Das Weingut liegt in der Gemeinde Saarburg (Bereich Saar) im deutschen Anbaugebiet Mosel. Es war das Familiengut von Ferdinand Geltz (1851-1925), dem Forstmeister des Königs von Preußen. Heute ist es in Besitz seines Enkels Hans-Joachim Zilliken. Die Weinberge umfassen 11 Hektar Rebfläche in den Einzellagen Bockstein (Ockfen) und Rausch (Saarburg). Sie sind ausschließlich mit Riesling bestockt, das durchschnittliche Alter der Reben beträgt 30 Jahre. Der durchschnittliche Ertrag ist auf 50 Hektoliter per Hektar begrenzt. Der dreistöckige Keller befindet sich bis neun Meter tief unter dem Gutsgebäude bei konstant 10 °Celsius und annähernd 100% Luftfeuchtigkeit, wo die Weine unter idealen Bedingungen ausschließlich in traditionellen Holzfässern gären und reifen. Es werden auch flaschenvergorene Riesling-Sekte erzeugt. Das Weingut ist Mitglied im VDP (Verband deutscher Prädikatsweingüter) und bei der Winzervereinigung Pro Riesling.
Der Jahrgang 2010
Mosel: Ockfen
Bockstein, Riesling, Weißwein, Spätlese, Erste Lage
Nach vielen Jahren stellte uns dieses ehrwürdige Weingut erstmals wieder eine umfassende Jahrgangskollektion vor. Dabei beeindruckte uns die lange Serie typischer, oft ausdrucksstarker Prädikatsrieslinge, die durchweg nicht nur ihre überwiegend Saarburger Herkunft zum Ausdruck bringen, sondern auch die Handschrift des Winzers klar erkennen lassen. Unser Favorit ist derzeit ausgerechnet die "normale" Spätlese aus dem Saarburger Rausch, die dank ihres Schliffs und ihrer strahlenden Rasse sogar den Versteigerungsweinen den Rang abläuft. Es bleibt abzuwarten, ob sich das mit den Jahren ändert, aber wir sind uns relativ sicher, dass sich dieses kleine Meisterwerk auch auf die Langstrecke gegen die meisten nominell höherwertigen Rieslinge des Jahrgangs wird behaupten können. Jedenfalls kommt das Gut in dieser Form einem vierten Stern sehr nahe - und wir würden uns daher freuen, wieder regelmäßig die aktuellen Jahrgänge vorgestellt zu bekommen.
HINWEIS: Der Jahrgang 2006 ist ab Hof ausverkauft. Daher werden keine Weine zur Blindprobe eingereicht.
Der Jahrgang 2005
2005 ist mit Sicherheit einer der besten Jahrgänge in der jüngeren Geschichte dieses altrenommierten Gutes. Schon der Butterfly ist mineralisch und lebendig, die Spätlese mit viel Biss und Mineralität ausgestattet und die Auslesen - schon jetzt ganz der Herkunft verpflichtet - eher schlank, aber mit sehr guter Substanz und Tiefe, dabei aber noch sehr jugendlich. Kompliment!
Auch bei Zilliken hinterließ der Jahrgang seine Spuren. Die Rasse und Tiefe der besten Jahrgänge ist diesmal leider auch bei den besten Weinen nicht zu finden. Die Weine wirken eher ruhig und abgeklärt. Die Rieslinge aus dem Saarburger Rausch sind aber auch dieses Jahr durchweg sehr gut.
Die Weine sind in diesem nicht ganz einfachen Jahr etwas uneinheitlich ausgefallen. Manchen fehlt es ein wenig an Substanz und Tiefe und vereinzelt treten auch phenolische Noten zutage. Am besten schnitten die restsüßen Spätlesen ab, doch auch die Auslese kann möglicherweise noch zulegen, wenn sich der hohe Schwefel etwas verzogen hat.
Mit den durch die Bank empfehlenswerten 2002er Rieslingen bleibt Hans-Joachim Zilliken seinem Stil treu. Die Weine sind zumeist schlank und feingliedrig, wobei es ihnen jedoch keineswegs an Dichte mangelt. Die meisten Exemplare sollten noch etwas reifen, im ihren ganzen Charme ausspielen zu können.
Auch die 99er Weine sind wieder gut gelungen, wenn es dem einen oder anderen auch ein wenig an der Rasse der Spitzenjahrgänge mangelt. Davon ist zwar auch die Spätlese aus dem Rausch betroffen, doch das machen ihr glasklarer, seidiger Stil und der beeindruckende Länge mehr als wett.
Wein-Plus ist ein unabhängiges Medium.
Wir legen großen Wert auf die Trennung von Redaktion und Werbung.
Natürlich betreiben wir keinen Handel mit Wein und sind weder direkt noch
indirekt finanziell mit Weinhändlern oder Erzeugern verbunden.
Bitte beachten Sie auch die weiteren rechtlichen Hinweise im Impressum.
Wir respektieren Ihre Privatsphäre. Zu unserer Datenschutzerklärung.