Das Weingut „C.H. Berres“ liegt in der Gemeinde Ürzig (Bereich Bernkastel) im deutschen Anbaugebiet Mosel. Der Stammbaum der Familie lässt sich bis ins 16. Jahrhundert zurückverfolgen. Mit dem Jahrgang 2004 wurde von Alfred Berres die Verantwortung über die Weinerzeugung an dessen Sohn Markus Berres in die 21. Familiengeneration übertragen. Dieser studierte Weinbau und Oenlogie in Geisenheim und beendete es als Diplomingenieur für Weinbau (FH). Während seiner Ausbildung verbrachte er ein Auslandssemester im neuseelandischen Weingut Chardfarm. Die Weinberge umfassen 3,5 Hektar Rebfläche in den Einzellagen Goldwingert und Würzgarten (Ürzig), Herrenberg und Treppchen (Erden), Hubertuslay (Kinheim), Klosterberg (Wehlen), sowie Himmelreich (Zeltingen). Bis zum Jahre 2005 war das Weingut ein reiner Rieslingbetrieb. Heute sind die Weinberge zu 90% mit Riesling und zu 10% mit Weißburgunder bestockt. Mit dem Jahrgang 2004 wurde das vollständige Weinsortiment auf STELVIN+ Drehverschluss umgestellt.
Bei den Prädikatsweinen liegen die betriebseigenen Qualitätsgrenzen mindestens 10°Oechsle über den gesetzlichen Mindestmostgewichten. Die Weine wurden in mehrere Produktlinien mit individuellen Etiketten unterteilt. Die traditionelle Linie (Jahrgänge bis 2004) wurden größtenteils durch Spontangärung in 1.000-Liter-Eichenholzfässern vergoren und ausgebaut. Ab 2004 wurden zahlreiche Investitionen in die Traubenverarbeitung und Kellertechnik getätigt. Die Trauben werden seitdem ausschließlich in ein Büttensystem gelesen und durch Abkippen bewegt. Nach schonender Pressung und Sedimentation werden die klaren Moste in Edelstahltanks gepumpt und mit Hilfe einer gesteuerten Gärführung gekühlt vergoren. Die Linie „Impulse“ sind die Gutsweine, gefolgt von der Linie „Kabinett, Spätlese & Auslese“ aus vollreifen Trauben. Die Weine der „Exklusiv-Linie“ stammen aus ausgewählten Beeren, die in mühevoller Handarbeit von eingetrockneten Botrytis-Trauben selektioniert werden. Diese Weine werden in limitierter Menge fast ausschließlich in 0,375 Literflaschen gefüllt und mit einem goldenen STELVIN+-Verschluss versiegelt. Es werden auch ein Perlwein und zwei flaschenvergorene Sekte produziert.
Allein der Würzgarten Kabinett ist ein wenig einfach ausgefallen, der Rest der vorgestellten 2006er Serie überzeugt absolut. Alle Weine sind sehr gut oder gar ausgezeichnet und bringen viel Trinkspaß. Die Auslese*** aus dem Treppchen mit ihrer mineralischen Art und der feinen Säure steht heuer an der Spitze. Ein Einstieg unter den Zwei-Sterne-Erzeugern erscheint uns daher gerechtfertigt, aber wir kündigen schon jetzt einen weiteren Aufstieg an, sollte der Betrieb dieses Niveau halten. Herzlichen Glückwunsch!
Die schon im letzten Jahr festgestellte Qualitätssteigerung setzt sich 2005 noch deutlicher fort, als wir zu hoffen wagten. Die Weine sind allesamt blitzsauber bereitet und zumeist elegant und animierend. Die Trockenbeerenauslese hat echte Klasse. Gratulieren möchten wir auch zur neuen Ausstattung, die eine komplette Umstellung auf Stelvin-Schraubverschluss einschließt. Die Anmutung ist für uns hochwertiger als sie es mit Naturkork je sein könnte - von der Zuverlässigkeit des Inhalts ganz zu schweigen. Wir freuen uns, für nächstes Jahr einen Stern in Aussicht stellen zu können. Dieser Jahrgang allein wäre uns schon zwei wert.
Bei Alfred und Markus Berres scheint deutet sich eine positive Trendwende an. Zwar sind vor allem die Basisweine noch von recht einfacher Art, aber unter den Lagenrieslingen finden sich einige sehr ansprechende Tropfen. Wir sind gespannt, wie es weiter geht.
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