Das Weingut liegt in der Gemeinde Bischoffingen (Bereich Kaiserstuhl) im Süden des deutschen Anbaugebietes Baden. Es wurde im Jahre 1985 von Karl-Heinz Johner und seiner Frau Irene gegründet. Ziel war es, Weine im Burgunder-Stil zu erzeugen. Die schon damals in Barrique ausgebauten Weine konnten in den ersten Jahren nur als Tafelweine vermarktet werden. In den 1990er-Jahren wurde die nach kalifornischen Vorbildern im Stil eines Klosters neuerbaute Kellerei mit einem kreisrunden Barriquefasskeller in Betrieb genommen. Karl-Heinz Johner wird von seinem Sohn Patrick unterstützt, der nach Studien in Geisenheim Praxiserfahrungen im Burgund (Hubert Lignier, Comte Lafon) und in Australien (Tim Knappstein) sammelte. Die Weinberge umfassen 17 Hektar Rebfläche in sieben Gemarkungen. Herausragende Einzellagen sind Enselberg und Steinbuck (Bischoffingen), sowie Eichberg (Oberrotweil). Sie sind mit den Weißweinsorten Riesling, Grauburgunder, Weißburgunder, Chardonnay, Auxerrois, Rivaner, Gewürztraminer und Sauvignon Blanc, sowie den Rotweinsorten Blauer Spätburgunder, Merlot, Cabernet Sauvignon, Cabernet Dorsa, Cabernet Dorio, Cabernet Cubin, Cabernet Mitos und Dakapo bestockt.
Wichtige Qualitätskriterien sind Ausdünnen (Grüne Lese) zwecks Ertragsreduzierung und Entblätterung. Die Sorten Sauvignon Blanc und Rivaner werden prinzipiell in Edelstahl ausgebaut. Die im Burgunderstil vinifizierten Weißweine reifen zum Teil in 350-Liter-Barriques und zum Teil in Edelstahltanks, um eine Balance zwischen Frucht und Holz zu erreichen. Die Tranchen werden nachher egalisiert. Die Rotweine reifen zumindest 15 Monate in Barriques. Die Weine werden in den drei Linien Basisweine (Zweitetikett), normale Weine und „SJ“ (Selektion Johner) produziert. Letztere stammen aus den besten Parzellen von besonders alten Rebstöcken und werden in neuen Barriques ausgebaut.
Im Jahre 2001 wurde in Neuseeland im Bereich Wairarapa das Weingut „Johner Estate“ gegründet. Der erste Wein kam im Jahre 2002 auf den Markt. Die Weinberge umfassen etwa 12 Hektar Rebfläche, die mit den Sorten Pinot Noir (8 ha) und Sauvignon Blanc (3 ha), sowie kleinen Mengen Chardonnay, Riesling, Pinot Gris, Viognier, Gewürztraminer, Syrah, Cabernet Sauvignon, Merlot, Cabernet Franc und Malbec bestockt sind.
Die bislang angestellten Weißweine offenbaren eine zwar sehr moderne, aber nichtsdestoweniger beeindruckende Machart. Sie sind glasklar, stoffig und dabei selbst bei 14% Alkohol noch elegant. Sie lassen sich schon jetzt mit großem Genuss trinken. Mit den Spätburgundern jedoch habe ich große Probleme. Zwar verfügen beide über Substanz und Kraft, doch die Frucht ist hinter den kantigen Tanninen, den Röstnoten und den brotigen und malzigen Überreife-Aromen kaum zu erkennen. Beim SJ kommen noch deutlich krautige Noten hinzu, die mich sehr an einer positiven Entwicklung zweifeln lassen. Auch nach mehreren Proben geben mir diese Weine Rätsel auf.
Aus 2000 wurden nur zwei Rotweine angestellt und mit beiden habe ich gewisse Probleme. Der süßlich-holzige Cabernet lässt mich jegliche Finesse vermissen und ich habe große Zweifel an seiner Entwicklungsfähigkeit. Völlig unsicher bin ich mir auch bei der Prognose für den Spätburgunder. Der präsentiert sich im Augenblick so klotzig, überreif und überkonzentriert, dass man Schwierigkeiten hätte, ihn blind als Pinot Noir zu identifizieren. Ich fürchte, dass er sich nur immer mehr hin zur rustikalen Seite entwickeln und nie wirklich Spaß machen wird.
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