große Gewächs vom Weißburgunder ausgefallen, sehr mineralisch und bestens balanciert. Es ist einer der besten drei Weine dieser Sorte im Lande aus 2006.
Karl-Heinz Wehrheim gehört eher zu den ruhigeren unter deutschlands Spitzenproduzenten. Laute Töne scheinen ihm ebenso fremd zu sein, wie übertriebene Selbstdarstellung. Ähnliches könnte man auch über seine Weine sagen, die niemals laut, aufdringlich oder allzu mächtig daherkommen. Stets strahlen die Gewächse dieses Hauses in gewisser Hinsicht vornehme Zurückhaltung aus. Das sollte aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass es sich bei Wehrheims Weinen immer wieder um einige der charaktervollsten und tiefgründigsten Tropfen des ganzen Gebietes handelt. 2005 lässt hier keine Wünsche offen. Ausnahmslos jede der uns aus diesem Jahrgang vorgestellten Proben hat uns rundum überzeugt. Nicht nur die ungewöhnliche Reintönigkeit und der perfekt herausgearbeitete Sortentyp macht die Weine Wehrheims so wertvoll, auch über ihre Herkunft lassen sie einen nie im Unklaren. An der Spitze der außergewöhnlich homogenen Jahrgangskollektion stehen zwei beeindruckende Große Gewächse aus Weißburgunder und Riesling, die sich mit ihrer Kraft, Festigkeit und Tiefe über Jahre bestens entwickeln dürften. Wir gratulieren zum Aufstieg!
Auch 2004 ist hier ein ausgesprochen erfolgreicher Jahrgang. Die Weine verfügen über Struktur, Tiefe und kühl-mineralischen Biss. An der Spitze steht ein erstklassiger Weißburgunder. Es gibt nur wenig Vergleichbares in diesem Jahr. Der vierte Stern kommt in Griffweite. Kompliment.
Einen exzellenten Jahrgang hat Karl-Heinz Wehrheim mit den 2003er Weißweinen vorgestellt. Die Weine sind glasklar, fest strukturiert und zumeist in einem ziemlich kompromisslosen, oft betont mineralischen Stil gehalten. Die Spätburgunder halten da nicht ganz mit: sehr sorgfältig gemacht, fehlt es ihnen dennoch etwas an Substanz und Tiefe.
Karlheinz Wehrheim ist es gelungen, dem Katastrophenjahrgang 2000 eine ausgezeichnete Kollektion abzuringen. Ein Wein ist hier schöner als der Andere. Dabei gefallen mir vor allem die Burgundersorten mit ihrer bisweilen strahlenden Fruchtigkeit besser, als die etwas monolithischen 99er. An der Spitze steht dann auch das große Gewächs vom Weißburgunder, eine Meisterleistung, wie sie in diesem Jahr auch in von der Natur weniger heimgesuchten Gebieten von kaum einem anderen Weinmacher erreicht wurde.
Die 99er gefallen durch ihren klaren Stil und die Burgundersorten sind so kräftig, wie man es von hier gewohnt ist. Allein im manchmal etwas verhaltenen Nachhall macht sich der schwierige Jahrgang bemerkbar. Dennoch eine durchweg empfehlenswerte Kollektion.
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