Das Weingut „Sanitätsrat Dr. Hermann“ liegt in der Gemeinde Ürzig (Bereich Bernkastel) im deutschen Anbaugebiet Mosel. Weinbau wird in der Familie seit mehreren Jahrhunderten betrieben. Das heutige Weingut entstand im Jahre 1967 im Wege der Erbteilung des Weingutes Joh. Jos. Christoffel Erben. Die Produktionsstätte wurde mkit dem Bau eines neuen Kellers von Ürzig nach Erden verlegt. Das Gut wird seit 1974 von Rudi Hermann geführt, der seit 2000 im Weinberg und besonders im Weinkeller von seinem Sohn Christian unterstützt wird. Die Weinberge umfassen 6,3 Hektar Rebfläche in den Lagen Herrenberg und Treppchen (Erden), Würzgarten (Ürzig), Försterlay (Lösnich), sowie Rosenberg (Kinheim). Im Weinberg wird großer Wert auf naturverbundene Pflege und selektive Weinlese in mehreren Durchgängen von Hand gelegt. Nach einer schonenden Presse und einem langen Gärprozess von sechs bis 12 Wochen in Edelstahltanks reifen die Weine ohne Sauerstoffkontakt auf der Feinhefe. In geeigneten Jahren werden auch Hochprädikatsweine erzeugt. Zu den Spitzenweinen zählen die Weine aus den Lagen Treppchen und Würzgarten, die aus wurzelechten Riesling-Reben gekeltert werden. Die anderen werden großteils als „Dr. Hermann Gutsriesling“ vermarktet. Rund 80% der Produktionsmenge wird exportiert, vorwiegend nach USA, Japan und Großbritannien.
Wir brauchen den Betrieb wohl kaum mehr groß vorzustellen. Unser "Aufsteiger des Jahres" vom letzten Jahr zeigt auch 2008, dass dieser Aufstieg keineswegs zu früh kam. Vor allem die Spätlesen beeindrucken in fest gewirkten, ungemein saftigen und animierenden Art durch die Bank. Die Auslesen sind süßer, aber zumindest im Augenblick nicht unbedingt noch besser. Man wird einige Jahre warten müssen um zu sehen, was wirklich in ihnen steckt. Ähnliches gilt für die beiden Eisweine, denen wir eine lange positive Entwicklung zutrauen. Geht es in dieser Form weiter, steht im kommenden Jahr ein weiterer Aufstieg an.
Eiswein und Auslese Lange Goldkapsel stehen unserer Ansicht nach ein wenig zurück und der Basisriesling ist eher einfach ausgefallen, aber der Rest der vorgestellten Serie beeindruckt ungemein. Schon die Kabinette machen viel Freude. Sie deuten bereits eine Klasse an, die von den höheren Prädikaten mehr als bestätigt wird. Die Trockenbeerenauslesen zählen zu den großen Weinen des Jahrgangs.
Auch in 2006 vermochte es das Weingut Dr. Hermann, sich weiter zu steigern. So hat man eine Reihe restsüßer Auslesen hingelegt, die einfach großartig und auch von den höheren Prädikaten nicht mehr zu überbieten sind. Spitzenwein in diesem Jahrgang ist die lange Goldkapsel vom Prälat, die glasklare Frucht mit verspielter Säure in einer ungeheuer animierenden Art verbindet. Ein dritter Stern ist hier fällig und wir sind gespannt, ob man es weiterhin schafft so schnell wie bisher zu den Spitzenproduzenten des Gebietes aufzuschließen. Kompliment.
Der Jahrgang war gar nicht einfach an der Mosel. Um so erstaunlicher ist die Klasse des diesjährigen Sortiments von Christian und Rudi Hermann. Nur vereinzelt machen sich die so weit verbreiteten Gerbstoffe bemerkbar, ansonsten zeigen die Weine klare Frucht und klaren Regionalcharakter. An der Spitze steht nicht zum ersten Mal eine grandiose Trockenbeerenauslese. Wir können gar nicht anders, als dem Aufstieg im letzten Jahr umgehend einen weiteren folgen zu lassen.
Mit Bravour zum ersten Stern, diesmal in der Hauptsache mit Spät- und Auslesen. Hier ist das Sortiment kompakt auf beachtlichem Niveau und durchwegs sehr regionaltypisch. Das zeigt behutsamen und kenntnisreichen Umgang mit den Gaben der Natur sowohl im Weingarten als auch im Keller. Die voriges Jahr so beeindruckenden Hochprädikate fielen ein bisschen dem Jahrgang zum Opfer, aber vielleicht sieht das in 20 Jahren doch anders aus? Wie auch immer, Gratulation, wir sind schon auf den nächsten Jahrgang gespannt.
Die Qualitäten schwanken etwas, was wohl im wesentlichen auf den Jahrgang zurückzuführen ist. Doch besonders im edelsüßen Bereich konnte man hier in 2003 einige exzellente, im Fall der Trockenbeerenauslese sogar grandiose Weine auf die Flasche bringen. Wir sind schon gespannt auf das kommende Jahr und stellen dafür bei ähnlichen Leistungen einen ersten Stern in Aussicht.
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