Das Weingut liegt in der Gemeinde Siebeldingen (Bereich Südliche Weinstraße) im deutschen Anbaugebiet Pfalz. Eduard Rebholz und sein Sohn Hans gelten in der Südpfalz als Qualitäts-Pioniere für durchgegorene, trockene Weine. Seit 1978 ist in dritter Generation Hansjörg Rebholz mit seiner Frau Birgit verantwortlich. Die Weinberge umfassen 14 Hektar Rebfläche in den Lagen Kastanienbusch (Gemeinde Birkweiler), Im Sonnenschein und Rosenberg (Siebeldingen), sowie Münzberg (Godramstein). Sie sind mit Riesling (35%), Spätburgunder, Weißburgunder, Grauburgunder und Chardonnay (insgesamt 50%), sowie Gewürztraminer, Muskateller, Silvaner, Müller-Thurgau und Sauvignon Blanc bestockt. Seit 1989 werden die besten weißen und roten Burgunderweine in Barriques ausgebaut und ohne Lagenangabe unter der Bezeichnung „R“ vermarktet. Zu den Premiumweinen zählen die Grossen Gewächse Riesling, Spätburgunder und Weißburgunder aus der Lage „Im Sonnenschein“. Es werden auch Tresterbrände und flaschenvergorene Sekte produziert. Das Weingut ist Mitglied beim VDP (Verband deutscher Prädikatsweingüter).
Von Hansjörg Rebholz überrascht zu werden, passiert einem nicht jeden Tag. Zu bekannt ist sein Betrieb für die Zuverlässigkeit, die Klasse und den kompromisslosen, unverwechselbaren Stil seiner Weine. Die Geschlossenheit der aktuellen Kollektion versetzt einen dann jedoch ebenso in Erstaunen, wie das qualitative Gesamtniveau. Über diesen Weinen vergisst man schnell, dass man es längst nicht mit einem der einfachsten Jahrgänge dieser Dekade zu tun hat: quer durch die Rebsorten entstanden bei Rebholz Weine erstklassiger Güte - und wie so oft hat man den Eindruck, dass sich mancher von ihnen über viele Jahre weiter positiv entwickeln und am Ende womöglich noch höher notieren wird. Die Serie der Großen Gewächse hinterlässt einen auch heute schon sprachlos: sowohl der Weißburgunder als auch die Rieslinge geben sich ungeheuer packend, rassig, tief und konzentriert. So beeindruckend die Weine heute schon sind, werden sie ihr ganzes Können allerdings erst in einigen Jahren zeigen. Nach 2002 und 2008 ist dies die dritte Kollektion des Jahres für das Weingut Rebholz. Wir ziehen tief den Hut!
Unser letztjähriger Gewinner der "Kollektion des Jahres" hat in diesem Jahr noch eine Schippe drauf gelegt und stellte uns eine atemberaubende Kollektion trockener Spitzenrieslinge und -Weißburgunder vor, die wir hier in dieser Form noch nicht erlebt haben. Der Kastanienbusch ist sicher das Beste, was uns aus der Südpfalz überhaupt je begegnet ist, aber die beiden Weine aus dem Siebeldinger Im Sonnenschein stehen diesem Meisterwerk nur wenig nach. Vor allem dem Weißburgunder trauen wir noch eine weitere Steigerung zu. Überhaupt geben sich die Weine derzeit noch extrem verschlossen. Sie benötigen Tage an der Luft, um auch nur einigermaßen erkennen zu lassen, was in ihnen steckt. Doch nicht nur die Großen Gewächse sind heuer herausragend, auch die Spätlesen besitzen eine seltene Klasse. Nicht vergessen wollen wir dabei die prachtvolle Gewürztraminer Auslese mit ihrer für diese Sorte alles andere als selbstverständlicher Eleganz und Finesse. Großes Kompliment!
Hans-Jörg Rebholz hatte den Jahrgang offenbar sehr gut um Griff und präsentiert eine ausgewogene Kollektion südpfälzer Weine. Besonders die beiden Großen Gewächse vom Riesling haben uns beeindruckt, doch brauchen beide derzeit viel Luft - und in der Flasche sicher noch ein bis zwei Jahre - um zu zeigen, was sie wirklich können. Doch auch die anderen Rebsorten überzeugen und machen wieder einmal klar, dass dieser Betrieb zu den herausragenden in der Pfalz gehört. Kompliment.
Eine weitgehend überzeugende Serie aus einem für die Pfalz offenbar wiederum nicht ganz einfachen Jahr. Wie so oft ziehen wir die trockenen Weine den restsüßen vor. Dabei zeigten sich die meisten Proben trotz der relativ späten Verkostung oft noch reichlich verschlossen. Viele von ihnen brauchten einige Zeit an der Luft, um ihre Qualitäten zu offenbaren. Wir schließen daher nicht aus, dass sich mancher Wein mit der Flaschenreife noch steigern kann. Unsere Hoffnungen gelten hier vor allem dem Riesling Großes Gewächs aus dem Siebeldinger Im Sonnenschein, der im Moment noch deutlich hinter der Version aus dem Kastanienbusch zurücksteht. Unser Favorit ist dieses Jahr allerdings das Große Gewächs vom Weißburgunder, das schon jetzt beeindruckt, aber ebenfalls noch nicht am Ende seiner Möglichkeiten zu sein scheint.
Hansjörg Rebholz hatte es mit seinem kompromisslosen, eher traditionellen und oft knochentrockenen Stil in 2004 sicher alles andere als leicht. Seine Art des Ausbaus macht auch kleine Schwächen offensichtlich. Umso erstaunlicher ist, dass die meisten seiner Weine auch in diesem Jahr Charakter und Herkunft beweisen. Dabei bringen sie in der Regel genügend Substanz und Tiefe auf, um den Gerbstoff und die jahrgangsbedingte Herbheit in den Hintergrund treten zu lassen. Wir sind gespannt, wie hier die weitere Entwicklung aussieht.
Besonders bei den Rieslingen ist es Hansjörg Rebholz gelungen, die Weine in diesem heißen Jahrgang in einem relativ kühlen und mineralisch geprägten Stil zu halten. Sie wirken zumeist schlanker als sie tatsächlich sind. Bei anderen Sorten tritt der Alkohol deutlicher zutage, doch in den meisten Fällen verfügen die Weine über ausreichend Substanz, um den Alkohol abzupuffern. Zwar erreichen die vorgestellten Proben nur selten die Tiefe und Komplexität der besten Jahrgänge, doch immer noch ist dies eine überzeugende Kollektion, wie sie 2003 in der Pfalz nur wenige zustande brachten.
Eine Serie phantastischer Großer Gewächse krönt das kompletteste Rebholz-Sortiment, das ich bislang kenne. Bei aller Kraft und Intensität besitzen selbst die stärksten Weine noch unglaubliche Rasse und Eleganz. Alle Weine sind von deutlicher, kühler Mineralität geprägt und die meisten brauchen Luft oder Reifezeit, damit ihre Frucht deutlich zum Vorschein kommt. Das macht den Jahrgang für Liebhaber unkomplizierter Weine hier besonders schwierig, wer individuelle, kantige und fordernde Spitzenweine sucht, wird dagegen in jedem Fall fündig.
Der Jahrgang 2001 lässt hier kaum Wünsche offen. Vom einfachen Müller-Thurgau bis zu den Großen Gewächsen überzeugen die Weine mit klarer Sortenart, mineralischer Tiefe und einer sehr speziellen, aristokratischen Art, wie sie in der Südpfalz nur Rebholz zuwege bringt. Die besten Weine zeigen vermutlich erst nach einiger Reifezeit, was in ihnen steckt. Großes Kompliment.
Während die einfacheren Weine sorgfältig bereitet, aber jahrgangsbedingt nicht allzu dicht und nachhaltig ausgefallen sind, können die trockenen Spätlesen durch die Bank überzeugen. Angeführt wird das Sortiment wieder einmal vom Chardonnay "R" aus dem Barrique, sowie von zwei exzellenten Großen Gewächsen vom Riesling, die allesamt noch Potenzial für eine weitere Steigerung besitzen. Ziemlich verschlossen präsentiert sich auch der Weißburgunder Großes Gewächs aus dem Siebeldinger Im Sonnenschein. Erst die nächsten Jahre werden zeigen, ob ich hier etwas zu geizig in der Bewertung war. Insgesamt ist dies eine der bemerkenswertesten Leistungen des Jahrgangs.
Bis auf wenige Ausnahmen sind auch die 99er wieder auf sehr hohem Niveau. An der Spitze stehen - wie erwartet - die beiden Barrique-Abfüllungen von Weißburgunder und Chardonnay, beides mächtige und doch ungewöhnlich feine und vielschichtige Weine, die mit der Reife sogar noch etwas zulegen können. Die beiden Großen Gewächse machen es einem nicht einfach. Der Weißburgunder erweckt den Eindruck, als könne er "vor Kraft kaum laufen" und ich bin im Zweifel, ob sich diese enormen Dimensionen jemals in eine klare Form bringen lassen. Warten wir es ab. Der Riesling ist dagegen erkennbar erstklassig, doch auch hier wird sich erst mit der Zeit herausstellen, ob er auch groß ist. Ich vermute es, doch im Moment verweigert mir dieses sture Monster jedes Interview. Doch auch die übrigen Rieslinge haben Klasse und bereiten dabei schon jetzt großes Trinkvergnügen. Ich bin beeindruckt.
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