Das Weingut liegt in der Gemeinde Konz-Oberemmel (Bereich Saar) im deutschen Anbaugebiet Mosel. Es war ehemals Teil des Klostergutes St. Maximin, das unter Napoleons Herrschaft säkularisiert wurde. Aus dem nun staatlichen Besitz kaufte Emmerich Grach im Jahre 1803 Rebflächen und begründete damit das Weingut. Durch Vererbung ging es 1902 an seine Großenkelin, die mit Balduin von Hövel verheiratet war. Besitzer ist seit Mitte 2011 dessen Ururenkel Maximilian von Kunow, Kellermeister ist Albrecht Schmitt. Die Weinberge umfassen 11 Hektar Rebfläche in den Einzellagen Agritiusberg, Hütte im Alleinbesitz und Rosenberg (Oberemmel), Hörecker im Alleinbesitz (Kanzem), sowie Parzellen im legendären Scharzhofberg (Wiltingen). Sie sind zu 100% mit dem Riesling bestockt. Die Weine aus Rosenberg und Agritiusberg werden als Gutsriesling unter dem Namen „Balduin von Hövel“ vermarktet. Der Ertrag liegt im Durchschnitt bei 55 Hektoliter/Hektar. Die Weine werden im traditionellen Holzfuder hauptsächlich fruchtig ausgebaut. Das Weingut ist Mitglied im VDP (Verband deutscher Prädikatsweingüter).
Das kleine Sortiment von Kabinetten und Spätlesen, das uns heuer vorgestellt wurde, macht uns durchweg Freude. Auch 2008 sind die Weine in ihrer schlanken und dabei überaus herkunftstypischen Art allesamt sehr animierend geraten.
Eberhard von Kunows Weine gehören schon lange zu unseren Lieblingen an der Saar. Nur wenige Produzenten erzeugen ähnlich zum unbeschwerten Trinken animierende Weine bei gleichzeitig hohem Qualitätsanspruch. 2007 hat sich das Gut jedoch selbst übertroffen: ein Wein ist hier besser als der andere. Im besten Sinne traditionell verfügen die Rieslinge bei aller Eleganz und Feinheit auch über Substanz, Tiefe und Komplexität. Die meisten von Ihnen schmecken schon heute unwiderstehlich, dürften sich aber auch über viele Jahre prächtig entwickeln und in manchen Fällen sogar noch zulegen. Großes Kompliment!
Der schwierige Jahrgang ist an zwei Punkten beim Weingut von Hövel zu erkennen, denn die Palette der erzeugten Weine ist zahlenmäßig und leider auch qualitativ kleiner als im Vorjahr. Mit der animierenden, mineralischen Spätlese aus der Hütte ist Eberhard von Kunow dennoch eine schöne Jahrgangsspitze gelungen. Überhaupt machen die Weine nach wie vor großen Spaß.
Mosel
Riesling, Weißwein, Kabinett, Trocken, Balduin von Hövel, 7.00 €
Die Rieslinge des Jahrgangs sind bisweilen großartig ausgefallen, aber das Sortiment wirkt nicht ganz einheitlich. Manchmal wirken die Weine noch etwas unruhig und wo die Gerbstoffnoten deutlich werden, fehlt es ein wenig an Brillanz, manchmal auch an echter Tiefe. Das gilt besonders für die Versteigerungs-Auslese die aus der Serie prachtvoller Edelsüßer, die hier dieses Jahr produziert wurde, merklich herausfällt. Dennoch: der überwiegende Teil der Weine besitzt echte Klasse und den meisten von ihnen dürfte etwas Flaschenreife gut tun.
Die Gutsweine machen dieses Jahr einen leicht unreifen Eindruck und sollten eher jung getrunken werden. Die Lagenrieslinge sind dagegen oft noch etwas unentwickelt. Einige von ihnen dürften mit etwas Reife noch ein wenig zulegen, doch ich vermute, dass sie die Brillanz der 2003er nicht werden erreichen können. Es sind schlanke, im Stil eher kühle Rieslinge, wie man sie an der Saar erwartet und die den Liebhabern dieses Stils in den nächsten zwei bis vier Jahren viel Freude machen werden.
Mosel
Riesling, Weißwein, QbA, Feinherb, Balduin von Hövel, 6.50 €
Eberhard von Kunow und seinem Kellermeister Hermann Jäger ist 2003 eine exzellente Kollektion gelungen. Die glasklaren, strahlenden und hocheleganten Rieslinge lassen einen die Schwierigkeiten des Jahrgangs vollkommen vergessen. Hier kann man in diesem Jahr blind kaufen. Großes Kompliment!
Auch in 2000 zeigt Eberhard von Kunow keine Schwächen und stellt eine Reihe glasklarer, herrlich zu trinkender Rieslinge vor. Der Kabinett aus der Hütte zeigt sich im Augenblick noch ein wenig abweisend und könnte mit einigen Monaten Flaschenreife noch zulegen.
Wenn auch der Kabinett und die trockene Spätlese nicht ganz auf dem Niveau der besten Jahrgänge liegen, ist die 99er Kollektion doch sehr überzeugend. Angeführt wird das Sortiment von der im Augenblick vollkommen verschlossen wirkenden Auslese mit der Nummer 13. Sollte ich mich nicht sehr irren, wird sie in einigen Jahren eine deutlich höhere Note verdienen. Auch die anderen Rieslinge verfügen über Potential, sind jedoch bereits Heute mit großem Genuss zu trinken.
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