Bewertungsschema:
75-79: Ordentlich bis gut
80-84: Sehr gut
85-89: Ausgezeichnet
90-94: Hervorragend
95-99: Groß
100: Einzigartig
Dieses Bewertungssystem ist deutlich strenger als andere international verwendete 100-Punkte-Systeme. Weitere Infos
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Das Wein- und Sektgut „Sächsisches Staatsweingut GmbH - Schloss Wackerbarth“ liegt in Radebeul im deutschen Anbaugebiet Sachsen. Es wurde unter August Christoph Graf von Wackerbarth (1662-1734) im Jahre 1727 gegründet. Dieser diente dem Kurfürsten von Sachsen Friedrich August I. (1670-1733), besser bekannt als „August der Starke“, der damals auch der prominenteste Kunde war. Die Sektkellerei wurde bereits 1836 gegründet und ist die drittälteste Deutschlands. Im Jahre 2002 wurde eine umfangreiche Sanierung sowie der Bau der Manufaktur mit Besucherführungen abgeschlossen und die Anlage als Erstes Erlebnisweingut Europas eröffnet. In der Schlossanlage ist auch ein Gasthaus.
Das Weingut ist heute im Besitz der Sächsischen Aufbau Bank GmbH, Geschäftsführer ist Sonja Schilg, Kellermeister Jürgen Aumüller. Die zum Teil steil terrassierten Weinberge umfassen rund 90 Hektar Rebfläche entlang des Elbeflusses in den steilen Einzellagen Heinrichsburg (Seußlitz), sowie Goldener Wagen, Johannisberg und Steinrücken (Radebeul). Sie sind mit den Weißweinsorten Riesling (25 ha), Müller-Thurgau, Kerner, Weißburgunder, Grauburgunder, Traminer, Scheurebe, Goldriesling und Bacchus, sowie den Rotweinsorten Spätburgunder, Dornfelder und Frühburgunder bestockt. Hohes Augenmerk wird auf optimale Reife der Trauben mit dem Ziel charakteristischer Rebsortenweine gelegt. Die durchschnittlichen Erträge betragen 38 bis 45 hl/ha. Es werden regelmäßig auch Hochprädikatsweine wie Beerenauslesen, Trockenbeerenauslesen und Eisweine gekeltert. Des Weiteren werden flaschenvergorene Sekte produziert. Das Weingut ist Mitglied im Weinbauverband Sachsen e.V. und im Verband Deutscher Sektkellereien.
Das Sortiment ist etwas kleiner als jenes aus 2006 und auch nicht ganz so einheitlich. Gleichwohl enthält es viele gute Weine und mit der "Edition Frauenkirche" auch einen erstaunlich guten Roten. Das Versprechen auf den zweiten Stern lösen wir daher gerne ein.
Die aus 2006 verkostete Kollektion ist sehr homogen ausgefallen und bietet ausgesprochen herkunftstypische Weine, die wir in dieser Qualität hier bislang nicht oft antreffen konnten. In dieser Form mausert sich das Staatsweingut zu einem Vorzeigebetrieb der Region. Ein zweiter Stern ist daher nicht mehr weit. Kompliment!
Ein leider recht kleines Sortiment stellte und Schloß Wackerbarth aus 2005 an. Einen Ausfall und einen klassischen, ausgezeichneten Traminer bietet die Kollektion als Eckpunkte und dazwischen finden sich drei zwar ordentliche und gute, aber nicht wirklich berauschende Weine. Wir hoffen, dass wir zukünftig mehr Weine von der Klasse des Traminer zu probieren bekommen.
Eine in sich geschlossene Kollektion zeigt die Solidität des großen Weingutes. Vielleicht sollte man nun versuchen, den Weinen etwas mehr Profil zu geben, nachdem die gute Grundqualität gesichert scheint. Sicherlich ist das klimatisch bedingt kein leichtes Unterfangen, aber wir denken, dass weitere interessante Schritte nicht auf sich warten lassen werden.
Das sächsische Staatsweingut hat in den letzten Jahren sichtlich Fortschritte erzielt und präsentiert 2003 eine geschlossene und durchweg ansprechende Kollektion, der man den schwierigen Jahrgang kaum anmerkt. Eine sehr erfreuliche Entwicklung, die uns einen ersten Stern wert ist.
In Bestform sind die Weine hier geradlinig und ausgewogen, doch ziemlich oft trüben grüne, unreife Noten das Bild. Es sollte möglich sein, hier im nächsten Jahr spürbare Fortschritte zu erzielen.
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