Das Weingut J. J. Adeneuer liegt in der Gemeinde Bad Neuenahr-Ahrweiler im deutschen Anbaugebiet Ahr. Das traditionsreiche Haus ist bereits seit über 500 Jahren im Familienbesitz. Im Jahre 1984 übernahmen die Brüder Frank und Marc Adeneuer den Betrieb von ihrer Tante. Die Weingartenarbeiten werden nach den Regeln des integrierten Pflanzenschutzes praktiziert. Auf Herbizide wird weitgehend verzichtet. Jährlich werden bis 4.000 Ballen Stroh in die Weinberge eingebracht, um das Wasserspeicherungs-Vermögen der Böden zu erhöhen und die für das Wachstum wichtige Humusschicht zu erhalten. Die Weingärten umfassen neun Hektar Rebfläche in den Einzellagen Rosenthal (Ahrweiler), Burggarten und Landskrone (Heimersheim), Schieferlay und Sonnenberg (Neuenahr), sowie Domlay und im Alleinbesitz Gärkammer (Walporzheim). Sie sind zu 80% mit dem Spätburgunder, sowie Frühburgunder, Portugieser und Dornfelder bestockt. Der Ausbau in Barriques erfolgt behutsam, die Weine werden vor der Flaschenabfüllung nicht filtriert. Es werden auch flaschenvergorene Sekte, Tresterbrand und Traubenkernöl erzeugt. Das Weingut ist Mitglied beim VDP (Verband deutscher Prädikatsweingüter).
Das Sortiment von Frank und Marc Adeneuer lässt heuer kaum Wünsche offen. Der Basisweine ist von grundsolider Machart und sehr schön zu trinken, das Mittelsegment herkunftstypisch und trotz gewisser Kraft eher elegant. An der Spitze stehen sehr fest gewirkte, kraftvolle und vielschichtige Spätburgunder, die in den meisten Fällen wohl erst im Laufe der nächsten Jahre ihre Bestform erreichen. Das gilt besonders für den großartigen Versteigerungswein, der sich, obwohl mächtiger als alle anderen, erstaunlich kühl und rassig zeigt und der seine beste Trinkreife vermutlich erst im nächsten Jahrzehnt erreichen wird. Es dürfte schwer werden, einen besseren Rotwein dieses Jahrgangs in Deutschland zu finden. Unsere Kollektion des Jahres an der Ahr. Großes Kompliment!
Der Blanc de Noir und der Weißherbst sind etwas einfach ausgefallen, ansonten haben wir es hier mit einem sehr überzeugenden Sortiment zu tun. Besonders die große Anzahl ausgezeichneter, dabei feiner und mineralischer Spätburgunder beeindrucken. Mit Sicherheit gehören die Gebrüder Adeneuer zu den besten Rotweinmachern der Region, wenn nicht des ganzen Landes. Dieses möchten wir mit dem vierten Stern unterstreichen. Herzlichen Glückwunsch!
Die Serie ist vielleicht nicht ganz einheitlich in diesem eher schwierigen Jahrgang, aber es ist dennoch erstaunlich, was Frank und Marc Adeneuer 2004 in der Spitze gelungen ist. Die Großen Gewächse sind erstklassig, aber auch Nr. 1 und die Spätburgunder aus dem Sonnenberg überzeugen. Kompliment.
Das 2002 vorgestellte Sortiment offenbart durchweg hochklassige Qualitäten. Die Weine wirken erstaunlich reif für den Jahrgang und sind in einem warmen, würzigen Stil gehalten. Auch die kräftigsten unter ihnen wirken dank der stets präsenten Mineralität keineswegs schwer oder breit. Eine überaus gelungene Serie.
Die kräftigen 2000er sind zwar mitunter sehr vom Eichenholz geprägt, besitzen aber offensichtlich in den meisten Fällen genügend Struktur und Frucht um sich positiv zu entwickeln. Sie stellen eine außergewöhnlich gute Leistung dar, die jene aus dem theoretisch besseren 99er Jahrgang noch zu übertreffen scheint. Dabei macht 2000 den Eindruck, das Jahr des Frühburgunders zu sein, denn mit dem überaus preiswerten Qualitätswein ohne Lagenbezeichnung hat man hier einen der Stars des Jahrgangs gekeltert. Überhaupt sind die Preise hier sehr vernünftig geblieben. Großes Kompliment!
Die beiden Weine wurden erst spät eingereicht und waren zum Zeitpunkt der Verkostung die einzigen noch erhältlichen 99er. Neben dem sehr guten Dornfelder steht die mächtige Nr. 1, deren Extrakt nicht ganz auszureichen scheint, um den enormen Alkohol abzupuffern. Die Zeit wird es weisen. Eine auf dem Gut verkostete Gärkammer Auslese Goldkapsel veranschaulicht eindrucksvoll das Potential der Lage (90-92 Punkte).
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